Es ist unbestritten, dass sich der Kontakt zu Tieren auf das Wohlbefinden von Menschen auswirkt. Sie haben positive Auswirkungen auf die Psyche und mindern Stress. Der enge Kontakt zwischen Haustieren und Menschen bietet jedoch auch Krankheitserregern ideale Möglichkeiten. Experten sind sich im Umgang mit Haustieren einig: Knuddeln und Kuscheln sind erlaubt, aber es muss auf die Hygiene geachtet werden.

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Die Haltung von Haustieren erfreut sich großer Beliebtheit. In Deutschland wird etwa in jedem dritten Haushalt mindestens ein Tier gehalten. Dabei handelt es sich neben Hund, Katze, Hamster und Co. zunehmend auch um exotische Heimtiere.
Für die meisten Menschen sind Haustiere vollwertige Familienmitglieder. Kinder lernen außerdem, was es heißt, Verantwortung für ein Lebewesen zu übernehmen.
Kuscheln mit den Lieblingen gehört dazu. Und häufig sitzt der Hund auf dem Sofa oder die Katze schläft mit im Bett.
Neben den positiven Aspekten der Tierhaltung stellt sich aufgrund des engen räumlichen und körperlichen Kontakts jedoch auch die Frage, ob von den Tieren Gesundheitsrisiken für den Menschen ausgehen.
Im Umgang mit Tieren sollten deshalb stets grundlegende Hygieneregeln eingehalten werden. Insbesondere Schwangere, kleine Kinder und Menschen mit geschwächtem Immunsystem sollten es bei den Zärtlichkeiten mit ihren vierbeinigen Lieblingen nicht übertreiben.

Wie sieht ein hygienischer Umgang mit Haustieren aus?

Generell ist aus Expertensicht Küssen verboten, um kein gesundheitliches Risiko einzugehen. Und auf Streicheleinheiten sollte stets sorgfältiges Händewaschen folgen.
Darüber hinaus sind ein paar einfache Grundregeln zu beachten: So sollte man sich nicht durch das Gesicht oder über Wunden lecken lassen. Tiere sollten nicht im Bett schlafen und nichts auf dem Esstisch essen. Beim Reinigen von Katzenklo und Käfigen Handschuhe tragen und möglichst dabei keinen aufgewirbelten Staub einatmen.
Kinder im Vorschulalter sollten keinen Kontakt mit Reptilien haben und Biss- und Kratzwunden, die sich entzünden oder anschwellen, sollten von einem Arzt untersucht werden. Die Maulhöhle von Katzen und Hunden enthält viele Keime, die beim Menschen zu schlimmen eitrigen Entzündungen führen können, daher ist schnelles Handeln hier wichtig.
Tiefere Kratzer sollte man in der Regel auswaschen und desinfizieren. Bei Menschen mit schwachem Immunsystem kann es durch Kratzer von Katzen zur sogenannten "Katzenkratzkrankheit" kommen (durch das Bakterium Bartonella henselae).

Gesundheitsüberwachung von Haustieren

"Tierhalter müssen sich bewusst sein, dass vom Haustier in bestimmten Fällen gewisse Risiken für die eigene Gesundheit ausgehen können", sagt Moira Gerlach, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. "Das enge Zusammenleben von Mensch und Tier erfordert deshalb auch eine strenge gesundheitliche Überwachung der Tiere, damit Erreger, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden können (Zoonose), erfolgreich bekämpft werden können".

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Zu diesen sogenannten Zoonosen zählen laut Weltgesundheitsorganisation WHO z. B. parasitäre Erreger wie Bandwürmer, Spulwürmer oder Toxoplasmen sowie bakterielle Erreger wie Leptospiren und Bartonellen oder virale Erkrankungen wie Tollwut.

"Panik oder übertrieben reinliche Vorsichtsmaßnahmen sind aber eindeutig fehl am Platz", betont Moira Gerlach. "Der aktuelle Todesfall durch den Maulhöhlenkeim eines Hundes beispielsweise ist sehr tragisch, ist allerdings auch der erste bekannte Fallbericht, in dem ein nicht immun geschwächter oder alkoholabhängiger Mensch durch dieses Bakterium erkrankte."

Allerdings sollten grundsätzlich die genannten Hygienemaßnahmen und -regeln eingehalten werden. Ebenso, dass bei Auffälligkeiten wie z. B. Durchfall beim Tier, ein Tierarzt zurate gezogen wird.

Eine regelmäßige Behandlung gegen Flöhe, Zecken und Würmer gehört bei Hund und Katze zum Behandlungsschema und sollte mit dem Tierarzt abgesprochen werden.

Flöhe und Zecken können sowohl als direkter Parasit auf den Menschen gehen, als auch durch ihren Biss Krankheiten übertragen. Bei den Würmern ist besonders der Fuchsbandwurm hervorzuheben. Eine Infektion kann für den Menschen (Fehlwirt) tödlich enden.

Impfschutz für Haustiere

"Zudem sollte man sein Tier regelmäßig impfen (so häufig wie nötig, so selten wie möglich) – das individuelle Impfschema sollte man auch mit seinem Tierarzt besprechen", rät Gerlach vom Tierschutzbund. "Dies dient zum einen natürlich dem Schutz der Tiere, zum anderen aber auch der Reduzierung der Übertragung möglicher Zoonosen (z. B. Leptospirose)".
Die Tollwut ist die potenziell gefährlichste Zoonose für einen Menschen. In Deutschland ist die klassische Tollwut jedoch ausgerottet. Durch illegale Tierimporte aus Ländern, in denen die Tollwut noch verbreitet ist, ist das Risiko einer Wiedereinschleppung allerdings gegeben.
Bei Grenzübertritten ist eine gültige Tollwutimpfung von Hund, Katze und Frettchen gesetzlich vorgeschrieben.

Infektionsgefahr Rohfleisch-Fütterung (BARF)

Es gilt Vorsicht walten zu lassen, wenn man sein Tier mit rohem Fleisch (BARF) füttert. Das ist mittlerweile ein großer Trend unter Tierhaltern. Dennoch kann es beispielsweise durch keimbelastetes Fleisch sowohl beim gefütterten Tiere, als auch beim Menschen zu Infektionen kommen, wie eine, von der Royal Society publizierte, Untersuchung nachweist. Hier wurden auch schon Todesfälle bei Menschen bekannt.

Neben Hunden und Katzen können auch kleine Heimtiere wie Meerschweinchen oder Vögel potenziell Erkrankungen übertragen (Meerschweinchen z. B. Hautpilze oder Milben; Vögel z. B. Psittakose). Daher sind auch im Umgang mit diesen Tieren die Hygienehinweise und Gesundheitskontrollen einzuhalten.

Bei der Haltung exotischer Wildtiere (Reptilien), die der Deutsche Tierschutz Bund bei den meisten Arten grundlegend als kritisch ansieht, bestehen vor allem bei Kleinkindern Gefahren durch Salmonelleninfektionen.

Quellen: