Wer seine Ausgaben bis zum Jahreswechsel gut plant, kann Steuern und damit bares Geld sparen. Das können Verbraucher in den kommenden Wochen noch erledigen.

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Werbungskosten, Handwerkerleistungen, das neue Implantat oder die Riester-Rente: Mit einigen Tricks können Verbraucher vor dem Jahreswechsel noch Geld sparen. Vor allem ein Blick auf die Steuern lohnt sich.

Schnell Steuern sparen: Grenze der "zumutbaren Belastungen" überschreiten

Bis zu einer individuellen Grenze der "zumutbaren Belastungen", die je nach Familienstand und -größe variieren, muss jeder die Kosten selbst tragen, die nicht von der Krankenkasse übernommen werden. Wird die Grenze aber überschritten, kann sich dies steuerlich bemerkbar machen.

Es kann sich lohnen, das Implantat oder die neue Brille noch im alten Jahr zu bezahlen, wenn so die individuelle Grenze überschritten wird.

Berechnen lässt sich die eigene "zumutbare Belastung" mit einem Rechner der Bayerischen Finanzverwaltung, wie der Steuerzahlerbund rät. Diesen finden Sie auf der Webseite des Bayerischen Landesamts für Steuern.

Lohn-Extras verhandeln

Statt einer Gehaltserhöhung ist vielleicht auch ein Lohn-Extra wie ein Jobticket möglich. Das Jobticket bleibt seit Anfang 2019 steuerfrei, auf ein Gehaltsplus fallen dagegen Steuern und Sozialversicherung an.

Freibeträge bis Jahresende beantragen

Für Minijobber gilt ab 2020 ein etwas höherer Mindestlohn von 9,35 Euro. Wer höhere Steuern und Sozialabgaben vermeiden möchte, muss eventuell seine Arbeitszeit anpassen, um unter der Grenze von 450 Euro im Monat zu bleiben.

Ehepaare sollten prüfen, ob sich ein Wechsel der Steuerklasse lohnt. Sinnvoll kann dies zum Beispiel sein, wenn ein Partner im nächsten Jahr Leistungen erhalten wird, die vom Nettoeinkommen abhängen - also Arbeitslosengeld, Elterngeld oder Krankengeld. Der Partner, der sein monatliches Netto erhöhen will, nimmt die Klasse III, in der er weniger Steuern zahlt.

Auch mit der Beantragung von Freibeträgen - etwa für Fahrtkosten zur Arbeit, Kinderbetreuung oder Haushaltshilfen - kann das Netto erhöht werden. Bis Jahresende sollten Arbeitnehmer ihre Freibeträge beantragen, wenn sie ab Januar berücksichtigt werden sollen.

Sämtliche Änderungen bei den Lohnsteuermerkmalen werden beim Finanzamt beantragt.

Riester-Sparer müssen Mindestbeiträge zahlen

Riester-Sparer sollten noch vor Jahresende prüfen, ob sie die Mindestbeiträge zahlen - das sind vier Prozent ihres Bruttoeinkommens im Vorjahr. Ist dies nicht mehr der Fall, weil sich zum Beispiel das Einkommen geändert hat, werden die staatlichen Zulagen gekürzt.

Bis zum Jahresende können Sparer noch nachzahlen. Der Maximalbetrag, bis zu dem es staatliche Förderung gibt, liegt bei jährlich 2.100 Euro. Die Zulagen können noch zwei Jahre im Nachhinein beantragt werden.

Investitionen tätigen

Wer bestimmte Ausgaben noch im laufenden Jahr tätigt, kann Steuern sparen. So lohnt es sich mitunter, Werbungskosten für beruflich bedingte Ausgaben noch in diesem Jahr zu bündeln, sofern Sie die Grenze des Arbeitnehmer-Pauschbetrags von 1.000 Euro überschreiten.

Was in einem Kalenderjahr darüber hinausgeht, lässt sich steuerlich geltend machen. Dazu könnte beispielsweise die Rechnung für eine Weiterbildung im nächsten Jahr schon 2019 beglichen werden.

Es kann sich auch lohnen, noch vor Jahreswechsel von einem Fachbetrieb etwas in Haus und Garten erledigen zu lassen. Bis zu 6.000 Euro für Arbeitsstunden und Anfahrt kann ein Haushalt im Jahr geltend machen. Die Steuerermäßigung beträgt 20 Prozent.

Anleger sollten Freistellungsaufträge prüfen

Anleger sollten bei ihrer Bank die Freistellungsaufträge für Zinsen und andere Kapitalerträge prüfen. Die Verteilung des Steuerfreibetrags kann bis Ende Dezember angepasst werden.

Für Gewinne, die über den Freibetrag von 801 Euro (1.602 Euro für Ehepaare und Lebenspartnerschaften) hinausgehen, müssen Anleger pauschal 25 Prozent Abgeltungssteuer bezahlen.

Verbraucher können die Belastung aber unter Umständen senken: Verluste aus Wertpapiergeschäften bei einer Bank können mit Gewinnen bei einem anderen Institut verrechnet werden. Verbraucher sollten bei ihrer Bank deswegen bis zum 15. Dezember eine Verlustbescheinigung anfordern.

Geringverdiener mit hohen Kapitaleinkünften wie beispielsweise Rentner sollten prüfen, ob ihre Nichtveranlagungsbescheinigung noch gilt. Damit können sie, wenn sie keine Einkommenssteuer zahlen, sich auch die Kapitalertragssteuer sparen. Die Bescheinigung gilt in der Regel drei Jahre. (ff/afp)

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