Traditionell wird das neue Jahr in Deutschland mit Feuerwerk begrüßt - aber nicht alle Knaller und Böller sind auf ihre Sicherheit geprüft. Die meisten illegalen Feuerwerkskörper kommen über die östlichen Grenzen nach Deutschland.

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Knapp vier Wochen vor Jahresende warnen Experten vor den Gefahren illegaler Silvesterknaller. Diese reagierten häufig viel heftiger als offiziell in Deutschland zugelassene Feuerwerkskörper, sagte Martin Dümmel von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) am Donnerstag im brandenburgischen Horstwalde. "Wenn es nie geprüft wurde, kann alles passieren."

Demnach könne etwa die nötige Verzögerungszeit nach dem Anzünden nicht gegeben sein oder der Knaller unvorhergesehen stark reagieren. Der klassische illegale Silvesterknaller sei der Blitzknallkörper, der aus dem europäischen Ausland importiert werde. Er sei das Hauptproblem, sagte Dümmel. Umgangssprachlich ist er auch als "Polenböller" bekannt.

Gerade zum Jahresende stellt der Zoll häufig illegale Pyrotechnik sicher. "Besonders die Monate November und Dezember sind die Hochphase", sagte der stellvertretende Sprecher des Zolls, André Lenz. Im vergangenen Jahr fanden die Beamten rund 370.000 Stück illegale Feuerwerkskörper, 2017 waren es noch rund 150.000 Stück. Die Angaben seien allerdings grobe Schätzungen des Zollkriminalamtes, da die Behörde keine eigene Statistik für illegale Feuerwerkskörper führe. Die meisten Funde machen die Fahnder den Angaben zufolge entlang der östlichen Grenzen, schwerpunktmäßig entlang der deutsch-polnischen Grenze.

Kein Feuerwerk in einigen deutschen Städten

In Brandenburg werden den Angaben zufolge die meisten der illegalen Böller aus Polen beim Hauptzollamt Frankfurt (Oder) sichergestellt. Im vergangenen Jahr fanden die Fahnder bei ihren Kontrollen entlang der polnischen Grenze 6,4 Tonnen illegales Silvester-Feuerwerk. "Wir gehen davon aus, dass wir diese Zahl auch in diesem Jahr erreichen werden", sagte Sprecherin Astrid Pinz.

Erst vor rund einer Woche machten die Beamten des Zolls einen großen Fund: Bei der Kontrolle eines Kleintransporters auf der A12 in Frankfurt (Oder) fanden sie 1,1 Tonnen Pyrotechnik.

In einigen deutschen Städten soll es in diesem Jahr kein Feuerwerk an Silvester geben. So etwa am Hamburger Jungfernstieg. "Wir haben dort eine ziemlich problematische Entwicklung in den vergangenen Jahren", sagte Innensenator Andy Grote (SPD). Durch den unsachgemäßen Gebrauch von Feuerwerkskörpern und eine immer größere Zahl an Menschen sei die Gefahr von Verletzungen gestiegen. Ähnliche Verbote gibt es bereits in Städten wie Hannover und Köln.  © dpa

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