Das Vorstellungsgespräch ist erfolgreich durchlaufen, der Traumjob winkt, aber dann lädt das Unternehmen zum Assessment-Center ein. Für viele Bewerber ist das ein Grund, die Stelle abzusagen. Doch die Angst ist unbegründet. Wir erklären, welche Aufgaben häufig gestellt werden und geben Tipps für Assessment-Center.

Was ist ein Assessment-Center?


Das Assessment-Center (AC) ist ein Personalauswahlverfahren, mit dem Unternehmen aus einer Gruppe von Bewerbern den für die Stelle geeigneten Kandidaten herausfiltern. Dabei prüfen sie nicht nur fachliche Kompetenzen, sondern auch Soft Skills wie Teamfähigkeit und Belastbarkeit.

Das AC dauert ein bis drei Tage und besteht aus mehreren Einzel- und Gruppenübungen. Die Teilnehmer werden während der gesamten Veranstaltung von sogenannten Assessoren beobachtet und bewertet. Dies sind zum Beispiel Personaler, Psychologen oder Mitarbeiter aus der Fachabteilung.

Die häufigsten Übungen

Kein Assessment-Center gleicht dem anderen. Die Aufgaben werden individuell zusammengestellt und lassen sich nicht vorhersagen. Zu den bewährten Bestandteilen gehören:

Gruppendiskussion

Bei der Gruppendiskussion diskutieren die Teilnehmer über ein vorgegebenes Thema. Dies kann unternehmensspezifisch sein, aber auch einen gesellschaftlichen Bezug haben. Die Gruppendiskussion bietet eine gute Möglichkeit, um die einzelnen Kandidaten direkt zu vergleichen.

Dabei zählen nicht nur Argumente und Vortrag, sondern auch das Verhalten gegenüber den anderen. Wer sich in den Vordergrund drängt oder sehr zurückhaltend ist, fällt negativ auf. Einen guten Eindruck hinterlässt hingegen, wer andere Teilnehmer ausreden lässt, auf deren Aussagen eingeht und Kompromissbereitschaft zeigt.



Postkorbübung

Bei diesem Klassiker des Asssessment-Centers erhält der Bewerber einen Postkorb mit 10 bis 20 Dokumenten, die er erledigen muss. Diese Dokumente sind dabei nicht immer beruflicher Natur, sondern können auch Privates betreffen.

Der Teilnehmer muss sich einen Überblick über die einzelnen Aufgaben verschaffen, sie nach Wichtigkeit sortieren und überlegen, wann er sie erledigt und ob er sie delegiert. Diese Entscheidungen muss er anschließend im Gespräch mit den Assessoren begründen.

Bei der Postkorbübung wird vor allem das Arbeiten unter Stress getestet. Häufig gibt es neben der vorgegebenen Zeitspanne weitere Stressfaktoren wie feste Fristen. Bewerber sollten im Hinterkopf behalten, dass die Übung häufig so konzipiert ist, dass man sie gar nicht im vorgegebenen Zeitrahmen erledigen kann.

In diesem Fall hilft nur eins: Kühlen Kopf bewahren und so viel wie möglich abarbeiten.

Selbstpräsentation im Assessment-Center

Die Selbstpräsentation findet meistens bereits am Anfang in einer Vorstellungsrunde statt. Innerhalb weniger Minuten stellt sich jeder Bewerber dem Unternehmen und den übrigen Teilnehmern vor. Wer sich hierauf vorbereitet hat, punktet bereits.

Die Präsentation sollte kurz und knackig sein und die wichtigsten Eckdaten und den beruflichen Werdegang beinhalten. Gehen Sie ausführlich darauf ein, wieso Sie die ausgeschriebene Stelle haben möchten und was Ihnen an dem Unternehmen besonders gefällt.


Die richtige Vorbereitung

Da die Aufgaben wechseln, ist die Assessment-Center-Vorbereitung schwierig. Die erwähnten Tasks kommen sehr häufig vor. Es lohnt sich also, sie bereits im Vorfeld zu üben. Die Selbstpräsentation lässt sich gut zuhause vorbereiten.

Für die Postkorbübungen finden sich zahlreiche Praxisbeispiele im Internet, die man sich durchlesen und üben kann. Um sich auf die Gruppendiskussion vorzubereiten, kann man diese mit Freunden und Familie durchspielen.

Bewerber sollten sich im Vorfeld mit dem Unternehmen, mit dessen Produkten oder Dienstleistungen sowie mit dessen Branche vertraut zu machen. Dabei helfen die Homepage und die Social-Media-Kanäle der Firma, aber auch die Medienberichterstattung.

Die Gruppendiskussion behandelt häufig auch nichtberufsbezogene Themen. Es ist deshalb unerlässlich, sich über die Geschehnisse in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu informieren.

Bei aller Vorbereitung sollte man aber eines nicht vergessen: Wer es übertreibt, wirkt schnell unecht. Die Unternehmen wollen mit dem Assessment Center nicht den Bewerber finden, der sich am besten vorbereitet hat, sondern einen authentischen Mitarbeiter gewinnen © 1&1 Mail & Media