Der Allgäuer Spitzen- und TV-Koch Christian Henze hat sich als Experte für schnelle, einfache und leckere Küche einen Namen gemacht. "Kochen ist nicht schwer und kann auch noch Spaß bereiten", betont der 55-Jährige, dessen Kochbücher regelmäßig die Bestseller-Listen erobern. Im Interview spricht er über seine Karriere und welche Tipps er Kochanfängern an die Hand geben würde.

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Christian Henze betreibt eine Kochschule und Restaurants, hält Vorträge und berät Gastro-Betriebe. Mit seinen Kochbüchern "Feierabend-Blitzrezepte" oder "Einfach in die Pfanne!: Einfach köstlich" landet er regelmäßig in den Bestseller-Listen.

Auch aus dem TV ist der gebürtige Allgäuer längst nicht mehr wegzudenken. Seit 2004 moderiert er wöchentlich die Sendung "MDR um vier", er ist Botschafter für Qlinarisch, die Food-App von QVC, und war im Januar in der Sat.1-Sendung "Kühlschrank öffne dich" zu sehen.

Henze hat sich vor allem als Experte für schnelle, einfache und leckere Küche einen Namen gemacht. Wie auch Kochanfänger leckere Rezepte zaubern können und welche Fehler sich ganz einfach vermeiden lassen können, verrät er im Interview.

Herzlichen Glückwunsch zum runden Jubiläum. Seit 20 Jahren kochen Sie bereits in der TV-Sendung "MDR um 4". Hätten Sie jemals gedacht, dass Sie der Sendung so lange treu bleiben?

Christian Henze: Damals wurde ich als Studiogast eingeladen und den Zuschauern hat mein Auftritt so gut gefallen, dass der MDR mir einen festen Sendeplatz angeboten hat. Dass ich jetzt nach 20 Jahren immer noch dabei sein darf und nach wie vor fester Bestandteil von "MDR um 4" bin, hätte ich niemals gedacht. Aber ich bin sehr dankbar, dass es so ist.

"Das Wichtigste ist, dass den Menschen die Angst vor dem Kochen und dem Versagen genommen wird."

Christian Henze

In der Sendung zeigen Sie immer wieder neue Gerichte, die Rezepte scheinen Ihnen nicht auszugehen ...?

Ich habe ein großes Repertoire an Rezepten und meine Ideen gehen vermutlich niemals aus. Mit meiner Kreativität versuche ich immer am aktuellen Kochgeschehen zu sein und Food-Trends einfließen zu lassen. Die MDR-Zuschauer haben ein großes Vertrauen zu mir und vor allem in meine Rezepte. In den vergangenen 20 Jahren sind wir kulinarisch sehr zusammen gewachsen.

Wie kann man Menschen dazu ermutigen, häufiger selbst zu kochen, besonders wenn sie wenig Zeit oder wenig Erfahrung in der Küche haben?

Das Wichtigste ist, dass den Menschen die Angst vor dem Kochen und dem Versagen genommen wird. Denn eigentlich ist Kochen nicht schwer und kann auch noch Spaß bereiten. Eine gute, einfache Rezeptanleitung, idealerweise mit wenigen Zutaten und einer klaren Zubereitung ist dabei das A und O. Das bestätigt auch mein Gefühl der letzten Jahre, denn meine Kochbuch-Serie "Feierabend-Blitzrezepte" und mein neuestes Buch "Einfach in die Pfanne" sind Spiegel-Bestseller.

Welche Kochtechniken sollten Kochanfänger zuerst erlernen, um solide Grundlagen in der Küche zu haben?

Das Wort Kochtechniken würde ich selbst nicht benutzen, das klingt schon wieder zu sehr nach Profi. Wichtig ist aber dennoch zu wissen, wie ich eine Pfanne richtig benutze und bei welchen Temperaturen ich mein Fleisch brate, damit es nicht "kocht", sondern brät. Die Pfanne sollte also immer beim Anbraten richtig heiß sein und dann bei zehn Temperatur-Stufen am Herd etwa auf Stufe sieben bis acht eingestellt sein.

Welche einfachen Rezepte würden Sie empfehlen, um das Selbstvertrauen in der Küche zu stärken?

Spontan fällt mir ein: indisches Butter-Chicken. Das schmeckt super lecker, benötigt wenig Zutaten und ist einfach in der Zubereitung.

Welche grundlegenden Kochutensilien sollte man unbedingt in der Küche haben?

Elementar und wirklich wichtig ist ein gutes Messer. Es kann ein Standard-Messer sein, sollte aber eine tiefe Klinge haben, damit man auch auf dem Brett gut schneiden kann. Ein Santoku-Messer eignet sich sehr gut. Zusätzlich ist auch ein kleines Gemüse-Messer kein Fehler. Damit man auch wirklich immer und lange Freude an Messern hat, ist Pflege sehr wichtig. Es sollte auf keinen Fall in die Spülmaschine und auch nicht mit vielen anderen in einer "Messer-Schublade" aufbewahrt werden. Ein Messerblock oder Magnetband eignet sich an dieser Stelle.

Und welche Lebensmittel sollten immer in einer gut sortierten Küche vorhanden sein?

Meine wichtigsten Lebensmittel, die immer vorhanden sind: italienische Eiertomaten aus der Dose, frischer Parmesan am Stück, Zwiebeln und Knoblauch.

Welche häufigen Fehler machen Kochanfänger oft und wie können sie vermieden werden?

Ein Fehler, der immer wieder gemacht wird, ist, die falsche Temperatur beim Anbraten. Wenn die Pfanne nicht heiß genug ist, fängt das Bratgut nach kurzer Zeit an zu "kochen" und wird nicht mit Röstaromen gebraten. Bei der Rezeptauswahl, sollte man nicht zu aufwendige Gerichte aussuchen, dann ist die Zubereitung meist kompliziert, viele Zutaten werden benötigt und die Fehlerquelle steigt. Lieber einfache Gerichte mit wenig Zutaten und einer einfachen Zubereitung auswählen, das steigert enorm die Geling-Garantie.

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Besonders angesagt ist derzeit Meal Prep, welche Tipps können Sie Interessierten hier an die Hand geben?

Als Erstes muss ich sagen, dass das Beste an Meal Prep das Wort selbst ist (lacht). Vorkochen haben ja bereits unsere Großmütter gemacht. Da wurden häufig Schmorgerichte in größeren Mengen zubereitet und dann aufbewahrt. Damals war auch das Einkochen in jeder Küche gang und gäbe. Meal Prep spart Arbeit und auch Kosten. In der heutigen Zeit wird aber nicht für einen längeren Zeitraum vorgekocht, sondern eher nur für ein paar Tage. Da eignen sich Gerichte, die man gut aufwärmen kann wie Currys, Suppen und Eintöpfe, Gerichte mit Rohkost oder auch Couscous, Reis, Bulgur oder Nudeln. Bei Bowls sollte das Dressing immer separat aufbewahrt werden.

Was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Vorteile des Kochens zu Hause im Vergleich zum Essen im Restaurant oder zu Fertiggerichten?

Das Allerwichtigste beim Kochen zu Hause ist die Kommunikation in der Familie, das Beisammen sein beim Essen, die Freude und Emotion. Denn gemeinsame Zeit am Esstisch ist unentbehrlich - auch bei mir zu Hause. Das Gefühl in einem Restaurant wird nie das Gleiche sein. So auch die Freude am Kochen und beim Servieren der selbst zubereiteten Gerichte. (obr/spot)  © 1&1 Mail & Media/spot on news

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