"Gelbwesten"-Proteste erreichen Belgien und Niederlande - Eskalation in Paris

Die "Gelbwesten"-Proteste in Frankreich gehen weiter - und haben nun auch Belgien und die Niederlande erreicht. Hunderte Festnahmen, Tränengas, brennende Autos : die dramatischen Bilder aus Paris, Brüssel, Amsterdam und Rotterdam. (kad/dpa)

Rund 500 Demonstranten seien in Belgiens Hauptstadt bis vor die EU-Gebäude in der Innenstadt gezogen, die von der Polizei abgeriegelt worden seien, berichtete die Nachrichtenagentur Belga. Damit haben die Proteste, die in Frankreich begonnen hatten, auch das Nachbarland erreicht.
Einem kleinen Teil der Gruppe sei es gelungen, die Barrikade zu durchbrechen. Dabei seien Flaschen und ein Wegweiser auf Polizisten geworfen worden. Diese reagierte mit Tränengas.
Zeitgleich besetzten mehrere Hundert "Gelbwesten" einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt im Brüsseler Europaviertel. Die Polizei ging mit Wasserwerfern gegen die Straßenbesetzer vor.
Im Vergleich zu Brüssel ging es in Amsterdam sehr friedlich zu. Hier demonstrierten mehrere Hundert Menschen gegen die aus ihrer Sicht wachsende Kluft zwischen Arm und Reich. Neben dem Rücktritt der Regierung des rechtsliberalen Ministerpräsidenten Mark Rutte forderten Teilnehmer den Austritt aus der EU, ein niedrigeres Rentenalter sowie die Aufhebung von Umweltschutzmaßnahmen, wie die Amsterdamer Zeitung "Het Parool" berichtete.
Auch in Rotterdam wurde protestiert: "Es muss gerechter zugehen", lautete eine Forderung von rund 200 Demonstranten. Dort riefen die Organisatoren nach Angaben der niederländischen Nachrichtenagentur ANP die Teilnehmer auf, Ruhe zu bewahren und "einen schönen Tag" zu verbringen. Mit Ausschreitungen wie in Frankreich wurde nicht gerechnet.
Dort sind die Proteste am Samstag einmal mehr eskaliert. Im Pariser Zentrum brannten Autos ...
... die Polizei setzte schweres Gerät ein ...
... und ging mit Pfefferspray, Tränengas und Wasserwerfern gegen die Demonstranten vor. 8.000 Sicherheitskräfte waren im Einsatz.
Allein in Paris wurden bis zum Nachmittag rund 600 Menschen festgenommen. Die Protestbewegung "Gelbe Westen" fordert unter anderem Steuersenkungen. Ihre Wut richtet sich aber auch gegen Präsident Emmanuel Macron und dessen Reformpolitik.