Schwere Ausschreitungen im Bamberger Ankerzentrum: In der Nacht auf Dienstag haben Bewohner in der Aufnahmestelle für Asylbewerber erst das Sicherheitspersonal und dann die zur Hilfe gerufenen Polizisten attackiert. Es gibt elf Verletzte, neun Männer werden festgenommen.

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In einem Aufnahmezentrum für Asylbewerber in Bamberg ist es in der Nacht auf Dienstag zu einem massiven Polizeieinsatz gekommen. Insgesamt 100 Beamte wurden wegen schwerer Ausschreitungen in das Ankerzentrum gerufen, wie die Polizei Oberfranken mitteilte.

Nach Angaben der Polizei haben mehrere Bewohner zunächst Sicherheitsmitarbeiter der Einrichtung und später dann die eintreffenden Polizeibeamten angegriffen. Insgesamt elf Personen wurden verletzt, neun festgenommen. Von den Verletzten mussten neun wegen einer Rauchgasvergiftung behandelt werden.

Bamberg: Feuer bricht in einer der Wohnungen aus

Auslöser der Krawalle war offenbar eine Ruhestörung, infolge derer mehrere Bewohner des Zentrums den Sicherheitsdienst angegriffen und sich anschließend in dem Ankerzentrum verbarrikadiert haben. Als die ersten Polizeistreifen eintrafen, wurden diese mit Pflastersteinen beworfen.

Erst ein Feuer, das aus noch unbekannten Gründen in einer der Wohnungen ausgebrochen war, bewegte die Männer dazu, das Gebäude zu verlassen und sich festnehmen zu lassen.

Der Sachschaden an dem Gebäude wird auf etwa 100.000 Euro geschätzt. (szu)

Ankerzentrum lautete eines der Reizwörter in der Asyl-Debatte. Flüchtlinge dürften nicht kaserniert werden, schimpfen die Kritiker. Diese Art der Unterbringung beschleunige die Verfahren, argumentieren die Befürworter. In Bayern gibt es nun sieben dieser Einrichtungen. Ein Besuch im schwäbischen Donauwörth, wo rund 650 Menschen aus Gambia, Nigeria und der Türkei in einer ehemaligen Kaserne leben.