(cfl) - Verkehrsminister Peter Ramsauer hat eine Mission: Der CSU-Politiker ruft zum Kampf gegen englische Begriffe auf. Dass Tickets Fahrscheine sind, ist ja ok. Aber wer will schon einen "Klapprechner" mit sich herumtragen?

Normalerweise bezeichnen Deutsche ihre "Klapprechner" als Laptops, und auch der ramsauersche "Tafelschreibblock" läuft normalerweise unter dem Begriff Flipchart. Die Umwandlung will der Minister jetzt als Erfolg verkaufen, wie er dem "Tagesspiegel" verriet. Er habe dem Volk einfach aufs Maul geschaut.

Seit Monaten werden englische Begriffe im Verkehrsministerium auf deutsch getrimmt. So gibt es den "Second Level Support für die Hotline" nicht mehr. Er hört ab sofort auf den Namen "ergänzende Hilfsstelle für telefonische Notrufe". Das "Travel Management" machte Ramsauer zur "Reisestelle" und ein "Kickoffmeeting" schimpft sich nun "Auftaktveranstaltung".

Mutige Aktive im Straßenverkehr waren früher im Verkehrsministerium als "Highway Heroes" bekannt. Seit einiger Zeit bezeichnet der Bayer sie als "Helden der Straße".

"100 Prozent Zustimmung" habe es für seine Kampagne gegeben, so Ramsauer im "Tagesspiegel" weiter. Die "Tausenden Zuschriften und Anrufe" seien alle in eine Richtung gegangen. Jetzt solle die deutsche Sprache auch auf die Bahn AG Auswirkungen haben. Schließlich sei Bahnchef Rüdiger Grube ein "pragmatischer und handfester Mann", der in seinem Unternehmen in jeder Hinsicht aufräumen werde. Nötig wäre es, denn auch dort gibt es beispielsweise schon längst keine Informationsschalter mehr, sondern nur noch "Service Points".

Doch eigentlich gibt es bei der Bahn schon längst eine Initiative gegen Anglizismen. "Counter" heißen mittlerweile wieder "Schalter" und der "Flyer" schlicht "Broschüre. Ziel war es vor einem knappen Jahr "eine maximale Verständlichkeit gegenüber unseren Kunden zu erreichen", wie damals ein Sprecher dem "Stern" sagte. Eingeführte Bezeichnungen wie "Bahncard" oder "Call a bike" sollten jedoch beibehalten werden.