• Discounter Lidl reagiert nach seiner millionenschweren Einmalzahlung ein zweites Mal auf die Proteste der Landwirte gegen preisliche Ausbeutung.
  • Der Verkaufspreis für Schweinefleisch und Schweinefleischprodukte steigt.

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Der Discounter Lidl hat als Reaktion auf die jüngsten Protest- und Blockadeaktionen von Landwirten die Preise für Produkte aus Schweinefleisch erhöht.

Lidl verteuert Produkte aus Schweinefleisch

Lidl habe den Einkaufspreis für zehn Artikel aus dem Schweinefleischsortiment um einen Euro pro Kilogramm angehoben, als Folge steige der Verkaufspreis im gleichen Umfang, teilte Lidl am Donnerstag in Heilbronn mit.

Lidl hatte vergangene Woche schon angekündigt, über die Initiative Tierwohl 50 Millionen Euro zusätzlich an die Landwirte auszuzahlen.

Jetzt folge eine weitere Soforthilfemaßnahme für die unter Druck stehenden Schweinebauern, hieß es. Am Freitag will Lidl-Konkurrent Aldi Gespräche unter anderem mit der Bauern-Protestbewegung "Land schafft Verbindung" führen.

Traktoren als Druckmittel

2.189 reichste Personen weltweit übertreffen zusammen jährliche Wirtschaftsleistung Deutschlands

2.189 Personen weltweit übersteigen mit ihrem Vermögen zusammen die jährliche Wirtschaftsleistung Deutschlands. Dieses Vermögen stieg Berechnungen zufolge in der Coronakrise auf geschätzte 8,7 Billionen Euro. An der Spitze der reichsten Deutschen stehen eine Unternehmerfamilie und der Gründer eines Lebensmitteldiscounters.

Die sich in Existenznot sehenden Bauern klagen über zu geringe Erzeugerpreise und ein aus ihrer Sicht unfaires Gebaren der Einzelhandelsketten. In den vergangenen zwei Wochen blockierten sie mit ihren Traktoren in vielen Städten Zentrallager verschiedener Discounter und Supermarktketten.

Der Geschäftsführer der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) im niedersächsischen Damme, Torsten Staack, begrüßte die Reaktion Lidls. Er gehe davon aus, dass auch die anderen Händler nachziehen werden.

Den stark gefallenen Erzeugerpreisen stünden gestiegene Verbraucherpreise gegenüber. "Von den höheren Verbraucherpreisen ist bei den Bauern bislang nichts angekommen." Die Diskussion müsse zu einer auch für Bauern nachhaltigen Preispolitik führen. (dpa/hau)

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