Kälteschock: Die Vereisten Staaten von Amerika

Eine brutale Kältewelle hält die USA weiterhin in Kältestarre. Mindestens zehn Menschen kamen laut US-Medien bis Donnerstag infolge der arktischen Temperaturen ums Leben. Das öffentliche Leben blieb im Mittleren Westen ebenfalls eingefroren. Doch langsam könnte es wieder auftauen.

Einen Wasser"fall" kann man die Niagarafälle derzeit fast nicht nennen: Ein Teil ist durch die arktischen Temperaturen eingefroren.
Das Eis, das sich an der Unterseite einer Brücke am Lake Erie in Cleveland (Ohio) gebildet hat, erinnert an Stalaktiten in einer Höhle.
Ungewöhnliche Situationen erfordern ungewöhnliche Maßnahmen: John C. Anderson wagte sich mit nacktem Oberkörper und kurzen Hosen für Klimmzüge an einen Baum in Silvis (Illinois). Der 74-Jährige ist für seine Fitness-Stunts bekannt.
Auch die Menschen in Brooklyn rüsten sich gegen die Temperaturen. Der Nationale Wetterdienst warnt, der eisige Wind könne bereits binnen fünf Minuten Erfrierungen an ungeschützter Haut verursachen. "Es gibt Kälte und es gibt KÄLTE", erklärte die Behörde. "Eine extreme und gefährliche KÄLTE."
In St. Paul in Minnesota brach in einem Wohnhaus ein Brand aus. Das Löschwasser, mit dem die Feuerwehr die Flammen bekämpfte, sorgte für bizarre Eiszapfen. In den Bundesstaaten Michigan und Minnesota drohen wegen der auf Hochtouren laufenden Heizungen Engpässe in der Versorgung mit Erdgas. Die Lage wurde durch einen Brand in einer Gasanlage in Michigan noch verschärft.
Mal schnell die Post holen? Dank der Kältewelle ist das derzeit ein Ausflug, der gut geplant werden muss. Dieser Mann packt sich erst einmal dick ein, bevor er den Weg zum Briefkasten wagt. Besserung ist ab Freitag in Sicht. Der Nationale Wetterdienst sagt voraus, dass die Temperaturen im Mittleren Westen dann langsam steigen.
Dieses Fischerboot ist über und über mit Eis bedeckt. Die Besatzung bereitet sich darauf vor, den Anker zu setzen - bei diesen Temperaturen gar nicht so einfach.
Millionen Menschen kämpfen mit der Kältewelle in den USA. In Omaha (Nebraska) betreuen Sanitäter eine Person, die bei Minusgraden am Ufer des Carter Lake gefunden wurde.
In Minneapolis umarmt ein Pastor eine obdachlose Frau vor einer Kirche bei Temperaturen von unter 20 Grad Celsius. Der Mann liefert in der Innenstadt Kaltwetterkleidung, heiße Schokolade und Essen aus.
Dieses Bild strahlt Kälte aus: Der Lake Michigan im Mittleren Westen der USA ist komplett von Schnee und Eis bedeckt. Teilweise fielen die Temperaturen unter Minus 40 Grad. Im Örtchen Ponsford in Minnesota sollen sogar gefühlte Temperaturen - also in Verbindung mit der Windgeschwindigkeit - von minus 55 Grad Celsius errechnet worden sein.
Eisige Winde peitschen den Schnee auch durch die Straßen von Manhattan.
Es ist so kalt, dass sogar Seifenblasen innerhalb von Sekunden zu Eiskugeln gefrieren.
Der Wind pfeift über die Straße in Mount Joy in Pennsylvania: Krasse Schneeverwehungen machen die Fahrbahn unpassierbar.
Auch die Tiere leiden unter der Kälte: Kühe auf einer Farm in New Prague in Minnesota sind komplett von Raureif bedeckt. Der Tag in dem Milchviehbetrieb beginnt um 4 Uhr morgens bei Außentemperaturen von Minus 28 Grad.
Fast mystisch wirken die Niagara Fälle in Ontario in Kanada. Die Kältewelle in den USA ist historisch, es ist kälter als in der Antarktis. US-Medien fanden sogar heraus, dass es in einigen Orten der USA derzeit kälter ist als auf dem Mars. Zeit für Fotos muss trotzdem sein, so wie bei dieser Frau hier. Die Motive sind spektakulär.
Endzeitstimmung in Chicago - zumindest scheint es so, als hätte ein Katastrophenfilm die Stadt in Besitz genommen.
Der Lake Michigan vor der Skyline ist zu Eis erstarrt.
Geschäfte und Schulen sind geschlossen, Menschen bleiben in ihren Wohnungen, Flüge sind gestrichen, Post wird nicht mehr ausgetragen: Das öffentliche Leben in Chicago ist ebenfalls eingefroren.
Es gibt aber auch Menschen, die sich nicht so leicht in warme Wohnungen zurückziehen können. In Chicago versuchen Obdachlose, bei Minus 34 Grad in Zelten zu überleben. Die Behörden haben deswegen mehr als 60 Wärmestuben eingerichtet. Außerdem finden viele Menschen ohne Obdach Zuflucht in warmen Polizeidienststellen.
Wo hier die Haare aufhören und die Jacke beginnt, ist kaum festzustellen: Dieser Mann in New York City ist komplett vereist. Der Nationale Wetterdienst warnt davor, die Haut zu lange ungeschützt zu lassen. Das kann innerhalb von Minuten zu Erfrierungen führen.