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Auf der Straße liegt ein toter Fisch. Feuerwehrleute stehen zwischen den Trümmern des Berliner Hotels Radisson. Und wo zuvor ein Aquarium war, sind nur noch Scherben.
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Gäste des Radisson berichten, es habe am Morgen des 16.12.2023 einen lauten Knall gegeben. Den Grund wird man kurz darauf erfahren.
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Das 16 Meter hohe Aquarium Aquadom mit 1.500 Fischen war geplatzt, woraufhin sich eine Million Liter Wasser aus dem zerstörten Acrylglas-Zylinder unter anderem in das Hotel und auf die Straße ergossen.
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Fast ein Jahr später, am 11.10.2023 wurde in Berlin das Gutachten vorgestellt, das Antworten auf viele Fragen geben sollte.
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Am Ende präsentierte Ingenieur und Gutachter Christian Bonten aber nur drei Schadenshypothesen und betonte: "Wir haben keine eindeutigen Belege für die verschiedenen Schadenshypothesen."
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Warum genau das 16 Meter hohe Aquarium vergangenen Dezember platzte, könne daher nicht endgültig geklärt werden.
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Eine der Hypothesen beinhaltet das Versagen einer Klebenaht. Das sind die Stellen, an denen die einzelnen Teile des Aquariums während des Baus zusammengesetzt wurden. Dem Ingenieur zufolge sind die Nähte bekannte Schwachstellen.
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Ein weiterer möglicher Grund laut dem Gutachter: Es könne sein, dass das Becken bei einer Sanierung zwischen 2019 und 2020 durch eine Kerbe im Sockel des Aquariums beschädigt worden sei. Dadurch hätten sich Risse im Acrylglas bilden können.
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Im Zuge einer Sanierung wurde das Becken vollständig entleert und möglicherweise zu spät wieder mit Wasser befüllt - das ist die dritte Hypothese: "Die Wand wurde im Übermaße ausgetrocknet", erklärte Bonten. Dadurch könnten Spannungen im Acrylglas entstanden sein, die Risse verursachen oder begünstigen können. Das allein hätte aber nicht zum Platzen führen können.
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Es sei möglich, dass eine Kombination der verschiedenen Schäden das Acrylglas zum Zerbersten brachte, sagte der Kunststoffexperte und ergänzte in Bezug auf die Sanierung: "Aus meiner Sicht ist das nicht fachmännisch gemacht worden." Der Gebäudeeigentümer hatte das Gutachten in Auftrag gegeben.
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Gemeinsam mit einem weiteren Ingenieur hatte der Kunststoffexperte die mehr als 700 Bruchstücke in einer Lagerhalle in Brandenburg akribisch untersucht. Einzelne Bruchstücke transportierte Bonten zum Teil in einem Rollkoffer quer durch Deutschland, um sie in einem Labor genauer unter die Lupe zu nehmen. Eine absichtliche Beschädigung des Wasserbeckens wurde bereits im August ausgeschlossen.
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Die Versicherung komme für den Schaden auf, sagte der Sprecher des Gebäudeeigentümers, Fabian Hellbusch. Der Gebäudeschaden liege mindestens in einem hohen zweistelligen Millionenbereich.