Das Atomkraftwerk Tihange 2 in Belgien darf weiterlaufen. Die Städteregion Aachen scheiterte mit einer Klage. Risse im Reaktor bereiten den Menschen Angst.

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Die Städteregion Aachen ist mit einer Klage auf Stilllegung des als marode kritisierten belgischen Atomkraftwerks Tihange 2 gescheitert. Ein Gericht erster Instanz in Brüssel wies den Antrag am Donnerstag ab.

Dahinter standen neben der Städteregion Aachen auch das niederländische Maastricht, die luxemburgische Stadt Wiltz und weitere Kläger. Sie hatten Gefahren für Leib und Leben durch das Kraftwerk geltend gemacht. Dem folgte das Gericht nicht.

Risse im Reaktor

Im Betonschutz des belgischen Reaktors, der rund 60 Kilometer von Aachen entfernt liegt, waren 2012 feinste Risse entdeckt worden. Er stand danach zeitweise still, wurde aber 2015 wieder angefahren.

Die Klage richtete sich gegen diese Entscheidung der Aufsichtsbehörde FANC. Deren Generaldirektor Frank Hardeman zeigte sich nach dem Urteil zufrieden. "Wir haben 2015 unsere Arbeit gut gemacht und sind glücklich, dass das Gericht dies jetzt bestätigt hat."

Für die Kläger äußerte sich Städteregionsrat Tim Grüttemeier enttäuscht. "Ich bin immer noch der festen Überzeugung, dass wir sehr gute Argumente vorgebracht haben, damit das gefährliche Spiel der Betreiber mit der Sicherheit von Millionen Menschen endlich ein Ende hat", erklärte Grüttemeier zum Urteil.

Tihange 2 geht 2023 vom Netz

Die Auseinandersetzung um den "Bröckelreaktor" habe dennoch etwas Gutes. "Mittlerweile ist klar geworden, dass es zumindest für diesen gefährlichsten belgischen Meiler Tihange 2 keine Laufzeitverlängerung geben wird und er 2023 vom Netz gehen wird", fügte er hinzu.

Die "unerträgliche Situation der ständigen Angst vor einem Unfall" werde in absehbarer Zeit ein Ende haben.  © dpa

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