Limo, Cola und Co. haben einen schlechten Ruf. Eine neue Studie zeigt nun: Besonders viel von den zuckerhaltigen Getränken kann das Sterberisiko erhöhen. Wie viel schlecht ist und welche Ernährungsfehler dem Herzen außerdem schaden.

Das Trinken von zuckerhaltigen Getränken wie Limonade, Cola, Frucht-Drinks oder Fruchtsaft kann einer Beobachtungsstudie zufolge mit einem höheren Sterberisiko verbunden sein.

Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler der American Heart Association*, die Erwachsene ab einem Alter ab 45 untersuchten.

Risiko doppelt so hoch

Besonders Menschen, die täglich große Mengen konsumieren, scheinen ein höheres Risiko zu haben, an den Folgen einer Herzkrankheit oder anderen Störungen im Herz-Kreislauf-System zu sterben.

Demnach war für die Studienteilnehmer, die täglich 0,7 Liter oder mehr tranken, das Risiko doppelt so hoch wie für die, die weniger als 30 Milliliter am Tag zu sich nahmen.

Die Forscher untersuchten zudem, ob zuckerhaltige Lebensmittel einen ähnlichen Effekt haben. Das Forscherteam um Jean Welsh konnte jedoch keinen Zusammenhang zwischen zuckerhaltigen Lebensmitteln und einem erhöhten Sterberisiko feststellen.

Die Wissenschaftler vermuten, dass Menge und Häufigkeit der süßen Getränke, die fast keine weiteren Nährstoffe enthalten, den Körper quasi mit Zucker überfluten.

Bei den süßen Lebensmitteln sei dies jedoch anders. Sie enthalten oft auch Fett oder Eiweiß. Diese Kombination könne die Verstoffwechselung verlangsamen und so die unterschiedliche Wirkung erklären.

Elf Faktoren, die sich negativ auswirken

Andere Studien haben bereits einen Zusammenhang zwischen zugesetztem Zucker und Fettleibigkeit und verschiedenen chronischen Krankheiten nachgewiesen.

So haben Wissenschaftler bei den Lifestyle and Cardiometabolic Health Scientific Sessions die einflussreichsten Ernährungsfaktoren vorgestellt. Sie basieren auf den Daten des National Health and Nutrition Examination Survey, wie die "Ärztezeitung" berichtet.

Demnach wirken sich elf Faktoren negativ auf Herz und Kreislauf aus.

Zu viel:

  • Zuckergesüßte Getränke mehr als 5 Gramm pro Tag
  • Verarbeitetes Fleisch mehr als 4 Gramm pro Tag
  • Transfettsäuren mehr als 1 Prozent des Energietagesbedarfs
  • Salz mehr als 5 Prozent des 24-Stunden Urinwertes

Zu wenig:

  • Obst weniger als 200 bis 300 Gramm pro Tag
  • Gemüse weniger als 340 bis 500 Gramm pro Tag
  • Vollkornprodukte weniger als 100 bis 150 Gramm pro Tag
  • Nüsse und Samen weniger als 16 bis 25 Gramm pro Tag
  • Ballaststoffe weniger als 19 bis 28 Gramm
  • Omega-3-Fettsäuren weniger als 200 bis 300 Milligramm pro Tag
  • Mehrfach ungesättigte Fettsäuren weniger als 9 bis 13 Prozent des Energietagesbedarfs

Foodwatch kritisiert Coca-Cola scharf

Dass mit Zucker gesüßte Getränke gesundheitliche Risiken bergen, davor warnt auch die Verbraucherorganisation Foodwatch.

Dem Coca-Cola-Konzern wirft sie vor, für die Zunahme von Fettleibigkeit und Diabetes mitverantwortlich zu sein.

Der Weltmarktführer von Limonaden verharmlose wissenschaftlich belegte Risiken seiner zuckerhaltigen Getränke, sagte der Geschäftsführer von Foodwatch Deutschland, Martin Rücker, am Mittwoch in Berlin.

Coca-Cola versuche zudem, durch Lobbyarbeit Werbeverbote und Sondersteuern zu torpedieren. Mit Kampagnen im Internet und Fernsehen würden besonders Kinder und Jugendliche ins Visier genommen, kritisierte Foodwatch. In einem 100-seitigen Bericht hat der Verein die seiner Ansicht nach fragwürdige Strategie des US-Herstellers zusammengefasst.

Coca-Cola wies die Vorwürfe zurück. Man investiere überproportional viel in die Werbung für Getränke ohne oder mit weniger Zucker, hieß es am Mittwoch in einer Stellungnahme. Coca-Cola werbe außerdem nicht in Medien, die sich mehrheitlich an Kinder unter zwölf Jahren richten. Diese Selbstverpflichtung werde regelmäßig von unabhängigen Dritten überprüft. (fab/ dpa)

* An der Untersuchung des Forscherteams von der Emory University (US-Bundesstaat Atlanta) nahmen 30.183 Menschen im Alter ab 45 Jahren teil. Insgesamt aber wurden nur 17.930 Probanden in der Studie berücksichtigt, da einige der Teilnehmer mit bereits bestehender Herzkrankheit, Schlaganfall und Typ-2-Diabetes bei der Untersuchung ausgeschlossen wurden. Beobachtet wurden die Probanden über einen Zeitraum von etwa sechs Jahren. Außerdem werteten die Wissenschaftler Todesaufzeichnungen aus. Die American Heart Association weißt in ihrer Mitteilung ausdrücklich darauf hin, dass die Studie einen Trend identifiziert - nicht aber Ursache und Wirkung beweist.