(mgb/rh) Seide ist edel, luxuriös und kann manchmal auch richtig sexy sein. Doch der natürliche Stoff bietet mehr, als diese oberflächliche Betrachtung vermuten lässt. Denn Seide hilft auch in medizinischer Sicht bei Infektionen und kann sogar der Hautalterung entgegenwirken, wie aktuelle Studien beweisen.

Eine Untersuchung der Universität von Bologna fand kürzlich heraus, dass Unterwäsche aus speziell behandelter Seide Frauen mit Infektionen im Genitalbereich helfen kann, wie die Online-Ausgabe der britischen Zeitung "The Daily Telegraph" berichtet. An der Studie nahmen Frauen teil, die an einer hartnäckigen Pilzinfektion erkrankt waren und deren Behandlung mit herkömmlichen Mitteln gescheitert war.

Die Patientinnen wurden in zwei Gruppen unterteilt. Eine Gruppe trug Seidenunterwäsche, die andere Gruppe musste zur Kontrolle Baumwollslips anziehen. Das Ergebnis nach sechs Monaten: Die Heilungschancen bei den Seidenträgerinnen besserten sich deutlich. Die meisten Symptome klangen in neun von zehn Fällen ab, außerdem wurde ein erneutes Auftreten der Infektion halbiert. Zwar trat auch bei der Kontrollgruppe mit den Baumwollslips eine Besserung ein, allerdings nur in 20 bis 40 Prozent der Fälle.

Doch Seide wirkt nicht nur unter der Gürtellinie medizinisch, auch der Haut im Allgemeinen kann der Stoff helfen. So gab es bereits vor rund 20 Jahren wissenschaftliche Untersuchungen zur Wirkung von Seide bei Hautkontakt. Schweizer Forscher fanden damals heraus, dass sich Serizin, ein Eiweiß im Seidenstoff, an das in der Haut vorhandene Protein Keratin anheften kann und so eine Schutzschicht formt. Diese Barriere hält die Feuchtigkeit im Hautgewebe und kann zur Rückbildung kleinerer Fältchen führen und das Auftreten von Unreinheiten verhindern.