(fa) - Schon immer haben Menschen anregende Substanzen zu sich genommen - zur Leistungssteigerung, als Arznei oder als Genussmittel.

Doch welche Stoffe sind das? Wie wirken sie im menschlichen Körper? Und in welchen Pflanzen sind diese Stoffe enthalten? Hier kommen unsere natürlichen Muntermacher, für die alle gilt: Eine Selbstbehandlung mit diesen Stoffen sollte vorher unbedingt mit dem Hausarzt besprochen werden.

Koffein

Der Hauptwirkstoff im Kaffee ist der bekannteste aller Muntermacher. Aber Koffein steckt nicht nur im Kaffee - es ist auch in über 60 anderen Pflanzen enthalten. Die bekanntesten davon sind Tee, Mate und Kakao.

Den beliebten Energy-Drinks und Cola-Getränken wird synthetisch erzeugtes Koffein beigemischt. Viele Wellness-Produkte enthalten natürliches Koffein in Form von Guarana-Extrakt.

Die Wirkungen von Koffein

Koffein verkürzt die Reaktionszeit, erhöht die Lernbereitschaft und hebt die Stimmung. Interessanterweise erhöhen aber sowohl koffeinhaltiger als auch entkoffeinierter Kaffee die Aktivität der Nerven.

Der Stoff hat eine harntreibende Wirkung und regt auch die Darmaktivität an. Zudem kann es Kopfschmerzen beseitigen - seine schmerzlindernde Wirkung wird daher pharmazeutisch genutzt: In den gängigsten Schmerztabletten ist Koffein einer der drei Hauptwirkstoffe. Neueren Studien zufolge wirkt Koffein sogar gegen Krebstumore.

Warnungen und Nebenwirkungen

Koffein ist ein natürlicher Stoff, der in Maßen von allen Altersgruppen konsumiert werden kann. Lediglich Schwangere sollten bewusst damit umgehen und während der Schwangerschaft und in der Stillzeit gar kein Koffein zu sich nehmen: Das Risiko einer Totgeburt steigt einer dänischen Studie zufolge mit der Anzahl der täglich konsumierten Kaffeemenge.

Demnach haben Frauen, die täglich vier bis sieben Tassen Kaffee trinken, ein um 80 Prozent erhöhtes Risiko einer Totgeburt als Nicht-Kaffeetrinkerinnen. Übermäßiger Kaffeekonsum während der Schwangerschaft kann laut Studie zudem für ein vermindertes Geburtsgewicht und die erhöhte Gefahr einer Frühgeburt verantwortlich sein.

Rosmarin

Rosmarin ist hauptsächlich als Küchengewürz bekannt und im Mittelmeerraum heimisch. Weniger bekannt ist, dass Rosmarin als Heilkraut ein wahrer Muntermacher für müde oder erschöpfte Menschen ist. Es kann als Tee, Wein, Tinktur, Bad oder Salbe verabreicht werden.

Bereits in Aufzeichnungen aus dem Jahr 1582 findet sich eine Beschreibung der Hauptwirkung von Rosmarin, wie auf der Seite "naturheilmagazin.de" zu lesen ist. Der Arzt Adamus Lonicerus hielt in seinem "Kreuterbuch" fest: "Roßmarin, in Wein gesotten, ist gut für Ohnmächtigkeit oder Unkräffte deß Hertzens."

Wirkung

Rosmarin ist der Alleskönner unter den Muntermachern: Er wirkt blutstillend, anregend, hat antibakterielle Wirkung, lindert Schmerzen und hilft bei Atembeschwerden, Appetitlosigkeit, Gicht, Erschöpfungszuständen, Migräne, Menstruationsbeschwerden und Haarausfall.

Aufgrund seiner stärkenden Wirkung auf den Kreislauf und das zentrale Nervensystem ist Rosmarin zudem das ideale Mittel gegen Kreislaufschwäche und niedrigen Blutdruck.

Warnungen und Tipps

Schwangere sollten Rosmarin überhaupt nicht verwenden.

Das Kraut blüht zwischen März und Mai, manchmal auch im September. Die Blüten sind hellblau. Die Blätter werden am besten kurz vor der Blüte gesammelt - dann ist der Wirkstoffgehalt in den Blättern am größten.

Johanniskraut

Das Johanniskraut gehört zu den am besten untersuchten Heilkräutern. Bereits in Büchern aus dem 17. Jahrhundert wird die Wirkung des Johanniskrauts erwähnt: Damals wurde es gegen Depressionen und Schwermut eingesetzt.

Die Pflanze hebt nachweislich die Stimmung und hat eine motivationsfördernde Wirkung. Daher wird es auch heute noch verwendet. Zudem bestätigt die Forschung, dass ein chemischer Bestandteil des Johanniskrauts Bakterien und Pilze tötet.

Johanniskraut steht in dem Ruf, wie keine andere Pflanze Sonne aufzunehmen, zu speichern und an uns Menschen wieder "abgeben" zu können. Es enthält als Wirkstoff Hypericin, das als Arznei als Antidepressivum eingesetzt wird. In der Homöopathie wird es gegen Nervenleiden, Depressionen und Abgespanntheit eingesetzt.

Johanniskraut kann als Tee, Tinktur, Auszug, Umschlag oder als Bad verabreicht werden und wirkt antibakteriell, beruhigend, entzündungshemmend und wundheilend. Verdauungsbeschwerden, Hautprobleme und Verspannungen lassen sich ebenso erfolgreich mit Johanniskraut behandeln wie Rheuma und Ischias.

Warnungen und Hinweise

Johanniskraut macht empfindlich gegen Sonneneinstrahlung. Es sollte also möglichst nicht vor Sonnenbädern benutzt werden. Manche Medikamente werden durch Johanniskraut abgeschwächt, unter anderem kann die Wirkung der Pille beeinträchtigt werden. Bei leichten Depressionen und Verstimmungen kann Johanniskraut helfen - schwere Depressionen sind eine Krankheit und müssen immer von einem Arzt behandelt werden.

Ginkgo

Zur täglichen Steigerung des Wohlbefindens setzen viele Menschen auf die Wirkung der Extrakte aus Ginkgo-Blättern. Der Baum ist 250 Millionen Jahre alt und damit die älteste noch lebende Pflanze.

Die heilende Wirkung des Gingko-Baumes wurde erstmals bereits vor rund 2.000 Jahren in China beschrieben. Im Mittelalter wurden die Blätter des Baumes zur Behandlung von Bronchialerkrankungen verwendet. Auch gegen Tuberkulose, Erfrierungen, Hautkrankheiten und Magenleiden wurde die Pflanze eingesetzt.

Wirkung

Die Landesapothekerkammer Baden-Württemberg bescheinigt Gingko als Arzneipflanze eine "nachgewiesene Wirkung zur Verbesserung der Hirnleistungsfunktion und der Durchblutung".

Der Grund für die positive Wirkung von Ginkgo ist wohl die hohe Konzentration seiner heilenden Inhaltsstoffe Flavonoide und Terpenoide. Letztere sind ausschließlich im Ginkgo-Baum enthalten. Diese Stoffe sind so komplex zusammengesetzt, dass es bislang noch nicht gelungen ist, sie künstlich herzustellen.

Ginkgo verbessert die Gedächtnisleistung und verlangsamt Alzheimer. Wegen seiner durchblutungsfördernden Wirkung eignet sich Ginkgo auch zur Therapie von Venenerkrankungen. Seine wundheilende Wirkung ist ebenfalls enorm, egal ob als Pflaster oder Tee. Auch Depressionen, Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen sollen durch Ginkgo-Behandlungen verschwinden.

Warnungen und mögliche Nebenwirkungen

Zubereitungen aus Ginkgoblättern sollten vorsichtshalber nicht während der Schwangerschaft oder Stillzeit angewendet werden.

Nebenwirkungen sind selten. Dennoch können Ginkgo-Präparate Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen oder allergische Reaktionen auslösen.

Bei der gleichzeitigen Einnahme von Medikamenten, die die Blutgerinnung hemmen, sollte vor der Anwendung von Ginkgo ein Arzt befragt werden.

Bei falscher Anwendung von Ginkgo kann sich eine Behandlung sogar in ihr Gegenteil verkehren: "Werden die Ginkgo-Blätter falsch extrahiert, können im Extrakt schädliche Inhaltsstoffe, die so genannten Ginkgol-Säuren, enthalten sein", warnt die Landesapothekerkammer Baden-Württemberg.