Jährlich erkranken etwa 500.000 Menschen in Deutschland an einer Lungenentzündung. Die Krankheitsfälle treten vermehrt als Folge eines verschleppten grippalen Infekts in der kalten Jahreszeit auf. Doch es gibt noch andere Möglichkeit, sich eine Pneumonie einzufangen. Mehr dazu erfahren Sie hier.

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Häufig entsteht eine Lungenentzündung durch einen verschleppten grippalen Infekt. Wer eine starke Erkältung oder eine echte Grippe nicht richtig auskuriert, läuft Gefahr, dass daraus eine Pneumonie wird, wie die Entzündung der Lunge medizinisch genannt wird.

Ursachen für eine Lungenentzündung können sein:

  • Bakterien, zum Beispiel Pneumokokken, Staphylokokken, Streptokokken, Legionellen
  • Viren
  • Pilze
  • Parasiten
  • Allergien
  • Einatmen von Giftstoffen oder chemischen Substanzen

Die Legionellen-Pneumonie, auch Legionärskrankheit genannt, ist eine spezielle Form der Lungenentzündung. Sie entsteht durch Legionellen. Diese Bakterien sind in geringer Anzahl im Grundwasser enthalten und können sich in den Wasserleitungen von Gebäuden bei einer Temperatur von 25 bis 45 Grad Celsius schnell vermehren. Ist das Wasser jedoch über 60 Grad warm oder kälter als 20 Grad, werden sie abgetötet oder träge. Der Erreger kann sich bereits durch feine Tröpfchen über die Luft verbreiten, eine Ansteckung ist durch Einatmen beim Duschen schnell geschehen. Auch Luftbefeuchter gelten als wahre Bakterienherde.

Die Inkubationszeit einer Lungenentzündung ist sehr unterschiedlich und abhängig vom Krankheitserreger. Ist die Pneumonie viral bedingt, können die Symptome bereits innerhalb weniger Stunden nach der Ansteckung auftreten. Je nach Virus kann das allerdings auch mehrere Wochen dauern. Sind Bakterien die Auslöser, bricht die Krankheit nach ein bis zwei Tagen oder mehreren Wochen aus. Außerdem hängt es vom Erreger ab, ob die Lungenentzündung ansteckend ist.

Kann man einer Lungenentzündung vorbeugen?

Jedes Jahr sterben zahlreiche Menschen an den Folgen einer Grippe, obwohl man sich vor der Erkrankung mit einer Impfung schützen kann. Doch viele stehen ihr skeptisch gegenüber. Wir klären mit einem Experten, für wen die Impfung wichtig ist.

Es gibt eine Impfung gegen Pneumokokken, die zu den häufigsten Auslösern einer bakteriellen Lungenentzündung zählen. Die Prophylaxe wird überwiegend Kindern ab dem 2. Lebensmonat und älteren Menschen über 60 Jahren empfohlen, hilft jedoch nur gegen eine Infektion mit den speziellen Bakterien. Andere Erreger können daher trotz Impfung zu einer Lungenentzündung führen. Deshalb ist es wichtig, sich bei einer Grippeerkrankung oder einem grippalen Infekt ausreichend zu schonen, bis die Krankheit gänzlich auskuriert ist.

Um einer Infektion mit Legionellen vorzubeugen, sollte regelmäßig ein Test des Wassers in den Leitungen durchgeführt werden. Außerdem hilft das Erwärmen auf über 60 Grad Celsius. Wer beruflich häufig giftigen Dämpfen ausgesetzt ist, sollte dabei unbedingt eine Schutzmaske tragen.

Was sind die Symptome einer Lungenentzündung?

Die Symptome einer Lungenentzündung ähneln denen einer Bronchitis oder Grippe, nur treten sie in der Regel verstärkt auf. Ältere Menschen leiden meist unter besonders starken Symptomen. Typische Anzeichen sind:

  • allgemeines Krankheitsgefühl
  • Schüttelfrost
  • Husten mit oder ohne Auswurf, der auch blutig sein kann
  • Atemnot, Schmerzen beim Atmen
  • Kopfschmerzen
  • Fieber

Die Lungenentzündung muss nicht immer den typischen Verlauf nehmen und ist auch ohne Fieber möglich. Insbesondere bei einer atypischen Pneumonie, die nicht durch Bakterien, sondern meist durch Viren verursacht wird, können manche Symptome schwächer ausgeprägt sein.

Wie verläuft eine Lungenentzündung? ­

In den meisten Fällen heilt eine Lungenentzündung bei entsprechender Behandlung gut aus. Bleibt eine Lungenentzündung jedoch unbehandelt oder schont sich der Patient nicht ausreichend, kann sie tödlich enden. Deshalb ist es auch bei einer leichten Erkältung, Bronchitis oder Grippe ratsam, die Erkrankung nicht zu verschleppen, sondern auszukurieren.

Die Dauer einer Lungenentzündung kann sehr unterschiedlich sein. Ohne Komplikationen dauert sie in der Regel zwei bis drei Wochen. Bei einem ungünstigen Verlauf kann sich die Dauer erhöhen, sodass die Lungenentzündung bis zu zwölf Wochen anhält. In solchen Fällen spricht man auch von einer chronischen Lungenentzündung.

Insbesondere bei Kindern, alten Menschen, chronisch Kranken oder Menschen mit schwachem Immunsystem kann eine Infektion lebensgefährlich werden. Deshalb sollte die Behandlung am besten in einem Krankenhaus stattfinden.

Wie wird eine Lungenentzündung behandelt?

Der Arzt stellt beim Abhören des Brustkorbs rasselnde Geräusche fest, die typisch für eine Lungenentzündung sind. Zur Absicherung der Diagnose kann er ein Röntgenbild machen.

Je nach Befund und Auslöser beginnt die Therapie der Lungenentzündung mit der Einnahme von Antibiotika oder Medikamenten, welche die Vermehrung von Viren hemmen. Zusätzlich verabreicht der Arzt je nach Ausprägung der Symptome Schmerzmittel, fiebersenkende Tabletten und Medikamente, die das Abhusten des Sekrets erleichtern.

Die Grundlage der Behandlung ist jedoch absolute Ruhe und Schonung. Wichtig ist nämlich, dass die Lungenentzündung komplett ausheilt. Patienten, die dies nicht tun, riskieren einen Rückfall, der nicht selten schlimmer ist als die Ersterkrankung.

Die Informationen in diesem Artikel ersetzen keine persönliche Beratung und Behandlung durch einen Arzt.

Verwendete Quellen:

  • Netdoktor: "Lungenentzündung"
  • Lungeninformationsdienst: "Lungenentzündung"
  • Lungenärzte im Netz: "Lungenentzündung: Vorsorge"

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