Ein kleiner Pieks kann Leben retten: Bluttransfusionen spielen in der Medizin eine immer größere Rolle, nicht nur nach Verletzungen. Doch es gibt zu wenig Spender - allerdings darf auch nicht jeder spenden, der will.

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Jeder Dritte könnte - aber nur drei Prozent tun es. In Deutschland droht ein Blutspender-Mangel. Und je älter die Gesellschaft wird, desto schlimmer wird er, warnt die Deutsche Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie.

Die wichtigsten Fakten im Überblick, erläutert von den Blutspendediensten des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und von der BZgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung):

Wer kann spenden?

Im Grunde jeder gesunde Erwachsene bis zu einem gewissen Alter. Wann genau Schluss ist, legen die jeweiligen Dienste selbst fest: Erstspender dürfen oft höchstens 65 sein, Routiniers auch älter, im Zweifel entscheiden die Fachleute vor Ort.

Seit der letzten Blutspende muss zudem etwas Zeit vergangen sein - wie viel genau, ist je nach Art der Spende unterschiedlich.

Und wer darf nicht?

Es gibt Menschen, die zwar gesund und im richtigen Alter für eine Blutspende sind, die aber vorübergehend ausgeschlossen sind: Schwangere zum Beispiel, frisch Geimpfte oder Reisende, die gerade in Risikogebieten für bestimmte Krankheiten waren.

Auch wer häufig Sex mit unterschiedlichen Partnern hat, oder als Mann generell mit Männern, darf ein Jahr danach nicht spenden. Dauerhaft ausgeschlossen sind vor allem Menschen mit bestimmten Infektionen und Erkrankungen - Diabetiker zum Beispiel, die Insulin nehmen.

Wie läuft die Spende?

Spender müssen einen Fragebogen ausfüllen, werden ärztlich untersucht, dann folgt die Blutspende. Bei der klassischen Vollblutspende fließen 450 bis 500 Milliliter, das dauert nur ein paar Minuten.

Danach dürfen sich Spender 20 bis 30 Minuten ausruhen, essen und trinken - insgesamt dauert der ganze Vorgang so etwa 45 bis 60 Minuten. Dazu gibt es weitere, teils aufwendigere Formen wie die Thrombozyten- oder die Plasmaspende.

Wie geht es mir nach der Spende?

Wer vorher und nachher ausreichend gegessen und getrunken hat, sollte die Spende gut überstehen. Auf Alkohol, Drogen und anstrengendes Training sollte man danach aber verzichten. Und wer sich ohnehin nicht ganz fit fühlt, lässt das Spenden an diesem Tag besser ganz.

Was bekomme ich dafür?

Einen Imbiss und das gute Gefühl, etwas für die Mitmenschen getan zu haben. Bei manchen Diensten gibt es darüber hinaus auch eine Aufwandsentschädigung - manchmal bar, manchmal als Gutschein.

Für die etwas aufwendigeren Spenden gibt es mehr Geld, teils auch nur für diese. Mehr als 50 Euro sind in der Regel aber ohnehin nicht drin.

Was passiert danach?

Das Blut wird untersucht und dann denen zur Verfügung gestellt, die es brauchen. Fast ein Fünftel kommt inzwischen bei der Krebsbehandlung zum Einsatz. Weitere Anwendungsgebiete sind Herzerkrankungen, Verletzungen nach Unfällen oder Komplikationen bei einer Geburt.

Erstspender erhalten nach der ersten Spende einen Ausweis. Damit lassen sich geleistete Blutspenden leichter nachverfolgen - das erleichtert beim nächsten Termin die Anmeldung.  © dpa

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