Die 29-Jährige, geboren in Wien, ist die jüngste Tochter von Hans Michel Piëch, Bruder des verstorbenen Ferdinand Piëch – ihr Vater hatte sie in der jüngsten Aufsichtsratssitzung zur Wahl vorgeschlagen. Ihre Ausbildung genoss sie im Schweizer Elite-Internat Zous, wo auch schon Vater und Onkel Ferdinand Piëch die Schulbank drückten. Das Internat im Oberengadin kostet im Jahr rund 84.000 Euro, vermittelt (mehrsprachige) Bildung und fördert die Entwicklung von Persönlichkeit und Führungskompetenz.

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Sophie Piëch forscht an Krebs-Medikamenten

Piëch studierte anschließend Bio-Chemie an der Universität in Zürich und im Anschluss Arzneimittelforschung und -entwicklung am University College London. Seit 2020 ist sie Doktorandin im Bereich der Krebsforschung am CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien. Gleichzeitig hat sie einen Lehrgang zur Vorbereitung von Aufsichtsratstätigkeiten absolviert und ist darüber hinaus noch eine Geschäftsführerin in der Beteiligungsfirma ihres Vaters, der Dr. Hans Michel Piëch GmbH. Darüber hinaus ist sie Anteilseignerin an der Porsche SE.

Zu weiteren Aufsichtsräten der Porsche-Dachgesellschaft steht sie in verwandtschaftlichen Verhältnissen. Ihr Vater ist wie oben erwähnt Hans Michel Piëch. Sie ist Nichte zweiten Grades von Wolfgang Porsche (Aufsichtsratschef), Cousine von Josef Ahorner (u.a. Audi Aufsichtsrat) sowie Schwester von Stefan Piëch, den sie im Aufsichtsrat ablöst. Außerdem ist sie eine Cousine zweiten Grades von Ferdinand Oliver Porsche und Peter Daniell Porsche.

Scharfe Kritik am Aufsichtsrats-Posten

Sophie Piëch ist seit Frühjahr 2023 mit Arthur Resetschnig verheiratet. Der 39-Jährige ist Enkel des Wiener Industriellen Karl Kahane. Die Familie besitzt unter anderem die Privatbank Gutmann, die rund 25 Milliarden Euro verwaltet. Mit der Ehe konvertierte sie auch zum jüdischen Glauben.

Mit der Bestellung zur Aufsichtsrätin gab es im Juli auch teils heftige Kritik. In der Wirtschaftswoche beklagten Christian Strenger, Professor für Corporate Governance sowie ehemaliger Chef der Fondgesellschaft DWS und Marc Liebscher, Vorstandsmitglied der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), die Tradition der Porsche SE, wichtige Posten mit Familienmitgliedern zu besetzen. Es sei begrüßenswert, eine Frau in das Kontrollgremium zu wählen, Porsche sei aber kein Ausbildungsbetrieb für die Eigentümerfamilien. Fraglich sei außerdem, so die beiden, ob Sophie Piëch die nötigen Voraussetzungen für die Wahrung der Interessen aller Aktionäre erfülle. Darüber hinaus wird kritisiert, dass sich die Familie an ihre Posten klammert. So hat Wolfgang Porsche mehrfach die Aufsichtsrats-Altersgrenze von 75 Jahren ignoriert und sich wieder wählen lassen.

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Piech-Porsche-Clan fast 39 Milliarden schwer

Die Porsche Automobile Holding SE ist mit 53,3 Prozent der Stammaktien an Volkswagen und mit 25 Prozent an der Porsche AG beteiligt. Die Familien Porsche und Piëch lenken damit Europas größten Automobilkonzern. Dem Porsche-Piëch-Clan gehörte ein Vermögen von rund 38,8 Milliarden Euro.  © auto motor und sport

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