Sobald es um Bugatti geht, lauert in jedem zweiten Satz ein Superlativ. Die Themenfelder sind dabei konstant. Geschwindigkeit, Leistung, Preis – das hat Tradition. So gilt schon der Type 57 SC Atlantic aus den 1930er-Jahren heute als wohl teuerstes Automobil der Welt. Nur vier Stück wurden gebaut, drei existieren, eines ist verschollen. Das zuletzt gebaute Exemplar besitzt und fährt übrigens Modeschöpfer Ralph Lauren. 40 Millionen Dollar hat er auf einer Auktion für das seltene Coupé bezahlt.

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Ein anderes Exemplar steht im Mullin Automotive Museum in Oxnard im US-Bundesstaat Kalifornien. Jenes, das ursprünglich Nathaniel Mayer Victor Rothschild im Jahr 1936 erworben hatte, doch das ist hier nicht wichtig. Wichtig ist, dass sich der Atlantic dort ins Gedächtnis einer begeisterten Autoliebhaberin eingebrannt hat. Einer Autoliebhaberin, deren Ehemann sie 20 Jahre später anlässlich ihres 70. Geburtstags nach Molsheim ausführt, auf dass sie sich dort ihren eigenen Bugatti Chiron Super Sport konfigurieren möge.

Originalfarbe, neuer Grill

Während sie über das Gelände schlendert, stößt die Glückliche auf ein 1:1-Modell des 57 SC Atlantic und die Erinnerung an das Museumsstück flammt auf. Die Grundlinie der Chiron-Konfiguration war damit gesetzt und so machte sich Chefdesigner Jascha Straub mit einem Farbmuster auf den Weg zum Original, um exakt den Farbton zu bestimmen, der bereits 20 Jahre zuvor für Verzückung gesorgt hatte. Das Ergebnis ist ein Blauton mit silbernem Schimmer, der neben der Karosserie auch die Felgen ziert.

Der klassische Hufeisengrill an der Front des 57 One of One getauften Einzelstücks orientiert sich ebenfalls am Urahn. Kein Wabengitter, sondern blank polierte Senkrecht-Streben füllen die Form. Eine handgezeichnete Silhouette des Atlantic komplettiert zusammen mit der Typbezeichnung auf der Unterseite des Heckflügels das maßgefertigte Exterieur.

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Im Innenraum taucht beides wieder auf. Die Silhouette eingestickt in die Türtafeln, die "57" als Emblem auf der Mittelkonsole. Die Kopfstützen ziert die Skulptur "Tanzender Elefant" von Rembrandt Bugatti, Leder in unterschiedlichen Braun-Tönen bestimmt ansonsten das Bild. Über den Preis des Einzelstücks ist freilich nichts bekannt. Für diese Information wird vermutlich erst jemand das Auto in 80 bis 90 Jahren bei einer Auktion erstehen müssen. Wobei eins klar sein dürfte: Wertverlust ist nicht zu erwarten.   © auto motor und sport

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