Angesichts des globalen Charakters des Coronavirus-Ausbruchs, befasst sich UNICEF weltweit mit Vorbereitungen und Notfallplänen für COVID-19. Während das Coronavirus weltweit zahlreiche Menschen bedroht, leiden die Venezolaner schon lange unter unerträglichen Bedingungen, die ihre Gesundheit und ihr Leben gefährden.

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Estefany musste ihre Heimat Richtung Peru verlassen.

Für die 11-jährige Estefany liegt ein fröhliches Osterfest in weiter Ferne. Sie ist mit ihrer Familie auf dem Weg von Trujillo in Venezuela nach Lima in Peru: 4.000 Kilometer müssen sie dafür zurücklegen. In ihrer Heimatstadt hatte die Familie oft nicht genug zu essen oder tagelang keinen Strom, weshalb die Schulen schließen mussten und kein fließendes Wasser zur Verfügung stand.

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In den Nachbarländern Venezuelas leben bereits über vier Millionen venezolanische Migranten und Flüchtlinge – einer der größten Migrationsströme der Welt. 6,8 Millionen Venezolaner sind unterernährt und 4,3 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser.

Allein in diesem Jahr werden voraussichtlich über 1,9 Millionen Kinder, die in die Nachbarländer geflohen sind, sowie 3,2 Millionen Kinder in Venezuela selbst auf Hilfe angewiesen sein. Die Kinder, die die Grenzen überschritten haben, sind erschöpft, verletzlich und immer noch geschockt, weil sie alles hinter sich lassen mussten. Sie sind am schlimmsten betroffen, denn für sie wird es immer schwieriger, ausreichend Lebensmittel und Wasser zu bekommen und regelmäßig zur Schule zu gehen – wenn überhaupt. 2,2 Millionen Kinder haben schon jetzt keinen Zugang mehr zu Bildung.

Nachdem die Situation sich drastisch verschlechtert hat, setzen wir uns weiter mit aller Kraft zur Unterstützung der humanitären Hilfe ein. UNICEF leistet vor Ort in Venezuela und in den Auffangländern wie Ecuador, Peru, Brasilien, Kolumbien und Guyana wichtige Hilfe:

  • Gesundheit: Durchführung von Impfungen gegen Krankheiten wie Masern, Tuberkulose und Diphtherie, die wieder verstärkt auftreten. Außerdem kämpfen wir gegen HIV-Infektionen und Malariafälle, die ebenso zugenommen haben.
  • Ernährung: Mittelschwer und schwer unterernährte Kinder werden mit therapeutischer Zusatznahrung behandelt, schwangere und stillende Frauen erhalten Mikronährstoffe.
  • Wasser-, Hygiene- und Sanitärleistungen (W.A.S.H.): UNICEF möchte den Zugang zu sauberem Wasser für zwei Millionen Menschen und zudem für mehr als eine Million Menschen zu sicheren sanitären Einrichtungen ermöglichen.
  • Bildung: Über eine Million Kinder im Alter von 4 bis 18 Jahren sollen Unterrichtsmaterialien und Zugang zu Bildungsmöglichkeiten erhalten.
  • Kinderschutz: 270.000 Mädchen und Jungen sollen in diesem Jahr an Aktivitäten zur psychischen Gesundheit und psychosozialen Unterstützung teilnehmen. 30.000 Mädchen und Jungen werden durch individuelle Kinderschutzprogramme unterstützt.

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Wenn wir heute diese Kinder schützen und in sie investieren, werden genau diese Kinder Erwachsene werden, die eine stabilere, gebildetere und bessere Zukunft aufbauen: für sich, ihre Familien, ihre Gemeinschaften und ihr eigenes Land Venezuela. Deshalb ist die wichtigste Maßnahme, die venezolanischen Kinder und Jugendlichen in der Migrationskrise zu unterstützen und sie vor zusätzlichen Gefahren durch das Coronavirus zu bewahren.

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Südsudan: Humanitäre Hilfe trotz Krieg

Um Kinderleben zu retten, dringen UNICEF-Helfer bis in die letzten Winkel der Welt vor. Doch wie funktioniert das überhaupt? Diese Fotos aus dem Südsudan verdeutlichen, welche Herausforderungen UNICEF meistern muss, um Kinder in besonders abgelegenen, verwüsteten oder umkämpften Gebieten zu erreichen.