Vor zwei Jahren flohen über 740.000 Rohingya von Myanmar nach Bangladesch. Extreme Gewaltausbrüche trieben die Minderheit zur massenhaften Flucht aus ihrem Heimatland. Hilfsorganisationen wie UNICEF kämpfen seither um die Zukunft der Flüchtlinge, insbesondere für die rund 500.000 Kinder und Jugendlichen. Schule und Ausbildung, Gesundheitsversorgung, Ernährung und Schutz stehen dabei im Vordergrund.

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Zwei Jahre nach ihrer Flucht vor der extremen Gewalt in Myanmar leiden die Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch laut UNICEF unter Frustration und Verzweiflung. Mit dem Report "Mehr als Überleben" ("Beyond Survival") ruft das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen dringend zu mehr Investitionen in Lern- und Ausbildungsmöglichkeiten für die rund 500.000 Kinder und Jugendlichen in den riesigen Flüchtlingslagern auf.

Insbesondere Jugendliche haben kaum Perspektiven

Seit der Ankunft von rund 745.000 Rohingya im August 2017 in Bangladesch haben dort 280.000 Kinder im Alter von vier bis 14 Jahren provisorischen Unterricht in Notschulen erhalten. UNICEF und Partner wie United Internet for UNICEF haben allein 2.167 Lernzentren für 192.000 Mädchen und Jungen eingerichtet.

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Trotzdem können bis heute 25.000 Kinder nicht an Lernprogrammen teilnehmen. Weitere 640 Lernzentren müssten eingerichtet werden. Besonders schwierig ist die Lage der Jugendlichen. 97 Prozent der Mädchen und Jungen zwischen 15 und 18 Jahren in den Lagern haben keinerlei Bildungs- oder Ausbildungsmöglichkeiten.

"Für die Rohingya-Kinder in Bangladesch geht es um mehr als ums Überleben", erklärte Henrietta Fore, UNICEF-Exekutivdirektorin. "Für ihre Zukunft ist es zwingend notwendig, dass sie eine gute Schul- und Berufsausbildung erhalten."

Ohne Ausbildungsmöglichkeiten steigen Gefahren

Der Report warnt, dass ohne angemessene Lernmöglichkeiten Jugendliche großen Gefahren ausgesetzt sind. So geraten beispielsweise verzweifelte junge Rohingya leicht in die Hände von Menschen- oder Drogenhändlern. Mädchen und Frauen in den Lagern sind von Belästigung und Missbrauch bedroht – insbesondere nachts.

UNICEF unterstützt den Aufbau von Zentren für Jugendliche und junge Erwachsene, in denen sie psychosoziale Unterstützung erfahren und lesen, schreiben und rechnen lernen sowie praktische Fähigkeiten trainieren können. Insgesamt 70 solcher Einrichtungen sind in Betrieb, doch der Bedarf ist weitaus größer.

Humanitäre Hilfe nur zur Hälfte finanziert

Für die Hilfe für die Rohingya-Kinder in Bangladesch benötigt UNICEF allein in diesem Jahr 152,5 Millionen US-Dollar. Bislang steht hierfür jedoch lediglich gut die Hälfte der Mittel (56 Prozent) zur Verfügung.

Seit der Ankunft der Rohingya-Flüchtlinge haben laut UNICEF humanitäre Organisationen unter der Leitung der Regierung Bangladeschs wichtige Fortschritte bei der Gesundheits- und Wasserversorgung, Ernährung sowie in den Bereichen Bildung und Schutz erreicht.

Dazu gehören die Einrichtung von Gesundheitszentren, die routinemäßig medizinische Hilfe für schwangere Frauen und Neugeborene anbieten, und die Versorgung mit sauberem Trinkwasser. Durchfall und andere durch verschmutztes Wasser übertragene Krankheiten bleiben eine permanente Gefahr. Trotzdem gelang es, den Anteil von mangelernährten Kindern zu senken. (sus/unicef)

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