Nachts im Bad nur kurz das Licht angemacht, und schon sieht man sie flink über die Fliesen huschen: Silberfischchen. Schädlich sind die kleinen Insekten keineswegs und ein Befall deutet auch nicht auf mangelhafte Sauberkeit hin - allerdings auf ein anderes Problem. Wir sagen Ihnen, was Sie dagegen tun können.

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Wenn Sie mal ein oder zwei Silberfischchen in Ihrer Wohnung finden, ist das kein Grund zur Sorge. Sollten es allerdings mehr sein, weist das auf ein anderes Problem hin – mit möglichen Folgen für die Gesundheit.

Was sind Silberfischchen?

Silberfischchen sind silbergrau schimmernde, flügellose Insekten, die eine Größe von sieben bis zwölf Millimetern erreichen können und durchschnittlich bis zu vier Jahre alt werden. Laut dem Naturschutzbund Deutschland Schleswig-Holstein e. V. (NABU) können sie aber auch noch deutlich länger leben.

Dabei kommt es immer darauf an, ob die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit für sie optimal sind. Sie entwickeln sich am besten bei 22 bis 30 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 75 bis 97 Prozent.

Silberfischchen sind nachtaktiv, sehr scheu und flink. Tagsüber verstecken sie sich unter anderem hinter Tapeten, in dunklen Spalten und Fugen. Da sie Feuchtigkeit lieben, halten sich Silberfischchen häufig in Badezimmern, Küchen und Kellern auf.

Ein Silberfischchen (Lepisma saccharina).

Wovon ernähren sich Silberfischchen?

Silberfischchen können mehrere Monate lang ohne Nahrung auskommen. Wenn sie fressen, ernähren sie sich vor allem von Materialien, die sich in Zucker aufspalten lassen. Dazu zählen beispielsweise Stärke oder Zellulose. Auf ihrem Speiseplan stehen:

  • Hautschuppen
  • Haare
  • Tapetenkleister
  • Algen
  • Winzige Schmutzteilchen aus Fugen oder Ritzen
  • Stoffe aus pflanzlichen Fasern
  • Bucheinbände mit stärkehaltigem Leim
  • Hausstaubmilben
  • Gesundheitsschädliche Schimmelpilze

Wie gefährlich sind Silberfischchen?

Silberfischchen gehören nicht zu den Gesundheitsschädlingen, darauf weist das Pestizid Aktions-Netzwerk e. V. (PAN) hin. Sie übertragen keine Krankheiten, sind nicht giftig, stechen und beißen auch nicht. Die Tiere sind sogar recht nützlich, da sie unter anderem Hausstaubmilben fressen, deren Kot bei Menschen Allergien auslösen kann.

Sollte die Zahl der Silberfischchen allerdings allzu groß werden, können sie Lebensmittel verunreinigen und Materialien beschädigen.

Sie sind außerdem ein Indikator für eine zu hohe Luftfeuchtigkeit in der Wohnung. Wenn sich zu viele Tierchen in der Wohnung befinden, kann das darauf hindeuten, dass sich in den Räumen gesundheitsschädliche Schimmelpilze verbreiten.

Wie beugt man Silberfischchen vor?

Will man Silberfischchen loswerden, ist es wichtig, ungünstige Lebensbedingungen für sie zu schaffen. Die Luftfeuchtigkeit sollte in Wohnung und Keller also möglichst gering gehalten werden. Dabei hilft laut PAN zwei- bis dreimal am Tag korrektes Stoß- oder Querlüften.

Beim sogenannten Stoßlüften wird das Fenster in einem Raum für fünf bis zehn Minuten komplett geöffnet. Wenn Sie in gegenüberliegenden Räumen die Fenster für zwei bis fünf Minuten ganz öffnen, spricht man von Querlüften.

Mit diesen Methoden tauschen Sie die Raumluft innerhalb kürzester Zeit gegen frische Luft aus. Die Wände werden dadurch nicht ausgekühlt und die Feuchtigkeit entweicht schnell.

Dauerlüften bei gekipptem Fenster ist keine geeignete Lösung, da der Luftaustausch zu lange dauert und die Wohnung auskühlt. Auch Wäschetrocknen in Räumen ohne Fenster ist nicht empfehlenswert, da nicht angemessen gelüftet werden kann.

Damit die Feuchtigkeit im Badezimmer so gering wie möglich gehalten wird, ist es wichtig, Badematten und Ähnliches gut zu trocknen und die Tür häufig offen stehen zu lassen. Wenn Sie nach dem Duschen das Wasser von den Fliesen entfernen, bleibt die Luftfeuchtigkeit ebenfalls auf einem angemessenen Niveau.

Da sich Silberfischchen hinter Tapeten und in offenen Fugen oder Rissen verstecken, ist es ratsam, diese regelmäßig auf Löcher zu untersuchen. Wenn Sie offene Stellen entdecken, können Sie diese gründlich absaugen und verschließen. So beseitigen Sie die meisten Versteckmöglichkeiten.

Damit die Tiere nicht in die Wohnung gelangen, können Sie in der Nacht alle Abflüsse im Haus verschließen. Silberfischchen halten sich dort gerne auf und krabbeln in der Dunkelheit ins Freie.

Was hilft gegen Silberfischchen?

Bevor Sie Silberfischchen töten, ist es ratsam, erst einmal nach der Ursache für den Befall zu suchen. In der Regel tauchen die Tiere immer wieder auf, wenn diese nicht beseitigt wurde. Lokalisieren Sie also am besten die Aufenthaltsorte der Tiere und prüfen Sie, ob es dort feuchte Stellen gibt oder sich Schimmel gebildet hat.

PAN weist darauf hin, dass auch bauliche Mängel wie undichte Dächer und Fenster sowie unzureichendes Austrocknen nach dem Bauen für eine zu hohe Luftfeuchtigkeit verantwortlich sein können. Auch ein tropfendes Rohr oder undichte Fugen können der Grund für den Befall sein.

Ist die Ursache behoben, können Sie den Tieren mit Klebefallen auf den Leib rücken. Entweder Sie kaufen eine Falle - dabei rät PAN allerdings, insektizidfreie und feuchtigkeitsbeständige Fallen zu benutzen - oder Sie basteln eine. Diese drei Möglichkeiten können Sie ausprobieren:

  • Feuchte Tücher mit Mehl oder Zucker bestäuben und auslegen
  • Pappstreifen mit Honig bestreichen und auslegen
  • Gekochte Kartoffeln in einer Schale an der Wand platzieren

Abends werden die Fressfallen aufgestellt und morgens entsorgt. Lässt sich der Befall damit nicht eindämmen, können Sie einen professionellen Schädlingsbekämpfer zu Rate ziehen. Lassen Sie Ihre Wohnung in diesem Falle am besten auch von einem Experten auf feuchte Stellen und Schimmel prüfen.

Verwendete Quellen:

  • Pestizid Aktions-Netzwerk e.V.: Silberfischchen, Kellerasseln und Schimmelpilze
  • Naturschutzbund Deutschland e. V. Schleswig-Holstein: Das Ur-Vieh in der Badewanne

Besonders im Sommer nerven die kleinen Plagegeister. Fruchtfliegen lassen das Obst schneller verderben und sind unschön anzuschauen. Mit einer selbstgebauten Falle hat man schnell Ruhe.