Plötzlich schlagen Flammen aus der Bratpfanne oder der Rauchmelder lärmt mitten in der Nacht: Der Schreckmoment ist groß. Wer besonnen und schnell reagiert, kann Schlimmeres vermeiden.

Mehr Ratgeberthemen finden Sie hier

Fehlverhalten beim Kochen, defekte Kabel oder die vergessene Kerze: In jedem Haushalt lauern zahlreiche potenzielle Auslöser für Brände. Wie verhält man sich richtig, wenn das Horrorszenario eintritt?

Rauch ist tödlich: Drei Atemzüge reichen

Zunächst ist wichtig, wo das Feuer ausgebrochen ist: Liegt die Quelle in Ihrer eigenen Wohnung oder dringt Rauch aus dem Treppenhaus ein?

Wenn das Feuer außerhalb wütet, bleiben Sie in Ihrer Wohnung und begeben sich in einen sicheren Raum mit Fenster oder Balkon. Dort bekommen Sie Luft und können auf sich aufmerksam machen.

Schließen Sie die Wohnungstür und alle anderen Türen hinter sich. Die Feuerwehr empfiehlt, sich am Boden kriechend zu bewegen. Denn der hochgiftige Rauch steigt nach oben. Am Boden können Sie nicht nur besser atmen, sondern auch besser sehen.

Eine Wohnungstür hält einem Feuer lange stand. In der Zwischenzeit ist die Feuerwehr da und kann Sie retten. Versuchen Sie nicht, eigenständig aus dem Fenster zu klettern oder alleine durch ein verrauchtes Treppenhaus zu gehen. Bei einer hohen Rauchkonzentration können drei Atemzüge ausreichen, um einen Menschen zu töten.

Feuer in der eigenen Wohnung

Wenn in Ihrer eigenen Wohnung ein Feuer ausbricht, kommt es auf die Art des Feuers und sein Ausmaß an. Bei kleineren Bränden sei es durchaus richtig, als erstes selbst einen Löschversuch zu unternehmen, sagt Florian Wöhrl von der Freiwilligen Feuerwehr Freising. Man solle sich aber nicht unnötig in Gefahr bringen.

Hat man einen Feuerlöscher im Haus, ist das in den meisten Fällen die beste Option. Wenn eine unbeaufsichtigte Kerze oder das offene Feuer eines Gasherdes Material in der Umgebung in Brand setzt, kann durchaus auch ein Eimer Wasser hilfreich sein.

Doch Vorsicht: Wenn sich Bratfett in der Pfanne entzündet hat, darf es nicht mit Wasser in Berührung kommen, sonst gibt es eine gefährliche Fettexplosion. "Die einfachste Lösung wäre in dem Fall, das Feuer mit einem Deckel zu ersticken", empfiehlt Wöhrl.

Elektrogeräte sollten ebenfalls nicht mit Wasser gelöscht werden. Selbst wenn der Stecker gezogen ist, kann beispielsweise in einem Fernseher noch elektrische Spannung vorhanden sein. So riskieren Sie einen Stromschlag. Am besten eignen sich hier ein Feuerlöscher oder eine Löschdecke.

Dabei sollten Sie Elektrogeräte oder Verlängerungskabel immer erst vom Stromnetz trennen, indem Sie die Sicherung herausdrehen. Nur wenn Sie keinen Zugang zum Sicherungskasten haben, sollten Sie den Netzstecker ziehen. Dabei empfiehlt es sich, das Kabel nicht mit den bloßen Händen anzufassen, sondern eine isolierte Zange zu verwenden. Brandschutz-Tipps finden Sie übrigens hier.

Bei Bränden sich und andere schützen

Sobald Sie merken, dass Sie das Feuer in Ihrer Wohnung nicht selbst beherrschen können, sollten Sie sich und andere Anwesende in Sicherheit bringen. Schließen Sie nach Möglichkeit alle Türen hinter sich, damit sich das Feuer nicht so schnell ausbreiten kann. Denken Sie in einem Mehrfamilienhaus auch daran, die Nachbarn sofort zu warnen.

Dabei sollten Sie möglichst schnell vorgehen und sich auf keinen Fall länger als nötig in den gefährdeten Räumen aufhalten. "Ich warne nachdrücklich davor, zu versuchen, irgendwelche Wertgegenstände aus der Wohnung zu retten", betont Wöhrl.

Was viele unterschätzen: Heutzutage sind in den meisten Wohnungen viele Möbel und andere Gegenstände mit einem hohen Kunststoffanteil vorhanden. Die Brände verlaufen dem Experten zufolge dadurch viel schneller als noch vor 20 oder 30 Jahren. Außerdem können auch kleinere Brände in kurzer Zeit große Mengen an hochgiftigem Rauch produzieren.

Rufen Sie umgehend die Feuerwehr. Benachrichtigen Sie die Feuerwehr auch dann, wenn Sie in einem fremden Gebäude einen Brand vermuten. Verlassen Sie sich nicht darauf, dass vielleicht andere schon einen Notruf getätigt haben.

Sie machen sich bei einem Irrtum nicht haftbar: Auch wenn sich Ihr Verdacht im Nachhinein als falsch herausstellen sollte, müssen Sie nicht für den Einsatz bezahlen.

Verwendete Quellen:

  • Gespräch mit Florian Wöhrl, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Freising
  • Berliner Feuerwehr: Verhalten im Brandfall
  • Feuerwehr Hamburg: Was tun, wenn's brennt
  • Feuerwehr Theißen: Brände an Elektrogeräten
  • Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe: Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen
  • Fachverband Tageslicht und Rauchschutz e.V.: Verhalten im Brandfall
Bildergalerie starten

Metall, Plastik, Alufolie und Co. : Diese Dinge dürfen nicht in die Mikrowelle

Die Mikrowelle gehört heutzutage fast so selbstverständlich in die Küche, wie der Kühlschrank und der Herd. Schnell und ohne Aufwand lassen sich Lebensmittel erhitzen. Doch genauso, wie auf dem Herd etwas anbrennen oder überkochen kann, muss man auch auch beim Arbeiten mit der Mikrowelle Sorgfalt walten lassen. Denn wer das Falsche in den kleinen Küchenhelfer stellt, hat bald eine Menge Putzarbeit oder kaputte Schüsseln. Hier sehen Sie, welche Gegenstände und Lebensmittel Sie auf keinen Fall in die Mikrowelle stellen sollten. Hinweis: Dies ist eine Bildergalerie aus unserem Archiv.