Es ist keine Seltenheit, dass Bankkunden ihr Konto überziehen. Damit sie stets wissen, wie hoch der Zinssatz für Überziehungen angesetzt ist, müssen Geldinstitute diese Angaben hervorheben.

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Transparenz soll auch im Bankengewerbe an oberster Stelle stehen. Geldinstitute müssen in ihrer Werbung und im Preisverzeichnis deshalb deutlich angeben, wie hoch der Zinssatz für Kontoüberziehungen ist.

Entscheidung des OLG Frankfurt am Main

Das zumindest hat das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt am Main entschieden (Az.: 6 U 146/18), wie die Wettbewerbszentrale mitteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Das OLG hat die Revision zugelassen.

In dem verhandelten Fall hatte die beklagte Bank sowohl auf ihrer Internetseite als auch im Preisverzeichnis bei den Entgeltinformationen für das Girokonto den Sollzinssatz für die eingeräumte oder geduldete Überziehung im Rahmen einer tabellarischen Aufstellung aufgeführt. Verbraucherschützer kritisierten das als unzureichend und zogen vor Gericht.

Tabellarische Angabe ist nicht ausreichend

Mit Erfolg: Geldinstitute seien gesetzlich verpflichtet, Verbraucher klar, eindeutig und in auffallender Weise über diese Zinsen zu informieren. Eine bloß tabellarische Angabe im Rahmen des Preisverzeichnisses neben anderen Kosten reiche nicht aus, befand das Gericht. Die Zinssätze dürften nicht in der Gesamtdarstellung versteckt werden und müssten gegenüber den anderen Angaben deutlich hervorgehoben werden.

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(wag/dpa)

Viele Girokonten werden teurer

Schon im Januar hoben 188 von 1276 von "Biallo.de" untersuchten Geldinstituten ihre Gebühren für Girokonten an. Vorschaubild: GettyImages/iStock