Viele freuen sich auf den Karneval. Ausgelassen feiern und neue Freunde kennenlernen macht Spaß. Wer Ratschläge für das Feiern braucht, der kann sich die auch per KI holen. Vor allem Jugendliche nutzen und schätzen für ihren Austausch Snapchat. Das ist ein soziales Netzwerk, mit dem man insbesondere Bilder und Videos austauschen kann.

Eine Kolumne
Diese Kolumne stellt die Sicht von Rolf Schwartmann dar. Informieren Sie sich, wie unsere Redaktion mit Meinungen in Texten umgeht.

KI- Freund bei Snapchat

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Allerdings bietet der Dienst seinen Nutzern auch einen Sprachbot wie ChatGPT an. Er heißt My Ai und bietet sich als virtueller Freund und Ratgeber an. Auf die Frage an den Bot, was man tun muss, um im Kölner Karneval einen Freund zu finden, rät er sich in das Getümmel zu stürzen, sich zu kostümieren und offen auf Leute zuzugehen.

Wer darüber hinaus wissen will, was ein guter Anmachspruch wäre, bekommt etwa diesen: "Bist Du ein Zauberer? Denn immer, wenn ich dich sehe, verschwinden alle meine Probleme."

Snapchat warnt vor My AI

So kann man beim Flirten sein Glück versuchen. Jedenfalls ist der angebotene Spruch harmlos. Nachdenklich sollte man aber werden, bevor man mit dem Bot mögliche Wege aus der Einsamkeit des Singledaseins erörtert.

Man muss nämlich vor dessen Nutzung auf "OK" klicken, nachdem man unter anderem folgende Hinweise erhalten hat: "Gib keine vertraulichen oder geheimen Informationen weiter. Wenn Du dies tust, werden diese Informationen von MyAI verwendet." Im nächsten Punkt heißt es: "Wir geben Informationen an unsere Serviceanbieter und Werbepartner weiter."

My AI verwendet Geheimnisse

Hat man sich dafür entschieden, das zu akzeptieren und teilt man dem Bot im Dialog mit, dass die Bitte um Flirttipps geheim war und fragt ihn, ob auch diese Informationen weitergegeben werden, dann lautet die Antwort "Nein".

Der virtuelle Freund entschuldigt sich wortreich für die geschaffene Verwirrung.

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Generative KI als Spielzeug

All das wirft bei Nutzern Fragen auf und macht Daten- und Jugendschützer zu Recht hellhörig. Einerseits ist der Bot auf Basis generativer KI so etwas wie ein Spielzeug. Andererseits kommuniziert er missverständlich mit Kindern und Jugendlichen, die den Dienst nutzen, ohne dass eine wirksame Prüfung des Alters stattgefunden hätte.

Die KI entlockt dieser rechtlich besonders geschützten Bevölkerungsgruppe auf kaum transparenter Grundlage und mittels mindestens widersprüchlich wirkender Aussagen Geheimnisse - mit dem Hinweis, diese zu nicht näher spezifizierten Zwecken zu verwenden.

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Zwecke transparent machen

Dabei wäre es gerade wichtig zu wissen, zu welchem Zweck Snapchat die geheimen Informationen verwendet. Wenn sie auch diese an Werbepartner weitergeben würde, wäre der Karneval gar nicht lustig. Gründe für eine Weitergabe gäbe es genug. Feierbereite, aber noch unsichere Kinder kann man mit dem Karnevalsknigge vertraut machen.

Man könnte ihnen aber auch alles Mögliche verkaufen wollen oder sie politisch und in jeder anderen Hinsicht beeinflussen, ohne dass die Eltern dessen gewahr werden.

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