Es kann nicht schaden, vorauszuschicken, dass der Yaris eine echte Erfolgsstory von Toyota ist. Seit dem Debüt 1999 seien beinahe zehn Millionen Exemplare unters Volk. Dabei ist der B-Segment-Toyota ein in und für Europa entwickeltes Auto, das zudem im tschechischen Kolin gefertigt wird. Und damit wir noch etwas einflechten, was Sie womöglich nicht wussten: Den zu allerlei Kalauereien Kunstnamen Yaris (Fünf-Yaris-Plan, Yaris-Horoskop und so weiter) stammt von der berühmten Düsseldorfer Agentur Nomen, die für andere Marken bereits Autonamen wie Citan, Evora, Arteon oder Captur in die Welt brachte.

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Seit 2020 ist die fünfte Generation am Start, intern mit dem Kürzel XP21 gekennzeichnet. Nun zeigt sich der Yaris frisch nach der Modellpflege. Viel zu sehen gibt es allerdings nicht. Die Detailänderungen beim Design sind so gering, dass nicht einmal die Pressemitteilung sie auflistet. Die auffälligsten Neuerungen: der neue Farbton Neptunblau und frisch designte Leichtmetallräder.

Mit neuen Assistenzsystemen

Innen gibt es schon mehr zu registrieren, etwa das digitale Instrumentendisplay und eine Reihe neuer Assistenzsysteme. Die marschieren in einer eindrucksvollen Reihe auf dem Display auf, wenn sie mit einem Druck auf den Knopf in der linken Lenkradspeiche aufgerufen werden. Ganz unten in der Liste: RSA. Das Kürzel steht für Road Sing Assist. Ihm wohnt – wie praktisch allen bisher gefahrenen Systeme dieser Art – wegen häufiger Fehlalarme und falscher Zeichen-Interpretation ein erhebliches Nerv-Potenzial inne. Sei’s drum, der Einbau ist bekanntlich in der EU verpflichtend.

Zum Glück gibt es Positiveres über den gelifteten Yaris zu berichten. Nicht zuletzt, dass es nun eine Hybrid-Antriebsvariante mit 130 PS gibt. Die bisherige Version mit 116 PS Systemleistung bleibt weiterhin im Programm. Und vor dem Jahreswechsel wurden die reinen Verbrenner-Varianten aus dem Programm gestrichen.

Ihre Mehrleistung verdankt die kräftigere Ausführung einem 4 kW stärkeren Elektromotor, aber vor allem einer neuen Leistungselektronik, bei welcher die ansonsten unveränderte Hybrid-Batterie eine höhere Entladungsleistung hat. Bringt insgesamt 14 PS mehr Systemleistung, aber vor allem mehr Drehmoment vom E-Antrieb (185 statt 141 Nm). Das sind rund 30 Prozent mehr, die machen sich beim Fahren schon bemerkbar. Entsprechend gut hängt der Antrieb am Gas, in 9,2 Sekunden soll der 130 PS-Yaris auf 100 km/h beschleunigen, eine halbe Sekunde fixer als die schwächere Variante. Das glaubt man gern, gleichwohl bleibt die Höchstgeschwindigkeit unverändert bei 175 km/h.

Sparsamer Dreizylinder

Das wird die meisten Yaris-Interessenten kaum verdrießen. Lästiger wird ihnen womöglich sein, dass der 1,5-Liter-Dreizylinder sehr vernehmlich losplötert. Akustisch und schwingungstechnisch deutlich vernehmbar brummt er seine 84 PS und 120 Nm zusammen – deutlicher vernehmbar als im technisch eng verwandten Lexus LBX. Besonders auffällig wird der Antrieb, wenn er auf Land- und Schnellstraßen mit hoher Last gefordert wird, eine bekannte Schwäche der leistungsverzweigten Toyota-Hybridantriebe.

Eine bekannte Stärke ist allerdings die Knauserigkeit im Umgang mit dem fossilen Brennstoff. Nach WLTP bescheidet sich der Yaris 1.5 130 mit einem CO₂-Ausstoß von 95 g/km, was 4,2 l/100 km entspricht. Dass es im Alltag realistisch ist, mit rund fünf Litern Benzin je 100 km über die Runden zu kommen, zeigt unsere Ausfahrt entlang der kastilischen Küste: Nach rund 160 km durch Städte, über Berg und Tal stehen 5,4 Liter Durchschnittsverbrauch auf dem Bordcomputer. Und das, obwohl sich der Dreizylinder mehrmals richtig ins Zeug legen musste. Das Fahrwerk wirkt dabei recht agil, die Lenkung arbeitet harmonisch und transparent, damit darf man sehr zufrieden sein.

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Freuen können sich die Yaris-Insassen über den beachtlichen Fahrkomfort und die guten Sitze in der ersten Reihe. Hinten ist segmentüblich wenig Platz, und auch der Kofferraum setzt keine neuen Maßstäbe (286 Liter). Trotz großer Kunststoffflächen im Interieur wirkt zudem die Verarbeitung markentypisch solide. Sollte sie allerdings auch sein, denn in der hier gefahrenen Premier Edition-Ausstattung kostet so ein Auto mindestens 34.900 Euro, als Style immer noch 31.900 Euro. Den Yaris 115 gibt’s ab 25.500 Euro, ohne dass er abgesehen vom Antrieb viel weniger böte.

Zu bestellen ist der modellgepflegte Yaris ab sofort, ab 8. März sollen die ersten Fahrzeuge ausgeliefert werden. Mal schauen, wie die Erfolgsstory weitergeht.  © auto motor und sport

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