In Tempe im US-Staat Arizona hat ein selbstfahrender Volvo XC90 von Uber eine Fußgängerin beim Überqueren der Straße getötet. Nach ersten Informationen war der Unfall schwer vermeidbar. Der Fahrdienst Uber, in dessen Auftrag der Volvo unterwegs war, hat die Versuche mit autonomem Fahren vorläufig gestoppt.

Die getötete Frau wurde von dem Volvo XC90 erfasst, als sie nachts ihr Fahrrad über die Straße schieben wollte. Zum Zeitpunkt des Unfalls saß laut CNN ein 44-jähriger Sicherheitsfahrer hinter dem Steuer, während der SUV von Volvo autonom fuhr. Das berichten die New York Times und der Fernsehsender ABC mit Berufung auf die Polizei.

Der autonom fahrende Volvo bremste nicht

Auf einem Video eines lokalen Nachrichtenkanals ist zu sehen, dass die Frontpartie des Volvos auf der rechten Seite stark beschädigt ist. Anscheinend prallte die Frau mit großer Wucht auf das Auto. Nach einer Aussage der Polizei sei das Auto etwa 64 km/h in einer Zone gefahren, wo 56 km/h (35 Meilen pro Stunde) erlaubt sind. Die Polizei fand keine Zeichen, dass der Wagen gebremst hätte.

Unfall war laut Polizei kaum vermeidbar

Nach dem Unfall hat die Polizei die Videoaufnahmen gesichtet, die die nach vorne gerichtete Kamera des Volvo aufgezeichnet hat. Dem Anschein nach ist die Frau sehr plötzlich auf die Straße getreten: „Es ist eindeutig, der Unfall wäre in jeder Art von Fahrmodus, ob automatisch oder von Menschen gesteuert, schwer zu vermeiden gewesen, so ist sie aus dem Schatten auf die Fahrbahn getreten“, so die Polizeichefin von Tempe, Sylvia Moir, in einem Interview gegenüber der Zeitung San Francisco Chronicle.

Der Mann hinter dem Steuer hatte ebenfalls ausgesagt, er sei von dem Unfall völlig überrascht worden: „Der Fahrer sagte, das war wie ein Blitz, so ist die Person davorgelaufen. Das Erste, was er von der Kollision wahrgenommen hat, war das Krachen des Aufpralls.“

Arizona als Hotspot des autonomen Fahrens

Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg stoppt Uber vorerst alle Versuche mit selbstfahrenden Autos. Arizona ist neben Kalifornien einer der US-Staaten mit den großzügigsten Regelungen für autonomes Fahren. Waymo, ein Unternehmen des Google-Konzerns, will noch dieses Jahr in Arizona einen Fahrdienst mit selbstfahrenden Autos anbieten. Mehrere Unternehmen wie General Motors und Intel testen ebenfalls in diesem Staat.  © 1&1 Mail & Media/ContentFleet