Die Modellfamilie des Forchheimer Herstellers bekommt Zuwachs: YT enthüllt das taufrische Decoy SN (Supernatural) mit Fazua-Antriebssystem. Das erklärte Ziel des Projekts: Das beste Enduro-Bike kreieren! Spannend, dass es sich dabei um ein Light-E-MTB handelt. Wir haben das neue Radl für euch ausgecheckt und durften es bereits vorab testen.

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YT springt auf den Light-E-MTB-Zug auf und erweckt das Decoy SN zum Leben, wobei das Kürzel SN für Supernatural steht.

Kurz & knapp: YT Decoy SN

  • erstes Light-E-MTB der Versendermarke aus Forchheim
  • Fazua-Ride-60-Motor mit 60 Nm & 430-Wh-Akku
  • 170/160 mm Federweg an allen Modellen
  • Mullet-Laufräder: 29" vorne & 27,5" hinten
  • drei Ausstattungsvarianten in fünf Rahmengrößen
  • Preise ab 6499 Euro, ab sofort online bestellbar
  • Gewicht: ab 20,4 kg in Größe S

Das Bike soll sich also supernatürlich anfühlen. Und das "obwohl" es ein E-Bike ist! Denn YT ging mit dem Ziel, das beste Enduro der Welt zu bauen, an das Projekt heran. Um das zu erreichen, setzt die Marke den Fazua-Ride-60-Motor ein, den wir bereits aus Bikes wie dem Haibike Lyke, Santa Cruz Heckler SL oder Lapierre e-Zesty kennen. Oder vom Focus Jam² SL, das jüngst unseren Light-E-MTB-Vergleichstest gewann.

YT & Fazua: der Antrieb des Decoy SN

Der 60 Nm starke Mittelmotor Ride 60 der Marke aus Ottobrunn wiegt 1960 Gramm und gehört zu den leistungsstärkeren Aggregaten der Light-Welt. Das zeigt auch der Fakt, dass YT selbst, das Rad als "Mid Support Bike" bezeichnet und so das beste aus beiden Welten – Biobike und Fullsize-E-MTB – vereinen möchte. Geschützt wird der Motor unten von einer großflächigen Skidplate, die Kontakt zwischen Motor sowie Steinen und Co quasi unmöglich macht.

Während die Nenndauerleistung 250 W beträgt, liegt die maximale Leistung des im YT liegend montierten Motors bei 350 W. Im Boost-Modus sind kurzzeitig für 12 Sekunden bis zu max. 450 Watt möglich. Um in diesen Modus zu schalten, wird die bekannte, etwas fummelige Ring-Control-Remote kurz nach oben gedrückt gehalten.

Übrigens: 2025 soll wohl ein Update des oftmals kritisierten Hebels sowie ein neuer 480-Wh-Akku kommen. Einen Range Extender gibt es für Fazua noch nicht. Dieser befinde sich "noch in Entwicklung. Er wird eine Kapazität von 215 Wh bieten und ca. 1,1 Kilo wiegen", ließ uns Fazua kürzlich auf Nachfrage wissen. Gespeist wird das System von einem 430 Wh umfassenden, im Unterrohr fest (und am Testbike klapperfrei!) verbauten Akku. Dieser wiegt 2,3 kg.

Der Ladeport befindet sich beim YT-Bike links seitlich oberhalb des Tretlagers, die Abdeckung sitzt absolut fest. Neben Motor, Akku und Hebel ist das Display die vierte wichtige Komponente des Systems, auf Fazuas simpler LED Hub wird nur die Restreichweite (in 20%-Schritten) und der Unterstützungsmodus angezeigt. Drei sind es an der Zahl: Breeze (grün), River (blau) und Rocket (rot).

First Ride: Erster Test des neuen Decoy SN

Noch vor Veröffentlichung des neuen Fazua-Lightriders aus dem Hause YT Industries durften wir das Decoy SN Core 4 exklusiv auf den anspruchsvollen Trails rund um Saalbach-Hinterglemm sowie Leogang testen. Lukas Ittenbach berichtet von seinem Fahreindruck:

Überrascht hat mich in erster Linie, wie agil das Rad sich doch fahren lässt. Trotz der modernen Geo und des üppigen Federwegs liegt der Radstand nur bei 1263 mm (Gr. L/Regular), was einfach für gute Agilität sorgt, ohne dabei mit Laufruhe zu geizen. Das Testbike in Rahmengröße L mit seinen 475 mm Reach passte für mich als 1,80m-Fahrer ziemlich perfekt. Während das Fahrwerk das Bike bergab zu einem Komfortwunder macht, ist bergauf dank des Fazua-Motors auf Wunsch auch richtig Rambazamba angesagt. Für mich persönlich geht das Konzept aus viel Federweg, 60 Nm Drehmoment und kreuzstabiler Parts voll auf. Tolles Bike!

Einen kompletten Test liest du in MOUNTAINBIKE-Ausgabe 09/2024, ab 06. August am Kiosk.

Rahmen-Details und Geometrie

Doch zurück zum Bike selbst: Basis des Decoy SN ist ein Voll-Carbon-Rahmen der 3038 g in Größe L wiegt. Vorne stehen fette Federgabeln mit 38-mm-Standrohren parat, hinten schlucken Luft- oder Stahlfederdämpfer die Schläge. Das Bike wurde nicht explizit für eine der beiden Dämpferarten entwickelt, sondern die Kinematik des V4L-Hinterbaus soll sowohl für Air- als auch für Coil-Shocks passen.

Der Look des Decoy SN gliedert sich einwandfrei ins YT-Portfolio ein, wirkt zwar frisch, passt aber auch bestens zu den anderen Bikes der Versendermarke. Die Kabelführung läuft wie bei allen anderen YT-Bikes klassisch durchs Steuerrohr, nicht durch den Steuersatz. Am Oberrohr befinden sich zwei Montagepunkte, an denen sich Tool oder Schlauch befestigen lässt. Am getesteten Topmodell Decoy SN Core 4 ist gar ab Werk eine entsprechende Halterung samt Reifenheber und Tubeless-Tool, das Crankbrothers Stash Kit, angebracht.

Von den Details zum großen Ganzen – der Geometrie. Wichtig zu wissen: Das Bike kann nicht mit 29-Zoll-Hinterrad gefahren werden. Es gibt zwar einen Flip-Chip, doch der hat nichts mit der Laufradgröße zu tun. Zwei Einstellungen (Regular oder Low) bietet der Flip-Chip im Dämpfer-Linkage. Im Regular-Setting, so sind wir das Bike gefahren, liegt der Lenkwinkel bei 64,2 Grad. Bei Low wären es 63,9°. Insgesamt bietet YT das Bike in fünf Größen von S bis XXL an.

In allen Größen hat das Decoy SN (im Vergleich mit dem Bio-Enduro Capra) 10 mm mehr Reach bekommen. Moderate 475 mm sind es in Größe L, 495 mm in XL und 515 mm in XXL. Der Reach misst am L-Bike 648 mm, während das Sitzrohr nur 420 mm lang ist und somit ermöglicht, Dropperposts mit bis zu 230 mm (Gr. XXL) Hub zu verbauen. 150 mm (Gr. S) sind es mindestens, wobei an allen Modellen und Größen die überarbeitete Postman-Stütze von YT selbst verbaut wird, die nun einen schlankeren Kopf bietet, sodass mehr Verstellweg den Weg an die Bikes findet. Die Kettenstreben messen 442 mm in allen Rahmengrößen, die Kurbelarme sind auch wegen des tiefen Tretlagers mit 160 mm schön kurz gehalten. Bei den Bremsscheiben setzt YT an allen Varianten und Größen auf 220/203 mm Durchmesser.

Decoy SN: Preise & Modelle

Klingt doch alles ganz gut ... Doch was kostet der Spaß? Ab 6499 Euro geht es los. Sehr viel Geld für ein Mountainbike und viel Geld für ein E-MTB – vor allem für YT als Versendermarke. Das Topmodell wiederum kostet "nur" 8499 Euro, alle drei Varianten liegen preislich also nah beieinander und überzeugen alle mit durchdachter, (sehr) guter Ausstattung. Alle Infos und Specs haben wir dir in der Tabelle zusammengefasst.

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+++ Rückblick 2020 +++

Neu für 2020: Das E-All-Moundtain Bike Decoy 29

Bereits letztes Jahr brachte YT das E-Mountainbike Decoy auf den Markt. Damals handelte es sich um ein spritziges Enduro für Downhill-Abfahrten. Für 2020 stellt YT nun ein neues Decoy, das Decoy 29 vor. Das neue Strom-Bike soll sich nun primär in der Kategorie All-Mountain zuhause fühlen. Damit soll das neue Bike nun neben Downhillexpertisen auch über gute Klettereigenschaften verfügen. Anders als das 2018 vorgestellte Bike bietet das YT nun vorne und hinten 29-Zoll-Laufräder.

Das Decoy 29 kommt in zwei verschiedenen Ausstattungsvarianten: Decoy Base 29 und Decoy Pro 29. Die Geometrie der Bikes ist identisch, lediglich in puncto Ausstattung und Gewicht sind Unterschiede zu vermerken. Preislich liegt das Base bei 4.399 Euro, das Pro kommt auf 5.599 Euro.

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"Wir wollten mit dem Decoy im vergangenen Jahr neue Maßstäbe setzen und unsere Definition von dem, was ein E-MTB können sollte, hat genau das erreicht. Wir haben ein sehr attraktiv aussehendes Enduro mit integriertem Shuttle ins Leben gerufen, das FahrerInnen sowohl bei technischen Abfahrten als auch bei anspruchsvollen Uphills ein Lächeln auf die Lippen zaubert. Nach dem Mullet-Build wird der Einsatzzweck des Decoy 2020 erweitert", sagt Markus Flossmann, CEO bei YT Industries über das neue Bike.

Trotz der verbesserten Kletter-Eigenschaften sollen auch die Downhillfähigkeiten nicht in Vergessenheit geraten: Das Decoy 29 kommt mit 150 mm Federgabel und 145 mm Federweg am Hinterbau.  © Bike-X

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