Wie viele Menschen haben Zugang zu sauberem und sicherem Wasser? Woher bekommen sie es und wie viel müssen sie dafür zahlen? Am Weltwassertag, der jährlich am 22. März stattfindet, rücken fünf Fakten dieser überlebenswichtigen Ressource besonders in den Fokus.

Weltweit haben nach neuesten Schätzungen von UNICEF mehr als 2,1 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und rund 4,3 Milliarden Menschen verfügen über keine hygienischen Latrinen oder Toiletten.

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Vor allem Babys und Kleinkinder sind von Krankheiten bedroht, denn ihr Immunsystem ist noch schwach. Durchfallerkrankungen gehören zu den häufigsten Todesursachen von Kindern unter fünf Jahren.

Betroffen sind insbesondere die ärmsten Familien in Entwicklungs- und Schwellenländern im südlichen Afrika und Südasien.

Seit 1990 untersuchen die Weltgesundheitsorganisation WHO und UNICEF in dem "Joint Monitoring Programme for Water Supply and Sanitation" (JMP) die globalen, nationalen und regionalen Fortschritte im Bereich der Wasserversorgung.

1. Fakt: Hohe Ungleichheit in Wasserversorgung bleibt

Seit 1990 haben mehr als zwei Milliarden Menschen Zugang zu einer "verbesserten" Trinkwasserversorgung erlangt. Das bedeutet, dass die Wasserquelle vor Verunreinigung geschützt wird.

Dennoch tranken 2018 noch immer mehr als 2,1 Milliarden Menschen Wasser aus einer unsicheren Quelle. Klimawandel, Bevölkerungswachstum und Industrie tragen ihren Teil zu diesem Effekt bei.

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Beinahe die Hälfte der Menschen, die keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben, lebt in Afrika südlich der Sahara; acht von zehn Personen wohnen in ländlichen Gegenden. Außerdem klafft eine große Lücke zwischen arm und reich.

2. Fakt: Sammeln von Wasser eine hohe Belastung

Wasserhahn auf, Wasser kommt raus? Insbesondere für die Menschen südlich der Sahara ist die Situation nicht ganz so einfach.

Sie müssen sich täglich auf einen weiten Weg machen, um Wasser zu sammeln und ihren Bedarf zu decken. Wenn sie Glück haben, dauert die Suche nur eine Stunde. In Gegenden wie Äthiopien, die von Dürre heimgesucht werden, kann dies oft die ganze Nacht andauern.

Ein weiterer Aspekt kommt hinzu: In fast allen Ländern sind Frauen und Mädchen für die Suche nach Wasser zuständig. Diese ist nicht nur körperlich belastend, sondern auch mit den Themen Armut, Gesundheit, Ausbildung und Gleichberechtigung verbunden.

3. Fakt: Nicht jedes Land hat täglich Wasser zur Verfügung

In vielen Gegenden gibt es nicht den ganzen Tag beziehungsweise nicht jeden Tag Wasser. Hier variiert die Verfügbarkeit stark zwischen den Ländern, aber auch innerhalb der Länder selbst. Tatsächlich haben sehr wenige Länder eine Rund-um-die-Uhr-Versorgung.

Zusätzlich verschärft sich die Situation in Konflikt- und Katastrophengebieten. Wasserwerke, Leitungssysteme oder Brunnen sind häufig zerstört oder stehen unter Beschuss. Krankheiten wie Cholera, Typhus oder Polio können sich rasant ausbreiten.

4. Fakt: Verunreinigung bleibt ein großes Problem

Um als sichere Quelle zu gelten, muss das Wasser frei von Krankheitserregern und einer hohen Belastung mit gesundheitsschädlichen Substanzen sein. Weltweit bleiben E.coli-Bakterien das größte Verunreinigungsproblem.

Denn selbst, wenn eine Quelle als sicher gilt, kann Grundwasser oder auch der Transportbehälter verseucht sein. So zum Beispiel in Nepal: Dort gelten 91 Prozent der Trinkwasserquellen als sicher. E.coli-Bakterien konnten dennoch nachgewiesen werden.

5. Fakt: Die Preise für Wasser variieren

Wie viel kostet eine Flasche Wasser im Supermarkt? Wie hoch sind die monatlichen Wasserkosten? Studien zu Einkommen und Ausgaben gewähren gute Einsichten und lassen erkennen, dass auch hier wieder starke Unterschiede zwischen den Ländern herrschen.

Für viele Menschen ist der Kauf von sauberem Trinkwasser nicht bezahlbar. In Tansania geben beispielsweise zehn Prozent der Bevölkerung mehr als fünf Prozent monatlich für Trinkwasser aus.

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