Dreimal so viele Kinder als jemals zuvor werden in Konflikten weltweit getötet. Die Uno spricht von einer Überschreitung einer akzeptablen und legalen Grenze.

Die Zahl der zivilen Todesopfer in bewaffneten Konflikten hat sich im vergangenen Jahr nach Angaben der Uno weltweit um 72 Prozent erhöht.

"Tötungen und Verletzungen von Zivilisten sind inzwischen an der Tagesordnung. Die Zerstörung lebenswichtiger Infrastrukturen ist an der Tagesordnung", sagt UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk.

Der Anteil der weiblichen Opfer habe sich verdoppelt, der der getöteten Kinder sogar verdreifacht, so Türk am Dienstag (18.6.) zum Auftakt einer Sitzung des UN-Menschenrechtsrats in Genf.

Konflikte weltweit führen zu Menschenrechtsverletzungen

Die Kriegsparteien würden zunehmend die Grenzen des Akzeptablen und Legalen überschreiten. Es gebe, so Türk, eine völlige Verachtung für andere und Menschenrechte würden mit Füßen getreten.

"Auf Kinder wurde geschossen. Krankenhäuser bombardiert. Schwere Artillerie auf ganze Gemeinden abgefeuert. All das begleitet von hasserfüllter, spaltender und entmenschlichender Rhetorik."

UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk

Türk zeigt sich auch entsetzt über die Missachtung der internationalen Menschenrechte durch die Konfliktparteien im Gazastreifen. Seit Beginn des vom Großangriff der radikalislamischen Hamas ausgelösten Krieges am 7. Oktober seien "mehr als 120.000 Menschen in Gaza, überwiegend Frauen und Kinder, getötet oder verletzt worden." Er kritisierte auch die seit Anfang Mai verstärkten Einsätze der israelischen Armee in der Stadt Rafah.

Der Menschenrechtskommissar äußerte sich ebenfalls zu einer Reihe anderer Konflikte, wie etwa in der Ukraine, der Demokratischen Republik Kongo und Syrien. Der Sudan werde "vor unseren Augen von zwei Kriegsparteien und ihnen nahestehenden Gruppen zerstört." Die Rechte des sudanesischen Volkes würden dabei völlig missachtet.

Es fehlt, wie immer, an Geld

Zugleich ist die Finanzierung der humanitären Hilfe in den weltweiten Krisenregionen nicht gesichert: Es bestehe eine Finanzierungslücke von rund 38 Milliarden Euro. Die angefragten Bedarfe seien im Durchschnitt nur zu 16,1 Prozent finanziert.

Die globalen Rüstungsausgaben hätten sich hingegen im vergangenen Jahr um 6,8 Prozent auf insgesamt 2,33 Billionen Euro erhöht, beklagte Türk. "Der Krieg bringt nicht nur unerträgliches menschliches Leid mit sich, sondern hat auch einen hohen Preis."

UNICEF für die Kinder weltweit

Um Kinder in Kriegs- und Konfliktgebieten zu unterstützen, versorgt UNICEF zum Beispiel Menschen im Sudan mit sauberem Wasser, Medikamenten und therapeutischer Fertignahrung für mangelernährte Kinder.

In Gaza bietet UNICEF unter anderem spezielle Einrichtungen an, in denen Kinder einen Raum haben, um über ihre Traumata sprechen zu können. Auch hier unterstützt UNICEF unter anderem mit Erste-Hilfe-Sets, Impfstoffen und Medikamenten.

Unsere Stiftung United Internet for UNICEF steht gemeinsam mit UNICEF an der Seite von Kindern weltweit. (AFP/cm)

Zahl der zivilen Todesopfer in Kriegen stark angestiegen

Die Zahl der zivilen Todesopfer in Kriegen weltweit hat sich nach Angaben der UNO im vergangenen Jahr auf 33.000 erhöht. Im Vergleich zum Vorjahr sei das ein Anstieg um 72 Prozent, sagte der UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk.
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