Der erste Mensch auf dem Mond: Das Leben von Neil Armstrong

Am 21. Juli 1969 schrieb ein US-Amerikaner Geschichte: Neil Armstrong betrat als erster Mensch den Mond und gilt bis heute als Volksheld. Am 5. August 2020 hätte der Astronaut, der bereits im Jahr 2012 verstarb, seinen 90. Geburtstag gefeiert. Ein Rückblick auf das Leben einer Legende. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Neil Alden Armstrong wurde am 5. August 1930 bei Wapakoneta, Ohio geboren. Sein Vater war ein staatlicher Rechnungsprüfer, seine Mutter Hausfrau. Schon in seiner Kindheit interessierte sich Neil für die Fliegerei. Er nahm Flugstunden und erhielt an seinem 16. Geburtstag eine Pilotenlizenz.
Nachdem er die Highschool erfolgreich abgeschlossen hatte, schrieb er sich 1947 an der Purdue University ein. Mithilfe eines Stipendiums der US-Marine wollte der ehrgeizige Armstrong Flugzeugingenieur werden.
Seine Pläne wurden aber durchkreuzt: Nach drei Semestern an der Universität wurde er im Januar 1949 zum Militärdienst einberufen. Armstrong wurde nach Florida entsandt, wo er zum Kampfpiloten ausgebildet wurde.
Ab 1950 folgten Einsätze im Koreakrieg. Mit gerade einmal 20 Jahren war er das jüngste Mitglied seiner Einheit, die auf dem Flugzeugträger USS Essex (im Hintergrund) stationiert war. Insgesamt 78 Einsätze flog Armstrong im Auftrag des Militärs – die meisten waren Aufklärungsflüge.
Nach zwei Jahren kehrte Armstrong in die USA zurück und nahm sein Studium wieder auf. Schließlich hatte er 1955 seinen Abschluss in Luftfahrttechnik in der Tasche.
1956 heiratete Armstrong seine Uni-Liebe Janet Shearon. Das Paar bekam drei Kinder: Eric (*1957), Karen (*1959) und Mark (*1963). Das Familienglück wurde von einem schweren Schicksalsschlag erschüttert, als Töchterchen Karen im Alter von nur zwei Jahren den Kampf gegen den Krebs verlor.
Seine erste Anstellung hatte Neil Armstrong als Testpilot beim National Advisory Committee for Aeronautics (NACA), welches als Vorläufer der NASA gilt. Dort erprobte er viele verschiedene Flugzeugtypen, um sie zu verbessern. Mit diesen erreichte er Höchstgeschwindigkeiten und durchbrach sogar die Schallmauer.
Das Fliegen war aber nicht seine einzige Beschäftigung: Neben seiner Arbeit als Testpilot belegte Armstrong Studienkurse in Luft- und Raumfahrttechnik an der Universität von Südkalifornien.
Im Juni 1958 wurde Armstrong zusammen mit acht anderen Testpiloten von der US-Luftwaffe für das Projekt "Man In Space Soonest" (MISS) ausgewählt. Es handelte sich dabei um die erste Astronautengruppe der USA. Allerdings wurde das Projekt kurz darauf abgesagt.
Der Grund: 1958 wurde die NASA gegründet, die alle Weltraum-Aktivitäten des Landes übernahm. Armstrong arbeitete daraufhin als Testpilot für die Organisation. Er saß in den Cockpits von mehr als 200 Flugzeugen – von Hochgeschwindigkeitsflugzeugen über Raketenflugzeuge bis hin zu Hubschraubern.
Mit der Zeit wuchs ein neuer Traum in Armstrong heran. Er wollte Teil der Astronautengruppe werden, die von der NASA zusammengestellt wurde. 1962 wurde er unter 300 Bewerbern tatsächlich ausgewählt.
Zunächst wurde Armstrong noch als Ersatzpilot eingesetzt und musste eine Mission vom Boden aus betrachten. Erst bei der "Gemini 8"-Mission im Jahr 1966 durfte er zum ersten Mal in den Weltraum. Dort führten er und David Scott (re.) ein schwieriges Manöver durch: Sie koppelten zwei Raumschiffe aneinander.
Schließlich wurde er Kommandant der Apollo-11-Mission. Die lief nicht von Anfang an rund - ganz im Gegenteil, denn beinahe hätte er den legendären Flug nie antreten können: Während eines Trainings entging er 1968 nur knapp dem Tode, als das Mondlandungstrainingsgerät abstürzte.
Am 16. Juli 1969 war es schließlich so weit: Neil Armstrong startete zusammen mit Edwin "Buzz" Aldrin (r.) und Michael Collins (m.) im Raumschiff vom Kennedy Space Center in Florida aus Richtung Mond.
Nachdem sich die Fähre mit Armstrong und Aldrin an Bord vom Raumschiff getrennt hatte, steuerte der Autopilot auf einen Krater zu. Felsen machten die Landung gefährlich. Armstrong schaltete auf manuelle Steuerung und landete sicher auf der Mondoberfläche.
Am 21. Juli 1969 um 3:56 Uhr mitteleuropäischer Zeit betrat Neil Armstrong als erster Mensch den Mond. "Ein kleiner Schritt für den Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit", lautete der erste Satz des Astronauten. Ein paar Minuten später folgte ihm Buzz Aldrin (Foto).
Mehr als 500 Millionen Menschen weltweit verfolgten das Jahrhundertereignis live im Fernsehen. Knapp drei Stunden verbrachten die Astronauten auf dem Mond außerhalb des Raumfahrzeugs. Sie nahmen Gesteinsproben, hissten die US-amerikanische Flagge und hinterließen ihre Fußspuren auf der Mondoberfläche.
Nach der Rückkehr zur Erde wurde Armstrong wie ein Held gefeiert. Nach dreiwöchiger Quarantäne gab es eine große Parade in New York, um die Helden der Nation zu feiern. 1969 erhielt er für seine Leistung die Presidential Medal of Freedom.
Danach ging seine Karriere steil bergauf. 1970 wurde er stellvertretender Leiter des Aeronautikbüros der NASA in Washington. Außerdem erhielt er einen Masterabschluss in Luft- und Raumfahrttechnik und einen Ehrendoktortitel in Ingenieurswissenschaften.
Ein Jahr später verließ er die NASA und wurde Professor für Luft- und Raumfahrttechnik an der University of Cincinnati. Aber auch das war ihm noch nicht genug: Er wechselte in die Wirtschaft und wurde durch die Gründung einiger Firmen zum Millionär.