Siebenschläfer & Co.: Was steckt wirklich hinter den Bauernregeln?

Am 27. Juni schauen alle gespannt in den Himmel: Es ist Siebenschläfertag. So wie das Wetter an diesem Tag ist, bleibt es sieben Wochen lang. Aber stimmt das wirklich?

Am 27. Juni ist Siebenschläfertag. Eine alte Bauernregel besagt, dass das Wetter an diesem Tag weitere sieben Wochen bleibt. Aber stimmt das wirklich? Wie gut konnten Bauern mit ihren Regeln das Wetter erahnen? Wir verraten Ihnen, was dran ist an diesen und weiteren "Wettervorhersagen" ...
Sieben christliche Brüder wurden im Jahre 251 aufgrund ihres Glaubens fortgejagt, suchten in einer Höhle Zuflucht und wurden eingemauert. Sie starben allerdings nicht, sondern fielen in einen langen Schlaf. Erst Jahrhunderte später entdeckte man sie an einem 27. Juni. Sie bezeugten so den Glauben an die Auferstehung.
Doch an die Legende denken wir nicht, wenn am 27. Juni der Tag anbricht. Viel mehr schauen wir nach oben: Regnet es? Scheint die Sonne? "Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen lang bestellt", heißt nämlich die passende Bauernregel. Der Siebenschläfertag soll uns verraten, wie das Wetter in nächster Zeit wird. Aber tut er das wirklich?
Die Eintrittswahrscheinlichkeit liegt nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes bei rund 60 Prozent. In den meisten Jahren stellt sich zu dieser Zeit eine bestimmte Großwetterlage ein und gibt den Witterungscharakter der folgenden Wochen vor. Es konnte allerdings nachgewiesen werden, dass die gesamte erste Juliwoche das Wetter für den Sommer andeutet, nicht nur dieser eine Tag.
Umgangssprachlich bezeichnet man die heiße Zeit im Sommer als "Hundstage", speziell die Periode von 23. Juli bis 23. August. Benannt wurden sie nach dem Hundsstern Sirius, der in dieser Zeit der Sonne am nächsten steht und mit ihr aufgeht. Die Regel "Hundstage heiß - Winter lange weiß" soll also Vorhersagen über den kommenden Winter treffen ...
Statistische Untersuchungen für die Zeit um den 25. Juli (Jakobi) haben aber nur einen geringen Zusammenhang feststellen können. Zwar zeigte sich, dass ein trockener und warmer Jakobitag mit einer Trefferquote von 60 Prozent einen kalten Januar nach sich zieht. Doch über die Temperaturen und Niederschläge in November und Dezember konnte man dagegen keine Aussage treffen.
Und noch ein Tier, dass angeblich mit dem Wetter zu tun hat: das Schaf. Spricht man von der sogenannten Schafskälte, ist damit die Zeit zwischen dem 1. und 25. Juni gemeint und bezeichnet einen Kälterückfall. Statistiken haben ergeben, dass dieser mit bis zu 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit um den 11. Juni eintrifft. Und warum heißt sie "Schafskälte"?
Das Phänomen bezieht sich tatsächlich auf eben diese Tiere. Traditionell scheren Hirten ihre Schafe zum Ende des Frühjahrs. Kommt dann der Kälterückfall, stehen die armen Tiere ohne ihre wärmende Wolle da.
Auch die Kalte Sophie, die zu den Eisheiligen gehört, ist für Kälte verantwortlich: "Vor Nachtfrost du nicht sicher bist - bis Sophie vorüber ist." Nach einem warmen Frühlingsbeginn kann es zwischen dem 11. und 15. Mai noch einmal zu Frost kommen. Allerdings gibt es keine Garantie, dass nach der Kalten Sophie kein Frost mehr auftritt - laut Wetterstatistik sogar noch häufiger zum gegen Ende Mai als in der Mitte.
Wenn nach einem trüben Tag am Abend noch einmal die Sonne hervorlugt, wird oft diese Bauernregel zitiert: "Abendrot - Gutwetterbot, Morgenrot mit Regen droht." Diese Weisheit hat viel Wahrheitheitsgehalt. Kommt die Sonne abends noch heraus, spricht das dafür, dass die Wolken und damit das schlechte Wetter abgezogen sind.
Tritt allerdings die Morgenröte auf, dann soll das ein Zeichen für schlechtes Wetter sein. Wolken im Westen werden von der im Osten aufsteigenden Sonne angestrahlt und der Himmel erstrahlt in einem tiefen Rot. Der Wind aus Westen weht dann die Wolken heran. Kommt der Wind allerdings aus einer anderen Himmelsrichtung, ist die Bauernregel schon nicht mehr stimmig.
"Ist der Oktober warm und fein, kommt ein scharfer Winter drein. Ist er aber nass und kühl, mild der Winter werden will." Wenn wir uns im Oktober über einen goldenen und warmen Herbst freuen, müssen wir uns auf einen harten Winter einstellen. Zumindest, wenn es nach dieser Bauernregel geht.
Tatsächlich folgt auf einen trockenen und zu warmen Oktober sehr häufig ein kalter Januar, häufig auch ein sehr kalter Februar. Umgekehrt folgt auf einen zu kalten Oktober ein recht milder Jahresbeginn.
"Wie Bartholomäitag sich hält, so ist's auch im Herbst bestellt" Der 24. August ist der Bartholomäitag, der Tag, an dem des heiligen Bartholomäus gedacht wird. Wird es an diesem Tag außergewöhnlich warm, wird zu circa 75 Prozent auch der Herbst, besonders die Monate Oktober und November, relativ warm. Das Wetter im September kann mit dieser Regel allerdings nicht vorausgesagt werden.
Die Regel "Reif und Tau machen den Himmel blau" stimmt in den meisten Fällen. Wenn am Morgen auf den Feldern Tau zu sehen ist, gab es eine klare und kühle Nacht. Kondensierter Wasserdampf aus der Luft bleibt an den Pflanzen hängen. Eine wolkenfreie Nacht lässt einen wolkenfreien Tag und damit blauen Himmel vermuten. Andersherum bildet sich bei einer bewölkten Nacht kein Tau, da keine Abkühlung stattfindet.