Experten schlagen Alarm: In den USA breitet sich eine tödliche Nervenkrankheit unter Rentieren und Hirschen aus. Wissenschaftler befürchten eine Übertragung der "Zombie"-Krankheit auch auf den Menschen.

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Die Hirnkrankheit CWD (Chronic wasting disease) breitet sich in Nordamerika bei Hirschen und Elchen aus. In mindestens 24 US-Bundesstaaten und zwei kanadischen Provinzen grassiere der tödliche Infekt, meldet das Center for Disease Control and Prevention (CDC).

CWD wurde erstmals in den späten 1960er-Jahren in Colorado festgestellt. Registrierte Krankheitsfälle gibt es auch in Südkorea, Finnland und Norwegen.

Die umgangssprachlich genannte "Zombie"-Krankheit bei Hirschen ist der Rindererkrankung BSE und der Schafkrankheit Scrapie ähnlich. Es handelt sich um eine ansteckende Prionenerkrankung, die Huftiere wie Elche oder Wapitis, Rotwild, Maultierhirsch, Schwarzwedelhirsch, Weißwedelhirsch, Sikawild und Rentier befällt und immer tödlich endet.

Die Ursache ist ein abnormales Prion (eine Protein-Form), das sich in den Gehirnzellen des Tieres ansammelt und das zentrale Nervensystem angreift. Im Verlaufe der Krankheit platzen die betroffenen Gehirnzellen und hinterlassen mikroskopisch kleine Leerräume.

Es wird angenommen, dass sich CWD durch Speichel, Urin und Fäkalien verbreitet. Zudem halten sich die Erreger lange im Boden. Aufgrund der langen Inkubationszeit ist eine Erkrankung schlecht zu diagnostizieren. Bis die ersten Anzeichen auftreten, kann es Monate bis hin zu Jahrzehnten dauern.

Mit fortschreitender Erkrankung können die Tiere verschiedene Symptome aufweisen. Dazu gehören:

  • drastischer Gewichtsverlust
  • stolpern
  • Mangel an Koordination
  • Lustlosigkeit
  • Sabbern
  • übermäßiger Durst oder Wasserlassen
  • hängende Ohren
  • wenig Angst vor Menschen
  • Aggression.

"Zombie"-Krankheit: Übertragung auf Menschen befürchtet

Obwohl bisher keine Fälle von CWD beim Menschen dokumentiert sind, warnen Experten vor einer möglichen Ansteckung. Michael Osterholm, Direktor des Zentrums für Forschung und Politik für Infektionskrankheiten an der Universität von Minnesota, sagte der Nachrichtenseite "USA Today" zufolge, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis Fälle bekannt würden.

Es sei möglich, dass sich Menschen durch den Verzehr von kontaminiertem Fleisch ansteckten. Osterholm zufolge könnten die Zahlen beträchtlich sein. Tatsächlich weisen experimentelle Studien darauf hin, dass CWD ein Risiko für Affen darstellt. So konnten Wissenschaftler laut dem Robert-Koch-Institut zeigen, dass sich Makaken durch den Verzehr kontaminierten Hirsch- oder Elchfleisches infizierten. "Diese Studien geben Anlass zur Sorge, dass auch Menschen gefährdet werden können", betont das CDC auf seiner Seite. (fab)

Verwendete Quellen

  • Center for Disease Control and Prevention: Chronic Wasting Disease (CWD)
  • Robert Koch Institut: Chronic Wasting Disease (CWD), Fingerprinting the culprit in risk assessments.
  • USA Today: 'Zombie' deer disease: What is it, and could it affect humans?
  • Twitter

Leichtsinn, Jähzorn oder sogar Psychosen müssen nicht zwangsläufig angeboren oder erlernt sein. Möglicherweise zieht ein Parasit im Hintergrund die Fäden. Der mutmaßliche Täter ist kein Unbekannter. Er steht schon länger im Verdacht, im Gehirn Prozesse auszulösen, die zu neurophysischen Störungen führen.