Das Marmeladenbrötchen auf der Terrasse zieht sie an wie ein Magnet. Auch Wurst und Käse gehören zu Leibspeisen, die sie sich hartnäckig erkämpfen. Die Rede ist von Wespen, die offenbar nur dazu da sind, um uns zu nerven und die Lust am sommerlichen Picknick zu verderben. Oder haben diese Tiere tatsächlich eine Daseinsberechtigung?

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Das gemütliche Frühstück auf der Terrasse kann zu einem echten Horror werden. Gerade in heißen und trockenen Sommern schwirren nämlich zahlreiche Wespen umher und kämpfen um ihr Vorrecht auf Wurst, Käse und Süßes. Das nervt nicht nur, sondern kann auch gefährlich werden – etwa wenn die Plagegeister stechen.

"Wozu sind die eigentlich gut?", fragt man sich in solchen Situationen. Während Bienen wenigstens fleißig Pflanzen bestäuben und Honig produzieren, haben Wespen anscheinend nichts Besseres zu tun, als uns das Leben schwer zu machen.

Gepäck und Ausrüstung sollten optimal ausgewählt werden, damit unterwegs keine bösen Überraschungen die Radtour vermiesen können.

Vor allem zwei Wespenarten besuchen den Menschen

Zugegeben: Die Wespe hat ein kleines Image-Problem. Deshalb sollte man wissen, dass nicht alle Wespen Nervtöter sind. Dem Menschen nähern sich vor allem die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe. Das sind aber nur zwei von insgesamt acht Arten, die in Deutschland umherschwirren.

Die übrigen sechs Arten trinken lieber den Nektar der Blüten und bestäuben Obstbäume, Sträucher und andere Pflanzen. Sie haben somit einige Gemeinsamkeiten mit den geliebten Bienchen.

Auch die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe wären prinzipiell harmlos und eigentlich sogar Vegetarier. Wäre da nicht ihr Nachwuchs: Fleisch brauchen diese Wespenarten nämlich nur, um ihre Brut großzuziehen.

Staubsaugen oder Einkaufstüten schleppen - es gibt Dinge, die macht niemand gern. Und dabei gibt es praktische Alltagshelfer, die ein wenig nervige Arbeit abnehmen können.

Alles nur zum Wohl der Kinder

Bei Wurstplatte, Grillsteak und Co. handelt es sich um besonders eiweißreiches Futter. Das finden Wespen richtig gut – ebenso wie sie andere Insekten mögen. Fliegen, Blattläuse, Raupen und Spinnen, aber auch Baumschädlinge stehen ebenfalls auf dem Speiseplan.

Selbst ein kleiner Wespenstaat kann täglich bis zu 3.000 Insekten und Spinnen vertilgen. Sie sind damit ein wichtiger Bestandteil in der Nahrungskette und sorgen für ein ökologisches Gleichgewicht.

Ist die Brut ausgewachsen, brauchen die Wespen vor allem Energie und suchen daher süße Nahrung. Diese besteht aber nicht nur aus Zwetschgenkuchen und Marmeladenbrötchen, sondern überwiegend aus Nektar und Pflanzensäften. Hauptaufgabe der Wespen ist also durchaus das Bestäuben, nicht das Ärgern von Menschen.

Für den Menschen interessieren sie sich, abgesehen von dessen Nahrung, ohnehin wenig. Nur wenn sie aggressiv gemacht oder gequetscht werden, gehen Wespen zum Angriff über und stechen. Nachvollziehbar.

„Vegan sein“ bedeutet mehr als den Verzicht auf tierische Produkte in der Ernährung. Denn auch für Kleidung, Medikamente, Pflege- und Kosmetikprodukte müssen Tiere oft leiden.

Bis zu 50.000 Euro Strafe für das Töten von Wespen

Wespen sind also durchaus nützliche Tiere und stehen zurecht unter Naturschutz. Sie zu töten ist damit nicht nur aus ökologischer Sicht ungünstig: Es kann auch saftige Strafen nach sich ziehen. Bis zu 5.000 Euro bei "normalen" Wespen und sogar bis zu 50.000 Euro bei seltenen Wespenarten sind als Bußgeld bei "fangen, verletzen oder töten ohne vernünftigen Grund" angesetzt.

Wer beim Frühstück trotzdem seine Ruhe haben möchte, sollte die Speisen schlichtweg abdecken. Ganz vermeiden lässt sich der Besuch der gelb-schwarzen Tierchen zwar nicht. Mit diesem neu gewonnenen Hintergrundwissen erdulden wir ihn aber vielleicht zumindest. (mahe/ncs)

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