• Die Kritik an Robert Habeck reißt nicht ab.
  • Der Wirtschaftsminister hatte erweiterte Hilfen für Unternehmen angekündigt - doch diese lassen auf sich warten.
  • Indes stehen viele Unternehmen bereits mit dem Rücken zur Wand.

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Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion hat Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) wegen eines "Energie-Tsunamis" für Firmen zum Handeln aufgefordert. Die Chefin Gitta Connemann sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Wir erhalten täglich Nachrichten über Insolvenzen, über Teilstilllegungen oder Produktionsaufgaben. Traditionsfirmen und Startups, Handwerksbetriebe und Dienstleister stehen an der Wand. Ihnen läuft die Zeit weg. Ein weiteres Warten auf Entlastungen kostet Existenzen."

Keine Rücklagen mehr vorhanden - wegen Corona-Pandemie

Viele Betriebe hätten ihre Rücklagen in der Pandemie verzehrt, sagte Connemann. "Und wer noch etwas zuzusetzen hat, wird vom Energie-Tsunami getroffen." Selbst gesunde Traditionsunternehmen könnten die Ver-X-Fachung der Energiepreise, die Gasumlage und Co. nicht schultern. "Viele Betriebe bekommen keine Energielieferverträge mehr. Und dem Rest fehlen inzwischen die Roh- und Grundstoffe - von Stahl bis Kohlensäure. Aus den Warnungen sind inzwischen verzweifelte Hilferufe geworden."

Die Krise bedrohe nicht mehr nur Einzelbetriebe, sondern ganze Branchen, so Connemann. "Und der Bundeswirtschaftsminister? Robert Habeck scheint erst jetzt zu begreifen, wie schlimm es um den Mittelstand in Deutschland steht. Ihm scheint erst jetzt die Dimension der Bedrohung des Wirtschaftsstandortes Deutschland klar zu werden."

Scharfe Kritik an Wirtschaftsminister Robert Habeck

Anders sei es nicht zu bewerten, dass er sein Ministerium jetzt auf Krisenmodus trimme - viel zu spät. Habeck hatte Umstrukturierungen angekündigt. "Er erinnert an einen Brandmeister, der die Schläuche in das Feuerwehrfahrzeug räumt und den Schlüssel sucht, während schon eine ganze Häuserzeile lichterloh brennt", sagte Connemann.

Habeck hatte erweiterte Hilfen für Unternehmen angekündigt. Connemann forderte einen Deckel für Strom- und Gaspreis, einen Stopp der Gasumlage und eine Senkung der Steuern auf Energie auf das europäische Mindestmaß.  © dpa