Was wie Werbung wirkte, war eigentlich eine Preiserhöhung: Mehrere Energieversorger haben sich so den Ärger von Verbraucherschützern zugezogen. Sie wollen klagen, sollten die Anbieter die Praxis nicht unterlassen.

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Verbraucherschützer gehen gegen versteckte Preiserhöhungen von Strom- und Gasanbietern vor. Drei Unternehmen habe man abgemahnt, sagte der Chef der Verbraucherzentrale NRW, Wolfgang Schuldzinski, am Mittwoch in Düsseldorf.

Darunter seien zwei Discounter, die aggressiv mit Billigpreisen in den Vergleichsportalen werben und diese dann möglichst unbemerkt erhöhen.

Konkret geht es um die Firmen Strogon, Fuxx - Die Sparenergie GmbH und EVD (EnergieVersorgung Deutschland), wie die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen auf ihrer Website mitteilt.

Verbraucherzentrale droht mit Klagen

Die Verbraucherschützer verlangen deutliche Hinweise auf Preisänderungen schon im Betreff der Nachrichten.

Wenn die abgemahnten Anbieter uneinsichtig blieben, werde man sie verklagen, kündigte die Verbraucherzentrale an und verwies auf ein Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf.

Das Gericht hatte bereits 2016 eine solche undurchsichtige Mail eines Energieanbieters moniert und dessen Preiserhöhung für unwirksam erklärt.

E-Mails kommen eher wie Werbung daher

Die Verbraucherschützer kritisierten mehrere Schreiben an die Kunden. Darin werde der eigentliche Zweck - die Information über Preiserhöhungen - so geschickt versteckt, dass die Briefe von vielen als Werbeschreiben interpretiert und gar nicht erst gelesen würden.

Bei einer Preiserhöhung haben Kunden das Recht auf eine Sonderkündigung. Durch als Werbung getarnte E-Mails werde verhindert, dass die Kunden von diesem Recht Gebrauch machten, moniert die Verbraucherzentrale.

Im Betreff sei blumig von "Energiemarktentwicklungen" und "Serviceinformationen" die Rede. Tatsächlich handle es sich bei den Schreiben um Trojanische Pferde, die es in sich hätten: Die Preiserhöhung werde möglichst beiläufig erwähnt.

Trick 17: Kunden über Höhe der Preisanpassung im Unklaren lassen

Ein weiterer Trick sei es, nur die neuen Preise zu nennen und die Kunden so über die Höhe der Anpassung im Unklaren zu lassen.

Eine Preiserhöhung müsse im Betreff klar angekündigt und in der Information der alte und der neue Preis gegenübergestellt werden, forderten die Verbraucherschützer. Einige Anbieter seien in dieser Hinsicht vorbildlich. (ank/dpa)

Offenlegung: Auch WEB.DE und GMX bieten Strom an.