Uli Hoeneß will seine Haftstrafe offenbar nicht in der Justizvollzugsanstalt Landsberg absitzen. Das berichtet der "Focus". Demnach hat der wegen Steuerhinterziehung verurteilte 62-Jährige bereits Widerspruch gegen die Inhaftierung in der oberbayerischen JVA erhoben.

Uli Hoeneß will seine Strafe wegen Steuerhinterziehung offenbar nicht zwischen Mördern und Gewalttätern verbüßen. In der JVA Landsberg, die er einerseits wegen der örtlichen Zuständigkeit, andererseits wegen der Höhe der Strafe (3,5 Jahre) zuständig ist, wäre das aber der Fall. Deswegen habe er laut "Focus" über Rechtsberater Einwände bei der zuständigen Staatsanwaltschaft München II. erhoben.

Hoeneß führt zudem den Tag der offenen Tür in der JVA Landsberg an, an dem über 150 Journalisten das Gefängnis besichtigen konnten. Hoeneß sei zutiefst über das "Public-Knast-Viewing" schockiert gewesen, schreibt der "Focus". Dadurch sei die Privatsphäre des 62-Jährigen bereits verletzt worden. Sein Umfeld sehe sogar Sicherheitsbedenken, heißt es in dem Bericht. Es werde befürchtet, dass Wärter oder Häftlinge bereits mit Geld geködert worden seien, um Informationen aus dem Alltag von Hoeneß im Gefängnis an die Öffentlichkeit zu bringen, heißt es weiter.

Wird Uli Hoeneß bereits nach drei bis vier Monaten zum Freigänger?

Laut Artikel 10 des Bayerischen Strafvollzugsgesetzes ist eine Verlegung möglich, wenn wichtige Gründe vorliegen. Zudem muss das bayerische Justizministerium zustimmen. Laut dem Bericht laufen die Gespräche bereits "auf höchster Ebene". Die Entscheidung darüber solle noch im Lauf dieser Woche fallen. Sollte dem Einwand von Hoeneß stattgegeben werden, gilt offenbar die JVA Landshut als wahrscheinlichstes Gefängnis. Dort seien unter den Gefangenen keine "schweren Jungs", zitiert der "Focus" einen Insider.

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Bilder aus der JVA Landsberg

Hier muss Hoeneß seine Gefängnisstrafe absitzen. Bilder aus der JVA Landsberg.

Uli Hoeneß war am 14. März zu dreieinhalb Jahren Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung in Höhe von 28,5 Millionen Euro verurteilt worden. Hoeneß könnte nach frühestens 21 Monaten auf Bewährung entlassen werden. "Uli rechnet fest damit, dass er nach seinem Haftantritt Ende Mai bereits nach drei oder vier Monaten Freigänger wird", zitiert der "Focus" einen namentlich nicht genannten Freund.

Dem Bericht zufolge besteht zwischen Hoeneß und den Steuerbehörden immer noch keine Einigkeit über die tatsächliche Steuerschuld, die der 62-Jährige noch begleichen muss. Sie dürfte am Ende wohl zwischen 30 und 40 Millionen Euro liegen. (cai)

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Uli Hoeneß' Karriere in Bildern

Eine Laufbahn im Zeichen der "Abteilung Attacke". Diese Stationen prägten die bisherige Karriere des Bayern-Urgesteins.