Krebsverursachende Substanzen in Plastikfiguren, allergieauslösendes Make-up oder verbotene Chemikalien in Tattoo-Farbe: Jedes Jahr verzeichnet die EU-Kommission über 2.000 Meldungen über fehlerhafte und schädliche Produkte. 2013 waren es sogar noch einmal vier Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders alarmierend: Die Hälfte davon betrifft Kleidung und Spielzeug.

Seit zehn Jahren existiert das System, womit sich die EU-Mitgliedsländer gegenseitig vor schädlichen und riskanten Produkten warnen, um rechtzeitig Rückrufaktionen starten zu können. Jährlich laufen über 2.000 solcher Meldungen ein. 2013 bestand bei 1.900 von 2.300 gemeldeten Produkten ein erhebliches Risiko.

Zu den gefährlichsten Produkten in allen EU-Mitgliedsstaaten des vergangenen Jahres zählen an erster Stelle mit 583 Meldungen Bekleidung, Textilien und Modeartikel (25 Prozent), 580 Meldungen bei Spielzeug (25 Prozent), 207 Meldungen von Elektrogeräten (sieben Prozent) und kosmetische Produkte mit 106 Meldungen (vier Prozent).

Die am häufigsten gemeldeten Gefahren sind dabei: 656 Fälle von Verletzungen, 580 mal Chemische Risiken (20 Prozent), 398 Meldungen über Erstickungsgefahr (14 Prozent), 329 Fälle von Elektrischen Schlägen (12 Prozent) und 266 Strangulationsmeldungen (neun Prozent).

Die größte Anzahl riskanter Produkte auf dem Markt verzeichneten 2013 Ungarn mit 278 Meldungen, Deutschland mit 259, Spanien mit 254, Bulgarien mit 191 und England mit 142 Meldungen. Dabei sind die hohen Zahlen nicht unbedingt als negativ zu bewerten. Vielmehr lässt eine hohe Quote an Fehlermeldungen auf eine gründliche und aufmerksame Marktüberwachung schließen. Die Produkte können rechtzeitig aus dem Verkauf genommen, zurückgerufen und Konsumenten besser geschützt werden.

Schädliche Produkte hauptsächlich aus China

Doch woher stammen die gesundheitsschädlichen Produkte? Laut dem Bericht werden 64 Prozent in China produziert, das sind 1.459 Produkte. Lediglich 284 Güter (15 Prozent) stammen aus europäischen Ländern, wovon nur 55 (zwei Prozent) in Deutschland hergestellt werden.

In Deutschland stehen auf dem ersten Platz der riskantesten Güter Kraftfahrzeuge. Bekleidung, Textilien und Modeartikel kommen an zweiter Stelle, Spielzeug landet auf dem dritten Rang. Die größten gemeldeten Gefahren in Deutschland sind: Chemisches Risiko (51 Prozent), Verletzungen (25 Prozent) Erstickung (neun Prozent), Elektrischer Schlag (vier Prozent) und Feuer (drei Prozent).

Die "Rapex"-Datenbank umfasst alle Konsumgüter außer Lebensmittel und Medikamente. (frei)