Stuttgart (dpa) - Die Deutschen bleiben reiselustig. Laut aktuellem "Urlaubsreisetrend" dürfte auch 2018 ein gutes Jahr für die Branche werden.

"Die Urlaubslust ist ausgeprägt. Ein weiteres leichtes Wachstum der Nachfrage ist möglich", sagte der Tourismusforscher Martin Lohmann am Freitag bei der Vorstellung der Studie zum Auftakt der Reisemesse CMT. 43 Prozent der Befragten hätten sowohl Lust auf Urlaub als auch genug Zeit und Geld dafür. "Die Urlaubsstimmung der Deutschen wächst von Jahr zu Jahr", sagte Lohmann.

Mit einem Anteil von etwa 30 Prozent werden Urlaubsziele im Inland voraussichtlich auch in diesem Jahr die Hitliste anführen, gefolgt von Orten in Spanien, Italien, der Türkei und Österreich. Die Türkei sei trotz Marktanteilsverlusten weiter ein wichtiges Reiseziel, heißt es in der Studie. Der weltgrößte Reisekonzern Tui hatte jüngst auch schon wieder ein stärkeres Interesse der Deutschen an Urlaubsreisen in die Türkei vermeldet.

Ein knappes Viertel der Menschen in Deutschland will laut den Autoren in diesem Jahr häufiger verreisen als 2017, 30 Prozent wollen mehr Geld für Reisen ausgeben - was auch daran liegt, dass ein gutes Viertel seine persönliche wirtschaftliche Lage als besser als im Vorjahr einschätzt.

Insgesamt rechnet Lohmann mit einer leicht steigenden Nachfrage im diesjährigen Urlaubstourismus. 2017 lag die Zahl der Reisen laut Studie mit rund 69 Millionen auf Vorjahresniveau. Rund 69 Milliarden Euro gaben die Urlauber dafür aus - zwei Prozent mehr als 2016. Die Zahl der Kurzurlaube zog leicht an. "Und für alle Reisen gilt: Deutschland ist das Reiseziel Nummer eins", sagte Lohmann.

Wie teuer ein Urlaub außerhalb Deutschlands wird, kann sich selbst in Europa erheblich unterscheiden, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Das teuerste EU-Urlaubsland aus Sicht der Bundesbürger ist Dänemark, wo Gaststätten- und Hoteldienstleistungen 35,5 Prozent mehr kosten als in Deutschland. Spitzenreiter europaweit ist Island, das nicht der EU angehört - Besuche in Gaststätten und Hotelübernachtungen sind dort 62,5 Prozent teurer als in Deutschland. Besonders günstig ist es hingegen in Bulgarien, wo die entsprechenden Preise um 59,8 Prozent unter denen hierzulande liegen.

Bei der 50. CMT präsentieren in diesem Jahr knapp 2200 Aussteller ihr Angebot. Die Messe beginnt offiziell am Samstag. Im Vorjahr kamen rund 235.000 Besucher.  © dpa