• Ab 1. März gelten neue Corona-Lockerungen in der Schweiz.
  • Unter anderem die Geschäfte dürfen wieder öffnen.
  • In Kreuzlingen und Basel rechnet man mit einem Ansturm deutscher Einkaufstouristen.

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Am Montag (1. März) öffnen Einkaufsläden in der Schweiz wieder ihre Pforten. Ob das auch Einkaufstouristen aus Deutschland anlockt? Schließlich bleiben dort die Geschäfte noch länger geschlossen, nur Friseure, Gartencenter, Gärtnereien und Blumenläden dürfen wieder öffnen.

Wer von Deutschland in die Schweiz einreist, für den gilt eine Quarantänepflicht. Allerdings gibt es Ausnahmen von dieser Regel, etwa für Grenzpendler, Studenten oder Angestellte in Gesundheitsberufen. Diese Personengruppen könnten ab 1. März also einen Abstecher in Schweizer Einkaufsläden machen. Kreuzlingen etwa rechnet mit zahlreichen Einkaufstouristen, wie "20min.ch" berichtet.

"Ich denke, dass mehr Deutsche in die Grenzregionen strömen werden, um dort shoppen zu gehen", prophezeit Matthias Hotz, Präsident vom kantonalen Dachverband der Thurgauer Detailfachhandelsgeschäfte (TGshop). Normalerweise reisen Schweizer nach Deutschland, um dort einzukaufen, nun könnte der umgekehrte Fall eintreten. Diese andere Richtung des Grenztourismus sei laut Hotz positiv zu werten. "Dass unsere Geschäfte davon profitieren, freut uns natürlich", sagt er.

Coiffeursalons: Deutsche lassen sich in der Schweiz die Haare schneiden

Eine ähnliche Beobachtung habe man bereits in den vergangenen Wochen in Coiffeursalons machen können. "Weil die Coiffeure in Deutschland geschlossen waren, kamen viele in die Schweiz, um sich die Haare machen zu lassen", erklärt Hotz. Dies bestätigt Saad al Mawla, der in Kreuzlingen einen Coiffeursalon und einen Barbershop betreibt. "In den letzten Wochen hatte ich deutlich mehr Kunden aus Deutschland", erzählt er.

Laut Diana Gutjahr, SVP-Nationalrätin und Unternehmerin, sei jeder Konsument willkommen, "egal ob aus Deutschland oder aus der Schweiz". Die Kunden seien wichtig, damit Ladenbesitzer wieder Umsatz und Gewinne machen und somit aus der Coronakrise kommen. Außerdem gebe es in allen Läden "Schutzkonzepte, an die man sich halten muss". Negative epidemiologische Konsequenzen erwarte Gutjahr also nicht.

Gesundheitsdirektorenkonferenz rechnet nicht mit vielen deutschen Einkaufstouristen

Ähnlich wie Kreuzlingen freut sich auch Basel auf Kundschaft aus dem Ausland. "Von den 50.000 französischen und deutschen Grenzgängern werden sicher auch einige in Basel shoppen gehen", erklärt Roland Vögtli, der einen Kleiderladen in Basel betreibt. Die Wiedereröffnung werde "der Stadt bestimmt wieder etwas Leben einhauchen".

Der Basler Regierungsrat und Präsident der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektoren (GDK), Lukas Engelberger, glaubt nicht an viele Einkaufstouristen aus dem Ausland: "Aufgrund der geltenden Quarantäneregeln in Deutschland rechnen wir eher nicht mit zahlreichen Konsumentinnen und Konsumenten aus Deutschland", sagt er. Man solle sich an die Regeln zum Schutz vor Ansteckungen halten und vorsichtig bleiben.

Lockerungen ab 1. März

Die Entscheidung für Lockerungen nannte der Bundesrat einen "ersten, vorsichtigen Öffnungsschritt". Neben Geschäften und Einkaufsläden werden am 1. März auch Museen, Lesesäle von Bibliotheken, Außenbereiche von Sport- und Freizeitanlagen, Zoos und botanische Gärten geöffnet. Im Freien sind außerdem wieder Treffen mit bis zu 15 Personen möglich.

Besondere Lockerungen gibt es für Kinder und Jugendliche unter 20 Jahren: Sie dürfen wieder uneingeschränkt Sport treiben, Kinder- und Jugendchöre dürfen singen. Wettkämpfe und Konzerte ohne Publikum sind in dieser Altersgruppe ebenso wieder erlaubt, genauso wie Angebote der offenen Kinder- und Jugendarbeit sowie Jugendtreffs.  © 1&1 Mail & Media/spot on news

Merkel: Drei Pakete für mögliche Öffnungsschritte

Die Sehnsucht nach weiteren Lockerungen und Öffnungen ist in weiten Teilen der Gesellschaft groß. Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte Verständnis. Mögliche weitere Öffnungsschritte sollen nun erarbeitet werden, dabei geht es Merkel um drei Bereiche.