In Zeiten steigender Energiepreise kann ein Wechsel des Stromanbieters den Geldbeutel deutlich entlasten, sagen Verbraucherschützer. Aber es lohnt sich genau so, seine Haushaltsgeräte unter die Lupe zu nehmen. Die wichtigsten Tipps zum Stromsparen im Überblick.

Ein Wechsel des Stromanbieters kann sich positiv auf das eigene Portemonnaie auswirken. "Etwa zehn bis zwölf Prozent an Energiekosten lassen sich so jährlich einsparen", sagt Gerhild Loer von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Bei einem Vier-Personen-Haushalt mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 5.000 Kilowattstunden im Jahr sind – je nach Tarif und Region – rund 300 Euro Ersparnis möglich. 40 Prozent der Deutschen seien vertraglich aber immer noch an die relativ teure Grundversorgung gebunden, die meist von den Stadtwerken angeboten wird, so die Expertin in Energiefragen.

Dabei ist ein Anbieterwechsel problemlos möglich. Auf einem der zahlreichen Vergleichsportale im Internet kann ein passender Tarif ausgewählt und gebucht werden. Wer zum Wechsel entschlossen ist, bei den bundesweit etwa 1.000 Anbietern und unzähligen Tarifen jedoch den Überblick verliert, kann sich von den Verbraucherzentralen beraten lassen. Diese warnen allerdings vor Billiganbietern und ihren Tricks: drastische Preiserhöhungen, hohe Abschlagszahlungen, falsche Rechnungen, das Drängen auf Vorkasse oder das Einbehalten von versprochenen Boni. Auch schlechter Service oder dürftige Informationspolitik führen bei Verbrauchern zu Beschwerden.

Kühlschrank oft größter Stromfresser

Wem ein Tarifwechsel zu aufwändig ist, der kann in den eigenen vier Wänden auch so die Ausgaben drastisch senken. Dafür gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, etwa den Austausch von alten Haushaltsgeräten. "Der Kühlschrank ist häufig der Stromfresser Nummer eins", erklärt Gerhild Loer. "Und zwar nicht nur, weil er meist den ganzen Tag in Betrieb ist." Die Dämmung des Gerätes lasse mit den Jahren deutlich nach, auch der Motor verliere mit den Jahren an Leistung. Die Folge: ein deutlich höherer Verbrauch. Am besten arbeiten Kühl- oder Gefriergeräte, wenn sie an einem kühlen Ort stehen und eine gute Belüftung gewährleistet ist. Weil sie Wärme an ihre Umgebung abgeben, sollte ein ständiger Luftfluss sichergestellt werden. Die Räume dahinter und darunter dürfen nicht verdeckt sein – sonst steigt der Verbrauch.

Die schlechter werdende Energiebilanz eines Kühlschranks ist dennoch nicht aufzuhalten, während andere Haushaltsgeräte wie Fernseher, Waschmaschine oder Wäschetrockner auch nach zehn oder fünfzehn Jahren noch dieselbe Zahl an Kilowattstunden verbrauchen. Hier kann die Anschaffung neuer, energieeffizienter Modelle helfen. Ersparnisse sind auch durch teilweisen oder völligen Verzicht möglich. Muss ich bei 90 Grad waschen? Ist die Waschmaschine tatsächlich ordentlich gefüllt? Benötige ich wirklich einen Wäschetrockner? "Wer Strom sparen möchte, sollte seine Wäsche einfach an der Luft trocknen lassen", empfiehlt Gerhild Loer.

Stand-by-Modus belastet den Geldbeutel

Beim Fernseher drückt wie bei manch anderen Geräten der Stand-by-Modus auf den Geldbeutel. Das kleine rote Licht ist schnell übersehen. Und das kann teuer werden. Tests haben gezeigt, dass bei manchen Modellen der Verbrauch im Wartezustand genau so groß sein kann wie beim aktiven Betrieb. Schlimmstenfalls kann ein Gerät in Ruhe fast doppelt so viel Strom im Jahr verbrauchen wie während der eigentlichen Benutzung. "Selbst bei Laptops, die ausgeschaltet sind, wird weiter Energie gezogen, solange das Stromkabel angeschlossen ist", sagt Gerhild Loer. Als Abhilfe empfiehlt die Expertin Kippschalter, mit denen sich bequem mehrere Stromfresser auf einmal abschalten lassen. Aber auch Ladegeräte sollten immer vom Netz getrennt werden, nachdem das Aufladen beendet wurde.

Darüber hinaus gibt es unzählige weitere Möglichkeiten, Energieverschwendung zu vermeiden. Bei der Beleuchtung helfen helle Lampenschirme, weiße Wände zur Verstärkung der Beleuchtungswirkung und neue LED-Leuchten. Beim Kochen spart die Benutzung eines Deckels oder eines Dampfkochtopfes jede Menge Strom. Und manchmal hilft es auch einfach, den Fernseher auszuschalten und ein gutes Buch in die Hand zu nehmen oder das Haus zu einem Spaziergang zu verlassen. Wer die Stromfresser in seinem Haushalt so richtig in die Mangel nehmen will, kann sich ein Energiemessgerät kaufen oder bei der Verbraucherzentrale ausleihen. Sparfüchsen winken bis zu 50 Prozent weniger Stromverbrauch und einige hundert Euro Ersparnis – pro Jahr.