Im griechischen Parlament haben sich am Freitag 25 Abgeordnete des linken Flügels von der bislang regierenden Syriza-Partei abgetrennt und eine eigenständige Parlamentsgruppe gebildet. Am Vorabend war Ministerpräsident Alexis Tsipras zurückgetreten, um den Weg für Neuwahlen freizumachen.

Chef der Gruppe werde der Anführer des bisherigen linken Flügels der Syriza-Partei, Panagiotis Lafazanis, sein. Dies teilte am Freitagmorgen das Parlamentspräsidium mit. Der Name der eigenständigen neuen Fraktion werde Volkseinheit (LAE) sein, hieß es.

Die neue Fraktion im Athener Parlament ist damit die drittstärkste Kraft im Parlament - nach der Syriza Partei mit jetzt nur noch 124 Abgeordneten und der konservativen Nea Dimokratia (ND) mit 76 Abgeordneten. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Kreisen der so genannten Rebellen erfuhr, wollen die abtrünnigen Abgeordneten rasch auch eine neue Linkspartei unter dem gleichen Namen (Volkseinheit) gründen.

Alexis Tsipras tritt zurück: Neuwahlen in Griechenland

Am Vorabend war Ministerpräsident Alexis Tsipras zurückgetreten, um den Weg für Neuwahlen freizumachen. Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos nahm das Rücktrittsgesuch an. Wahrscheinlicher Wahltermin ist der 20. September 2015, wie Regierungskreise mitteilten. Tsipras hat seit Januar in einer Koalition mit der rechtspopulistischen Anel-Partei die Regierung geführt.

Bei den Neuwahlen strebt er nach eigenen Worten ein neues, "starkes" Regierungsmandat an: Jetzt, wo das neue milliardenschwere Hilfspaket unter Dach und Fach sei, wolle er gestärkt mit den internationalen Geldgebern über eine Umstrukturierung des Schuldenbergs verhandeln.

Die Eurostaaten hatten monatelang über die neuen Griechenland-Hilfen gestritten. Im Juli war dabei auch ein zeitweiliger Austritt Griechenlands aus der Eurozone debattiert worden. (cai/dpa)