Griechenlands Ex-Finanzminister Yanis Varoufakis hat sich mit deutlichen Worten zurückgemeldet. Im Rahmen einer Universitäts-Veranstaltung in München spricht er Klartext. Seiner Meinung nach sollte nicht Griechenland, sondern Deutschland überlegen, aus dem Euro auszutreten.

Das ifo-Institut, die "Süddeutsche Zeitung" und der Hanser Verlag laden in die Große Aula der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität ein und ein hochprominenter Finanzexperte lässt sich diese Gelegenheit natürlich nicht entgehen, nach längerer Auszeit wieder ins Rampenlicht zurückzukehren: Griechenlands Ex-Finanzminister Yanis Varoufakis.

Der Politik-Popstar, der mit unkonventioneller Kleiderwahl und Motorrad für ähnliches Aufsehen sorgte wie mit radikalen Ansichten in der griechischen Schuldenkrise, nutzt die Chance, sein neuestes Buch zu bewerben - und er lässt mit interessanten Aussagen aufhorchen.

Eine mysteriöse Aussage - und schon wird über Comeback spekuliert.

So sei ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone niemals zur Debatte gestanden. Wie die "FAZ" berichtet, konterte Varoufakis auch die provokante Aussage des ifo-Intituts-Präsidenten Hans-Werner Sinn, Griechenland hätte niemals dem Euro beitreten dürfen. "Stimmt", erklärte Varoufakis, "aber einmal beigetreten, ist ein Austritt nicht mehr möglich." Eine Währungsreform dauere mindestens ein ganzes Jahr. In diesem Zeitraum könnten Spekulanten wild nach Profit jagen. Daher sei an einen Austritt Athens aus dem Euro nie gedacht worden.

Auch ein temporärer "Grexit" käme nicht in Frage. Der "Focus" zitiert Varoufakis: "Wenn du einmal den Preis eines Austritts bezahlt hast, wieso solltest du wieder beitreten wollen?" Stattdessen präsentierte der Grieche laut "FAZ" einen anderen, tatsächlich ernst gemeinten Vorschlag: "Wäre es nicht überlegenswert, wenn Deutschland den Euro verlässt?"

"Größte Summe der Menschheitsgeschichte"

Der Grund, warum er nach dem Wahlsieg des Syriza-Bündnisses unter Alexis Tsipras ins griechische Kabinett eingezogen war, läge in seinen persönlichen Emotionen nach der griechischen Insolvenz im Jahr 2010. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, habe er als Wirtschaftsexperte nicht fassen können, dass "die größte Summe, die je in der Menschheitsgeschichte geliehen wurde" in ein "pleite gegangenes System" investiert werde.

Momentan tourt Yanis Varoufakis durch Europa und wirbt bei linksgerichteten Politikern in mehreren Ländern um Unterstützung für ein geplantes internationales Politikbündnis. Man darf sich also wohl auf weitere knackige Aussagen des charismatischen Griechen in der nächsten Zeit freuen.