Der Vermittlungsversuch von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker ist gescheitert. Sowohl Athen als auch die Geldgeber geben sich wenig kompromissbereit. Die griechische Regierung pocht weiter auf einen Schuldenschnitt. Es sieht nicht so aus, als könnte der Staatsbankrott noch abgewendet werden. Das sagt die internationale Presse.

Spanien

El País: Die Gespräche über eine Verlängerung des zweiten Hilfsprogramms für Griechenland haben schon so manches kritische Datum überschritten, ohne dass eine Katastrophe eingetreten wäre. Nun deutet jedoch alles darauf hin, dass die nächsten Tage wirklich entscheidend sein werden. Griechenland geht nämlich das Geld aus. Die Möglichkeiten, auf Zeitgewinn zu spielen, sind erschöpft.

Die Luft wird dünn: Varoufakis pocht auf Schuldenerlass für Athen.

Die Geduld der Geldgeber geht zu Ende. Damit die Verhandlungen ein gutes Ende nehmen, müsste es in dieser Woche eine Einigung geben, am besten beim Treffen der Finanzminister der Eurogruppe am Donnerstag. Dann bliebe noch Zeit, dass einige Länder wie Finnland die Freigabe der Gelder vom Parlament bewilligen lassen.

Frankreich

La Croix: Griechenland braucht tiefgreifende Reformen, doch zu welchem Preis? Kompromisse werden nicht durch technische Tüfteleien erreicht, sondern durch das Verhalten der Verhandlungspartner. Die Griechen und ihre Regierung könnten noch weitere Zugeständnisse machen, und die Kreditgeber könnten auch realistische Szenarien entwickeln. Man muss nicht diejenigen erniedrigen, die man dazu auffordert, die Regeln einzuhalten.

Bei Jauch diskutieren die Gäste über den Euro-Ausstieg Griechenlands.

Le Figaro: Man darf auf keinen Fall der Erpressung von (Regierungschef) Alexis Tsipras nachgeben. Griechenland hat die Europäer schon genug an der Nase herumgeführt, da kann das Land keine neuen Sonderkonditionen erwarten. In den Ruin getrieben wurde das Land durch eigene Nachlässigkeit, gerettet wurde es durch eine beispiellose Anstrengung ganz Europas. Jetzt fordert es einen Erlass seiner Schulden, eine Änderung seines Reformprogramms und weitere Hilfen. Anscheinend spielen die neuen Herren in Athen mit den Nerven der Europäer. Da muss man ruhig Blut bewahren. Sollte ein vernünftiger Kompromiss noch möglich sein, mit Fristverlängerungen der Rückzahlungen, dann sollten alle daran arbeiten. Doch Europa darf nicht kapitulieren.

Niederlande

De Volkskrant: Athen will weniger sparen und die Renten unangetastet lassen und fordert außerdem, dass ein Teil der Kredite, die der IWF und die Euroländer Griechenland in den letzten Jahren gegeben hatten, erlassen werden. Ohne das Geld (240 Milliarden Euro) wäre Griechenland schon bankrott gewesen. Die Erlassung der Schulden ist für die meisten Euroländer nicht diskutabel, es sei denn in der Form von längeren Laufzeiten mit niedrigeren Zinsen und mit Reformauflagen als strengen Vorbedingungen. Ohne große Konzessionen von Athen wird auch die Sitzung der Eurogruppe am Donnerstag nicht zu einem Durchbruch führen. (...) Doch ohne Einigung wird Athen die restlichen 7,2 Milliarden Euro der bereits zugesagten Kredite nicht bekommen. Athen braucht das Geld für Rückzahlungen an den IWF und die EZB in den kommenden Monaten. Die Euroländer sind darauf vorbereitet, dass Griechenland die Rechnungen nicht bezahlt. Die Drehbücher, zunächst für die Aussetzung des griechisch-europäischen Kapitalverkehrs, liegen bereit.

Was wäre wenn: Das passiert, wenn Griechenland aus dem Euro austritt.

Schweiz

Neue Zürcher Zeitung: Die häufigen Telefonate und Treffen (Bundeskanzlerin) Merkels mit dem griechischen Regierungschef haben auch noch einen anderen Grund. Auf keinen Fall soll in Europa und vor der Weltöffentlichkeit der Eindruck entstehen, Deutschland sei schuld an den unabsehbaren Folgen eines möglichen "Grexit". Allein schon deshalb wird Merkel bis zur letzten Minute darum kämpfen, Griechenland auf irgendeine Weise doch noch im Euro zu halten. In der politischen Klasse Berlins schließt man nicht aus, dass sich nach einem Staatsbankrott eine starke antideutsche Stimmung in Griechenland entwickelt, die auch auf andere Länder überschwappen könnte. Eine nahezu bedingungslose Fortsetzung der Finanzhilfen für Athen, wie sie Tsipras verlangt, kommt für Merkel aber nicht in Betracht und wäre in der eigenen Bundestagsfraktion auch nicht durchzusetzen.

Bulgarien

Sega: Die Troika hat ihren Namen gewechselt, nicht aber ihren Charakter – sie blieb der gleiche bürokratische Mischmasch, der keine klare Vision und auch keine Kapazität hat, mit den Schuldenkrisen der Staaten unter ihrer Aufsicht fertig zu werden. (…) Wer bestimmt denn nun das Schicksal Europas? Oder anders formuliert: Warum übernehmen die europäischen Nationen mit ihren Institutionen – EU-Kommission, EU-Rat, Europaparlament – nicht selbst die Verantwortung für die ernsten Probleme der Union? Warum verstecken sie sich hinter der Troika, indem sie versuchen, Europas Finanzprobleme als etwas darzustellen, das über die Grenzen der Union hinausgeht? (…) Wenn das reiche alte Europa von seiner Verantwortung flieht, die in Finanznot geratenen EU-Länder zu unterstützen, überlässt es allerdings einem anderen, über das Schicksal der Union zu entscheiden.

Griechenland

Ta Nea: Mürrische Gläubiger - ratlose Regierung

Eleftheros Typos: Szenerie des Bruches - Tor zur Pleite öffnet sich