Gianis Varoufakis hat in einem Interview mit dem "Zeitmagazin" und "Zeit Online" über sein Verhältnis zu Deutschland gesprochen. Dabei bedauert der ehemalige griechische Finanzminister vor allem, "dass es ihm nicht gelungen sei, der deutschen Bevölkerung seine enge Verbundenheit zu Deutschland zu vermitteln." Zugleich beklagt er erneut die Berichterstattung über ihn.

Das Interview, das vollständig am Donnerstag im "Zeitmagazin" und auf "Zeit Online" erscheint, dreht sich einerseits um Varoufakis' Verhältnis zu Deutschland:

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Deutschland habe ihn während seiner Jugend stark geprägt: Er sei "praktisch mit dem Radioprogramm der Deutschen Welle aufgewachsen". Da er in den siebziger Jahren regelmäßig Urlaub in den deutschen und österreichischen Alpen gemacht habe, gibt es einen "Familienfilm, in dem ich mit Freunden fließend Deutsch spreche", so Varoufakis.

Außerdem sei Nina Hagen "die Heldin seiner Jugend" gewesen. "Ich verehre Nina Hagen", sagt Varoufakis. Er fände es gut, dass sie jetzt ziemlich abgedreht sei.

Varoufakis zeigt sich selbstkritisch - zieht aber weiter über Geldgeber her.

"Ich wurde als gefährlicher Dummkopf dargestellt"

Zum Anderen greift Varoufakis in dem Interview erneut die Berichterstattung über ihn an: "Die Medien haben mich von Anfang an als diesen Verrückten hingestellt, der den Deutschen ans Geld will", sagt der ehemalige griechische Finanzminister. Seine Worte hätten die deutsche Öffentlichkeit nie erreicht. Außerdem hätten ihn die Medien während seiner Amtszeit "diskreditiert": "Man wollte nicht, dass ich gehört werde. Ich wurde als gefährlicher Dummkopf dargestellt", sagt Varoufakis im Gespräch mit dem "Zeitmagazin".

Und was war nun eigentlich wirklich mit dem Mittelfinger? Das "Zeitmagazin" fragt nach dem Skandal-Video, in dem Varoufakis im Jahr 2013 Deutschland den Mittelfinger zeigte. Die Aufnahmen hatten in deutschen Medien Wirbel ausgelöst. Varoufakis antwortet: "Ich weiß es nicht mehr genau, aber ich kann es mir nicht vorstellen. Jemandem den Mittelfinger zu zeigen ist nicht meine Art. Ich habe drei Leute gefragt, die damals dabei waren. Einer hat gesagt, ich habe den Finger gezeigt, die beiden anderen meinten, ich habe es nicht getan."

(she)