• Bis Donnerstag um 17 Uhr sollen Twitters verbliebene Mitarbeiter erklären, ob sie für das Unternehmen extreme Belastungen auf sich nehmen wollen – oder kündigen.
  • Das verlangt der Firmenchef in einer geleakten E-Mail.

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Rund die Hälfte der früheren Belegschaft hat der neue Twitter-Eigentümer und -CEO Elon Musk bereits gefeuert oder feuern lassen. Zudem mussten sich Tausende externe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter neue Jobs suchen, darunter auch solche, die für die Moderation von Inhalten zuständig sind. Doch Musk ist offenbar noch nicht am Ende mit den Zumutungen.

Mehrere US-Medien zitieren aus einer offenbar am Mittwochmorgen von Elon Musk an alle verbliebenen Twitter-Mitarbeiter verschickten E-Mail: "Wenn du sicher bist, dass du Teil des neuen Twitter sein willst, klick bitte unten auf Ja". Allerdings müsse Twitter "extrem hardcore sein".

Wer bis Donnerstag, 17 Uhr Ostküstenzeit, nicht antworte, bekomme als Abfindung drei Monatsgehälter gezahlt, heißt es demnach weiter in der E-Mail.

Was genau "extrem hardcore" bedeutet, geht aus den Medienberichten nicht hervor, nur dass es um lange Arbeitszeiten bei hoher Intensität gehe. Laut "Forbes" will Musk nur "außergewöhnliche Leistungen" akzeptieren.

Elon Musk erwartet angeblich 80-Stunden-Wochen von Twitter-Mitarbeitern

Vergangene Woche hatte "Bloomberg" geschrieben, Musk erwarte 80-Stunden-Wochen von seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. In einem unternehmensinternen Treffen mit den Angestellten verlangte er ein "manisches Dringlichkeitsgefühl" bei der Arbeit. Das bisherige Gratis-Mittagessen wollte er aber abschaffen. Seine Rechtfertigung für den harten Kurs: Twitter verliere derzeit vier Millionen Dollar täglich.

Musk selbst arbeitet nach eigenen Angaben mittlerweile 120 Stunden pro Woche, mit anderen Worten: "von morgens bis abends, sieben Tage die Woche".

Anfang November hatte ein Twitter-Mitarbeiter ein Foto veröffentlicht, auf dem seine Vorgesetzte zu sehen war. Sie lag in einem Schlafsack im Büro. Später schrieb sie dazu: "Ich liebe meine Familie und ich bin dankbar für ihr Verständnis, dass es Zeiten gibt, in denen ich in den Overdrive-Modus gehen und mich schinden muss, um zu liefern. Neue Dinge in Twitters Größenordnung aufzubauen, ist sehr schwierig." Sie sei aber "glücklich", diese Arbeit tun zu dürfen.  © DER SPIEGEL