Keine Lust auf nervige Verwandtschaft an den Feiertagen? Wir zeigen Ihnen, was zu tun ist, wenn Sie Weihnachten lieber ohne die Familie verbringen möchten.

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Manche Frage traut man sich kaum zu stellen - nicht einmal dem Partner, und auch nicht einem Arzt oder Anwalt. Das Thema ist unangenehm, der Einblick in die persönlichen Lebensumstände könnte peinlich und tief werden, vielleicht drohen sogar rechtliche Konsequenzen. Wenn man Weihnachten nicht mit seiner Familie verbringen will. Darf man einfach absagen?

Ja, man darf durchaus absagen, sagt der Familientherapeut Björn Enno Hermans. Je nachdem, was die Gründe sind, sollte man aber das Gespräch mit der Familie suchen. Ist die Familie zerstritten, werde ohnehin jeder verstehen, dass man Weihnachten nicht gerne miteinander verbringt.

Aber auch, wenn es zeitlich nicht passt, dürfe man das Fest ausfallen lassen. "Dann ist es aber wichtig, das transparent zu machen und seine Gründe zu erklären", sagt Hermans.

Niemand will vor den Kopf gestoßen werden

Damit die Familie nicht vor den Kopf gestoßen wird, könne man gleich einen Alternativtermin für ein Treffen vorschlagen. "Man sollte deutlich sagen: "Das ist keine Geringschätzung deiner Person, aber es gibt da einen zeitlichen Interessenskonflikt bei mir.""

Man sollte zumindest versuchen, den Verwandten die eigenen Beweggründe klarzumachen, argumentiert Hermans. "Ob die das nachvollziehen und akzeptieren, ist eine andere Sache. Aber dann ist es vielleicht einfacher, kein schlechtes Gewissen mehr zu haben."

Klärende Gespräche vertagen

Ist jemand mit seiner Familie zerstritten, möchte aber wieder Kontakt, ist es ratsam, nicht gerade an Weihnachten ein klärendes Gespräch zu suchen. "Weihnachten ist ohnehin mit der Erwartung überfrachtet, dass alles harmonisch ist, deswegen ist man noch schneller enttäuscht, wenn alles nicht so läuft wie erhofft", gibt Hermans zu Bedenken.

Stattdessen sollte man einen neutralen Zeitpunkt für das Gespräch vereinbaren. Bei einem verhärteten Konflikt ist es sinnvoll, Hilfe etwa bei einem Familienberater zu suchen.  © dpa