Horst Lichter
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"Keine Verwendung mehr für das Teil" hat Verkäufer Henry aus Hagen. Er will seinen Koffer samt Melone in der Mittwochsausgabe der ZDF-Trödelshow "Bares für Rares" verkaufen. "Sensationell!" findet Horst Lichter die Kopfbedeckung. Die Händler erinnert das Objekt aber an einen anderen TV-Mann mit Melone.
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"Eine Melone habe ich auch und finde sie sehr schön", meint der leidenschaftliche Hut-Träger Lichter: "Die muss aber zum Anlass und zum Outfit passen!" Der Verkäufer hat das Set aus Koffer und Hut von einer Bekannten geschenkt bekommen. Die hatte ebenfalls keine Verwendung für die "todschicken" Stücke. Lichter hätte den Hut sicher gerne gehabt.
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Detlev Kümmel zufolge sind die beiden Objekte nicht zwingend zusammengehörig. Auf dem Deckel des Lederkoffers erkennt er die Initialen W. S. Anscheinend handelt es sich um einen Reisekoffer. Die Innenseite ist mit Kunstleder ausgestattet - samt Stempel des Herstellers: Joseph Last aus London. Dort sei der Koffer um die Jahrhundertwende entstanden.
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Der Koffer von 1900 bis 1910 "hat aber seine Macken abbekommen", zeigt der Experte an alten Wasserflecken und abgewetzten Ecken. "Aber so wie er ist, finde ich ihn sehr schön", erklärt Kümmel. "Lass uns über die Melone reden!", fordert Lichter, der den Hut aus Filz augenscheinlich viel spannender findet als den Koffer.
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Laut Prägestempel im Innern stammt die Melone von der Hutmacherei C. W. Borchert aus Berlin. "Und sie durften sich sogar Hoflieferant seiner Majestät, des Königs und Kaisers nennen", führt Kümmel aus. Lichter kennt die Firma und findet: "Der sieht auch noch unbenutzt aus, denn das Schweißband innen ist picobello!"
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Auch Kümmel erkennt den "tadellosen" Zustand, denn selbst die Seide im Hutinneren ist noch wunderbar erhalten. "Der wurde mal aufgesetzt, aber mehr auch nicht." Der Verkäufer wünscht sich nur 80 bis 100 Euro. Doch damit ist Experte Kümmel nicht einverstanden ...
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Kümmel taxiert auf 300 bis 350 Euro. Denn "allein der Koffer wird bei Oldtimer-Sammlern sehr gut ankommen" und die Melone "ist in perfektem Zustand", begründet der Experte. Damit hat der Verkäufer nicht gerechnet. Doch auch die Händlerin und Händler scheinen Interesse an den Objekten zu haben: Denn "Hut ist immer gut!", meint Steve Mandel.
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Händler Wolfgang Pauritsch setzt sich die Melone gleich auf den Kopf. Ihn erinnert der elegante Hut aus England sofort an die TV-Märchenfigur aus den 1970er-Jahren: Pan Tau. "Ich hoffe, den Hut hat jemand im Film getragen!", hofft auch sein Kollege Walter Lehnertz. Doch der Verkäufer verneint leider.
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Als Erster bietet Pauritsch 150 Euro. Doch mit weiterer Hilfe von Elke Velten und Steve Mandel steigt der Preis schnell auf 230 Euro. "Das geht aber schon ab hier!", meckert Lehnertz, der kein Interesse mehr hat. "Das ist ein guter Koffer", betont Pauritsch - die Melone hat ihn von Anfang an schon überzeugt.
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Nach Lehnertz' Einwand kommen die Gebote aber ins Stocken. Das letzte Gebot vom 250 Euro kommt von Steve Mandel - nachdem der Verkäufer noch 20 Euro mehr rauskitzelt. "Das passt zu dir, Steve: Das hat Charme, das bist irgendwie du!", freut sich am Ende auch sein Konkurrent Pauritsch mit ihm mit.
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Als weiteres Objekt der Sendung bringt Andreas aus Straßlach ein Goldschmuck-Trio seiner Ehefrau mit. Expertin Heide Rezepa-Zabel verortet den kaum getragenen Schmuck aus 750er-Gold mit Rubinen nach Italien und datiert ihn in die 1960er-Jahre.
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Der Verkäufer wünscht sich 3.000 Euro. Doch allein der reine Goldwert liegt schon bei 4.610 Euro, und so schätzt die Expertin den Wert insgesamt auf 5.000 Euro. "Das macht was her", meint Händlerin Elke Velten und kauft das Konvolut für 4.600 Euro.
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Verkäuferin Monika aus Altheim will einen Jubiläums-Bierkrug zum hundertjährigen Bestehen des Münchner Oktoberfestes verkaufen, denn "der steht nur rum und keiner beachtet ihn". Der offizielle Festkrug aus Steinzeug stammt aus der Prinzregentenzeit von 1910.
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Das Objekt stammt von Franz Ringer, einem Künstler, der in München Gaststätten ausgestattet hat und als Maler sowie Architekt tätig gewesen ist, erzählt die Expertin Friederike Werner. Der Wunschpreis der Verkäuferin liegt zwischen 50 und 80 Euro. Werner taxiert auf 200 bis 300 Euro.
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"Das ist was Schönes", freut sich Händler Wolfgang Pauritsch über den hübschen Jubiläums-Krug samt Münchner Kindl auf dem Objekt. Doch auch David Suppes will den Krug haben, er bekennt: "Ich liebe das Oktoberfest!" Nach mehreren Geboten erhält am Ende Steve Mandel bei 150 Euro den Zuschlag.
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Zwei Original-Filmklappen will Reimund aus Waldfeucht unter die Händler bringen. Die beiden Klappen von Federico Fellini stammen aus der Zeit zwischen 1960 und den 1980er-Jahren, "damals waren der italienische Filmregisseur und sein Kameramann Giuseppe Rotunno sehr erfolgreich", erklärt Experte Detlev Kümmel.
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Der Verkäufer wünscht sich für die beiden Liebhaberstücke 300 bis 400 Euro. Kümmel taxiert 500 bis 600 Euro. "Sehr interessant", findet Händler Pauritsch die Klappen: "Das hatten wir hier noch nie!" Am Ende bezahlt Pauritsch 500 Euro für die Film-Objekte.
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Helga und Jannik aus Hamburg bieten eine Taschenuhr mit einem dekorativen Anhänger an. Den Anhänger - auch Chatelaine genannt - datiert Heide Rezepa-Zabel auf 1870 bis 1890. "Aber interessant ist diese wirklich schwere Uhr der Marke 'Le Phare'", freut sich die Expertin. Die Uhr ist zwischen 1897 und 1902 entstanden.
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Für die Taschenuhr aus 585er-Gold wünscht sich die Verkäuferin 3.000 bis 3.500 Euro. Der Goldwert liegt bei 1.700 Euro, dazu kommt "der tolle Name, ein tolles Uhrwerk und die Chatelaine" mit einem Gesamtwert von 2.500 bis 3.000 Euro. Händler David Suppes zahlt 2.500 Euro.
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Sonja und Andreas aus Schoeneck wollen einen Hengst aus Bronze verkaufen, der als Erster Preis bei einem Trabrennen gedient hat. Laut Expertin Friederike Werner stammt die hohle Plastik von dem bekannten Tierbildhauer Helmut Diller, der in München studiert und das Pferd 1948 entworfen hat.
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Der Wunschpreis für das stattliche Pferd auf einem Travertin-Sockel liegt bei 1.500 Euro. Expertin Werner geht höher und schätzt auf 2.000 bis 2.500 Euro. Doch im Händlerraum wird der Preis sogar über die Expertise getrieben: auf 2.700 Euro von Händler David Suppes.