"Wer wird Millionär?" Günther Jauch lässt bei Kandidatin Ikea-Frust raus

Dass Günther Jauch fies zu Kandidaten sein kann, ist bekannt. Doch am Montag hatte der "Wer wird Millionär?"-Moderator ein überraschendes Feindbild: Ikea.

Nicole Herrmann aus Moringen brauchte bei der 2.000-Euro-Frage einen Joker: "Was kann so viel wie 'ausschließlich' bedeuten?" A: Rein, B: Sauber, C: Blank oder D: Klar - was nehmen? Erst mal einen Schluck Wasser, dann den Publikumsjoker. Die Schwarmintelligenz wählte zu 78 Prozent: rein.
Später bekannte sich Herrmann zu diversen Macken: "Das Eis muss vom Metalllöffel sein, der Yoghurt vom Plastiklöffel", berichtete sie. Außerdem müssen Schubladen und Schränke im Schlafzimmer stets geschlossen sein. Jauch hakte verwirrt beim Gatten nach. Der wusste nicht mehr. "Das ist ein sehr kluger Mann", lobte Jauch. "Er macht sinnlose Dinge, ohne sie zu hinterfragen. Aus Liebe!" Szenenapplaus!
Statt Lob hatte Jauch für einen anderen Herrn nur Kritik übrig: Matthias Schweighöfer. Als Nicole Herrmann berichtete, der Schauspieler sei im dunklen VW Bulli mit zwei Bodyguards bei der Tanke vorgefahren, meinte Jauch: "Was ich nie in meinem Leben verstehen werde: Wozu braucht der Schweighöfer zwei Leibwächter? Ich höre das von Leuten, die selber Kerle wie ein Baum sind, und dann haben sie zwei, vier oder sechs Leibwächter. Wer will denen was?“
Die Kandidatin erzählte munter weiter: Während der Schauspieler das WC besucht hätte, warteten Schweigjöfers Leibwächter ganz brav vor der Tür. Jauchs hämischer Kommentar: "Und machte er einen ängstlichen Eindruck? Nein, weil er ja zwei Bodyguards dabei hatte, nicht? Na dann."
Für 16.000 Euro war gefragt, woher man Hans Tilkoswki kenne. Die Kandidatin hatte keinen Plan, aber einen Zusatzjoker. Der wusste: Er war Torwart der deutschen Nationalmannschaft beim berühmten Wembley-Tor 1966. "Sieben Millionen von mir persönlich, wenn Sie mir sagen, wer das Tor geschossen hat", versprach Jauch. Allerdings nicht dem Joker!
Jauch hatte hoch gepokert! Doch wie erwartet konnte Nicole Herrmann (rechts) seine Sieben-Millionen-Euro-Frage nicht beantworten. Offiziell war bei 64.000 Euro Schluss. Eigentlich wollte sie - sofern sie den WWM-Jackpot knacken würde - einen Ponyhof erwerben. Dafür hat es nicht ganz gereicht, denn der kostet 300.000 Euro, wie sie weiß. Sollte der Traum irgendwann in Erfüllung gehen, wolle sie das erste Pony Günther nennen, versicherte Nicole Herrmann.
Joachim Lauterbach aus Emden dürften viele Zuschauer noch in lebhafter Erinnerung haben. Der Werksfeuerwehrmann ist laut Jauch "ein großer Kugelmurmler vor dem Herrn". Den Moderator hatte der 47-Jährige im wahrsten Wortsinn in der vergangenen Sendung in die Knie gezwungen - beim Murmelduell auf dem Teppich. Doch diesmal kam er nicht weit.
Bereits bei der ersten Frage gab der Überhangkandidat auf. Für 8.000 Euro wollte Jauch wissen, wer am 3. Oktober 2019 seinen 50. Geburtstag gefeiert hatte. Es war der Berliner Fernsehturm. Bitter: Der Kandidat hätte dies richtig geraten. Was er unbezahlbar fand: mit Jauch vor einem Millionenpublikum murmeln. Dazu gab es 4.000 Euro, die er beim nächsten Oktoberfest in München auf den Kopf hauen möchte.
Sven Hausdorf, Bürokaufmann aus Potsdam - und bekennender American-Football-Muffel: "Ich habe mal den Superbowl geguckt und fand es sehr langweilig", berichtete er. Jauch vermutete frech: "Weil Sie die Regeln nicht verstanden haben." Gefragt war für 4.000 Euro, bei welcher Sportart Spielfeld und Spielzeit in Drittel aufgeteilt sind.
Der 31-Jährige zog den 50:50-Joker zu Rate und wählte richtigerweise Eishockey. Die 8.000-Euro-Frage sollte klären, in welcher Metropole die drei gut 60 Meter hohen 'Kranhäuser' das Stadtbild seit einigen Jahren prägen. Zur Wahl standen Hamburg, Köln, München und Berlin. Jauch meinte, die Antwort läge auf der Hand. Ob er damit den Kandidaten zu Übermut anregte?
Denn das eingeblendete Foto sah recht hanseatisch aus. Entsprechend riet der Kandidat: Hamburg. Richtig war jedoch Köln. Sven Hausdorf ging mit 500 Euro - und der Anekdote, dass er in seiner Zeit als Autowäscher mal Jauchs Fahrzeug gewaschen hatte. Der erinnerte sich jedoch nicht. Jauch sei beliebt gewesen, weil er Trinkgeld gab, so der Gast.
Sabrina Heinicke aus Wuppertal machte Günther Jauch wütend. Nicht direkt als Person: Jauch ärgerte sich vielmehr über ihren Arbeitgeber, denn die Dame ist in einem Ikea-Bistro tätig. "Was das Allerletzte ist", setzte Jauch an, "man möchte raus irgendwann mal." Der Moderator hatte dabei den verschachtelten Aufbau der Möbelhäuser im Sinn. "Haha, niemals", plauderte die Dame aus dem schwedischen Nähkästchen.
"Es geht nicht!", sagte Jauch, immer noch in Gedanken im Gängelabyrinth verhaftet. "Sie kommen nicht raus, man ist in Geiselhaft!", lamentierte der Ikea-Kritiker. "Es soll für die Angestellten Geheimtüren geben. Oder wissen Sie, wie die Abkürzungen gehen?" Die Dame gab zu: "Tatsächlich gibt es ein paar kleine Abkürzungen, aber: Man muss immer an der Kerzenabteilung vorbei."
Das perfide sei, so Jauch, dass sich die Kerzenabteilung immer am Ende der Strecke befände. "Ich kenne keine Frau, die mal nur einen Hotdog gegessen hat", sagte Jauch. "Sie kommen immer mit irgendwas nach Hause!" Dann besann er sich auf den eigentlichen Zweck der Sendung und stellte die 8.000-Euro-Frage.
"Wer verkündete 2019, seine Bühnenkarriere zu beenden, um für die Söhne Elijah und Zachary da zu sein?" Die Kandidatin meinte: "Alles in mir schreit Elton John", sicherte aber mit dem 50:50-Joker ab, um dann bei ihrer Meinung zu bleiben. Zu Recht! Die 16.000-Euro-Frage meisterte sie ohne Joker.
"Weil bei einer Online-Petition mehr als 50.000 Unterschriften zusammenkamen, musste sich der Bundestag womit befassen?" Sabrina Heinicke wählte "Mehrwertsteuer auf Tampons". Dann war Schluss - allerdings nur mit dieser Folge. "Sie müssen noch mal kommen, es ist so nett mit uns", erklärte Jauch.