Schriller Moment bei "Wer wird Millionär?": RTL-Team droht frechem Jauch

Die Montagsfolge bei "Wer wird Millionär?" war ein Zocker-Special. Mutige Kandidaten und ein übermütiger Moderator trafen aufeinander. Letzteres führte fast zu einer Rebellion der Mitarbeiter hinter den Kulissen.

Eine deutlich frohere Botschaft hatte der sympathische Erik Asmus mitgebracht. Der Medizin-Student war der lebendige Beweis dafür, dass man es weit bringen kann, auch wenn ein holpriger Schulstart das nicht erahnen lässt. Seine erste nette Botschaft aber galt seinem Begleiter: "Das ist Anton, mein allerallerbester Freund auf dieser Welt."
Wer die Kult-Quizshow regelmäßig verfolgt, kennt das Faible der Autoren für originelle Wortspiele. Davon war auch der Medizinstudent im dritten Semester angetan. Vor allem bei der 500-Euro-Frage: "Wenn ein Engländer unter Drogeneinfluss seine Ablehnung kundtut, sagt er sozusagen ...?" tonie "marshall", deejay "ötzi", robearto "blanco" oder high "no"?
"Ist es möglich, die Leute kennenzulernen, die diese Fragen schreiben?", erkundigte sich der 21-jährige Berliner. Für den Moderator ein gefundenes Fressen, seine Kollegen in die Pfanne zu hauen. Jauch verneinte die Frage mit der Begründung: "Wir halten sie seit vielen Jahren gefangen, das weiß keiner." Es wurde noch abstruser ...
"Die sitzen vor Bildschirmen mit kleinen Scrabble-Buchstaben, wo sie die Dinge Tag und Nacht zusammensetzen können und werden großzügig mit Drogen versorgt", gab sich Jauch weiter seinen Tagträumen hin. Die Mitarbeiter hinten den Kulissen wollten das so nicht stehen lassen. Sie quittierten Jauchs Frechheiten mit einer Botschaft auf dem Screen ...
Auf dem Display stand: "Wir kommen gleich raus, wenn Sie so weitermachen!" Leider blieb es bei einer leeren Drohung. Hätte spannend werden können! Spannend wurde es auch so, denn Erik Asmus gab dem Namen Zocker-Spezial alle Ehre. Er bekannte: Er sei "nur aus Scherz da", weil seine Tante ihn als Rache für seine Klugscheißerei angemeldet habe!
Dass er in einigen Jahren einen Doktortitel tragen wird, hätte seine Grundschullehrerin nicht geahnt. Die hatte Asmus in die Förderschule geschickt, da er in der dritten Klasse weder lesen noch schreiben konnte. Dort habe man ihm mit "unfassbar viel Geduld" geholfen. Später kam das Einser-Abi! Für Jauch eine Geschichte, die anderen Hoffnung macht.
"Für diejenigen die verzweifeln und denken: 'Jetzt muss er oder sie auf die Förderschule und das wird überhaupt nichts mehr'- so kann es am Ende laufen", so der Moderator. Auch an diesem Abend lief es super für Erik Asmus, der als Frohnatur die Herzen der Zuschauer eroberte. Er steht vor der 125.000 Euro-Marke und darf am Donnerstag weiter raten!
Vor Asmus versuchte sich Falko Schulze als Zocker. Seine Freundin bestätigte, dass er stets so verpeilt sei wie an diesem Tag. Der Kandidat hatte an der Schranke vor dem Studio-Parkplatz festgestellt, dass er zwar seinen Geldbeutel nicht vergessen hatte, aber das Geld. Jauch hakte nach, ob die beiden dennoch Weihnachten zusammen feiern würden ...
"Mal gucken", erwiderte die Freundin. Die Paar-Themen "seelischer Beistand" und "Teamgeist" müssen die beiden wohl noch üben. Falko Schulze hatte allerdings ganz andere Sorgen: Beim Zocker-Special darf kein Joker vor der 16.000-Euro-Marke verbraucht werden. Sonst verfallen sämtliche anderen Joker.
Der Chemie- und Physik-Lehrer hatte während des Studiums bei Ikea gearbeitet. Seine gewagte Theorie: "Es gibt bei Ikea eine Gesamtintelligenz und die verteilt sich auf die Anzahl der Kunden, die an einem Tag vor Ort sind. Je weniger Kunden, desto intelligenter. Am schlimmsten waren die verkaufsoffenen Sonntage." Er hatte ein Beispiel parat ...
Eine junge Dame hatte ihn gefragt, ob ihre Waren in ihr Auto passen würden. Nachdem sie keine Zusatzinfos lieferte, hakte er nach: "Was haben Sie denn für ein Auto?" Die Antwort: "ein rotes". Die Waren würden nur in ein blaues Auto passen, konterte er. Die Kundin kaufte nichts. "Sie sind ein super Verkäufer", gab sich Jauch ironisch.
Für 8.000 Euro ging es um Fußball: "Was findet man beim DFB seit Kurzem in der obersten Etage?" Gesucht war: "Keller". Nämlich Fritz Keller, Ex-Clubchef des SC Freiburg und Patenkind von Fritz Walter. Der Kandidat bekannte: "noch nie gehört". Ein Raunen ging durchs Publikum! "Ich bin ja Lehrer, ich habe es nicht mit Namen", erwiderte Falko Schulze.
Trotz schlechtem Namensgedächtnis und Verpeiltheit schaffte es Falko Schulze in den sechsstelligen Bereich. "Wer hat berufsbedingt mit Rund-, Flach- und Magnumnadeln zu tun?", lautete die 250.000-Euro-Frage. "Ich habe mein Glück überstrapaziert", resümierte Falko Schulze und gab sich mit 125.000 Euro mehr als zufrieden.
Das Beziehungsglück dagegen war nicht mehr strapaziert seit Falko Schulze (links) erklärte, er würde den Gewinn mit seiner Freundin teilen. Die Parkgebühren waren auf jeden Fall schon mal drin. Am Donnerstag geht es weiter mit Erik Asmus (zweiter von rechts).